Die Hacktivistengruppe LunarisSec hat mit Cyberangriffen auf Systeme der Europäischen Union gedroht, falls die EU ihre Chat-Control-Initiativen nicht aufgibt. Die Gruppe behauptet, schwerwiegende Schwachstellen in der europäischen Infrastruktur entdeckt zu haben, hat jedoch keine überprüfbaren Beweise für einen tatsächlichen Zugriff oder ausnutzbare Sicherheitslücken vorgelegt.

LunarisSec stellt Ultimatum zu Chat Control

LunarisSec veröffentlichte mehrere Nachrichten, in denen die Gruppe ankündigt, EU-Systeme anzugreifen, falls Chat Control 1.0 und Chat Control 2.0 nicht zurückgezogen werden.

Die Gruppe stellt ihre Drohungen als Verteidigung der Privatsphäre und der digitalen Freiheit dar. Nach ihrer Auffassung würde das Scannen privater Nachrichten die Sicherheit schwächen und Nutzer größeren Risiken aussetzen.

Die Drohungen gegen die EU sind bislang jedoch nicht verifiziert. Die Gruppe veröffentlichte bearbeitete Screenshots, die angeblich den Zugriff auf interne Systeme und offizielle Kontakte zeigen. Datenproben oder andere Belege, die diese Behauptungen bestätigen könnten, wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Gruppe fordert Ende der Pläne zur Nachrichtenüberwachung

LunarisSec fordert die sofortige und dauerhafte Aufgabe sowohl von Chat Control 1.0 als auch von Chat Control 2.0. Außerdem verlangt die Gruppe vollständige Transparenz über Vereinbarungen zum Datenaustausch mit Dritten sowie die Einrichtung einer unabhängigen Stelle zur Überwachung der Datenerhebung.

Chat Control 1.0 ist eine befristete EU-Regelung, die derzeit bis 2028 gilt. Sie erlaubt Online-Plattformen, unverschlüsselte private Nachrichten freiwillig auf Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs zu durchsuchen.

Chat Control 2.0 ist weiterhin ein Vorschlag für eine dauerhafte Verordnung. Die Debatte konzentriert sich vor allem auf die Frage, ob Plattformen verpflichtet werden könnten, private Kommunikation zu scannen – einschließlich Ende-zu-Ende-verschlüsselter Nachrichten.

Fähigkeiten der Gruppe bleiben unklar

LunarisSec scheint eine vergleichsweise neue Hacktivistengruppe zu sein. Der aktuelle Telegram-Kanal der Gruppe ist seit Januar 2026 aktiv, während frühere Konten Berichten zufolge im vergangenen Jahr entfernt wurden.

Die Gruppe konzentrierte sich bislang vor allem auf französische Organisationen und behauptet, Sicherheitslücken verantwortungsvoll offenzulegen. Große Cybersicherheitsunternehmen haben ihre Aktivitäten, technischen Fähigkeiten oder operativen Möglichkeiten jedoch bislang nicht öffentlich bewertet.

Daher gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass LunarisSec die angedrohten Angriffe tatsächlich durchführen kann.

Datenschutzbedenken rund um Chat Control bleiben bestehen

Die Botschaften der Gruppe spiegeln die breitere Kritik an Gesetzen wider, die die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schwächen könnten. Vertreter digitaler Bürgerrechte warnen seit Längerem davor, dass clientseitiges Scannen zusätzliche Sicherheitsrisiken schaffen und die Vertraulichkeit privater Kommunikation untergraben könnte.

Dennoch dürften die Drohungen von LunarisSec die politischen Entscheidungen der EU kaum beeinflussen. Der Vorfall verdeutlicht vielmehr die anhaltende politische und technische Debatte über Chat Control und verschlüsselte Kommunikation.

Meta description: LunarisSec bedroht die Systeme der EU wegen Chat Control, hat jedoch keine Belege für den behaupteten Zugriff oder die angeblichen technischen Fähigkeiten vorgelegt.


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