Eine groß angelegte Aktion gegen digitale Piraterie hat das PirloTV-Netzwerk für illegales Sport-Streaming schwer getroffen. Die Behörden beschlagnahmten 44 Domains, die mit der illegalen Streaming-Plattform in Verbindung stehen. Die betroffenen Webseiten verzeichneten zusammen fast eine Milliarde Besuche pro Jahr.
An der Operation beteiligten sich internationale Anti-Piraterie-Organisationen, Inhaber von Sportübertragungsrechten und mexikanische Behörden. Gemeinsam gingen sie gegen eines der größten Netzwerke für illegales Sport-Streaming in Lateinamerika vor.
PirloTV baute seine Reichweite mit illegalen Streams auf
Im Gegensatz zu vielen Piraterie-Webseiten hostet PirloTV keine eigenen Videostreams. Stattdessen sammelt und bindet die Plattform Links zu nicht autorisierten Übertragungen lizenzierter Sender ein.
Der Dienst konzentriert sich vor allem auf Fußballspiele und gewann eine große Nutzerschaft, indem er kostenlosen Zugang zu hochkarätigen Sportereignissen bot. Sobald Behörden Domains abschalten, registrieren die Betreiber schnell neue. Diese Strategie hat dem Netzwerk geholfen, wiederholte Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden zu überstehen.
Behörden beschlagnahmen 44 PirloTV-Domains
Die Aktion wurde von der Alliance for Creativity and Entertainment (ACE), der UEFA, UC3 und mexikanischen Behörden durchgeführt.
Nach Angaben der ACE erzielten die beschlagnahmten Domains jährlich mehr als 950 Millionen Besuche. Rund 230 Millionen davon stammten allein aus Mexiko. Die Plattform war außerdem besonders in Kolumbien beliebt und verzeichnete auch erheblichen Datenverkehr aus Spanien und den USA.
Die Behörden führten die Aktion kurz vor dem Finale der UEFA Champions League durch. Dadurch verloren viele Nutzer unmittelbar vor einem der größten Fußballereignisse des Jahres den Zugang zu illegalen Sportübertragungen.
Auch WM-Zuschauer könnten betroffen sein
Die Abschaltung könnte sich auch auf Fans auswirken, die die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 verfolgen.
Spanische Medien berichten, dass viele Nutzer PirloTV verwenden, um Spiele auf mobilen Geräten anzusehen. Legale Streaming-Angebote sind oft kompliziert, da die Übertragungsrechte auf mehrere Anbieter verteilt sind.
Trotz der Beschlagnahmungen scheinen die Betreiber weiterhin aktiv zu sein. Mehrere zugehörige Domains sind nach wie vor in Suchmaschinen indexiert, und einige bieten weiterhin nicht autorisierte Sportübertragungen an.
Über diese Seiten lassen sich unter anderem Sender wie ESPN, Fox Sports, TNT Sports, DSports und TyC Sports aufrufen.
UEFA setzt Kampf gegen Streaming-Piraterie fort
Die UEFA wurde im Oktober 2025 als erster Inhaber von Sportübertragungsrechten Mitglied der ACE.
Seitdem arbeiten beide Organisationen gemeinsam daran, Betreiber von Piraterie-Plattformen zu identifizieren, deren Infrastruktur zu kartieren und zusammen mit Strafverfolgungsbehörden illegale Streaming-Dienste abzuschalten.
Die jüngste Aktion markiert außerdem die erste gemeinsame Operation der ACE mit dem mexikanischen Institute of Industrial Property (IMPI). Beide Organisationen unterzeichneten kürzlich eine Absichtserklärung, um die Zusammenarbeit im Kampf gegen digitale Piraterie zu intensivieren.
PirloTV dürfte zurückkehren
Die Beschlagnahmung von 44 Domains stellt einen schweren Rückschlag für das PirloTV-Netzwerk dar. Die Betreiber haben jedoch bereits mehrfach bewiesen, dass sie ihre Aktivitäten durch die Registrierung neuer Domains schnell wieder aufnehmen können.
Deshalb bleibt die enge Zusammenarbeit zwischen Rechteinhabern, Ermittlern und Strafverfolgungsbehörden entscheidend. Ohne kontinuierliche Maßnahmen können große Piraterie-Netzwerke ihre Infrastruktur innerhalb kurzer Zeit wieder aufbauen.


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