Kirgistan-Krypto-Sanktionslücke könnte Russland helfen, internationale Beschränkungen zu umgehen, warnen Analysten von TRM Labs.

Russische Verbindungen zu kirgisischen Börsen

TRM Labs identifizierte, dass Envoys Vision Digital Exchange (EVDE) eine Wallet registriert hat, die mit der Rusich‑Gruppe verbunden ist – einer russischen paramilitärischen Organisation, die seit 2022 wegen ihrer Rolle im Ukraine-Krieg unter US-Sanktionen steht.

Der Bericht stellt zudem Verbindungen von EVDE zu grenzüberschreitenden Logistikfirmen und einem chinesischen Finanzinstitut fest. Diese Verflechtungen könnten auf ein breiteres Netzwerk hinweisen, das Russland mit dual-use Gütern wie Drohnen und Halbleitern versorgt.

Verdächtige Aktivitäten nach Garantex

Nachdem die russische Plattform Garantex sanktioniert wurde, zeigten mehrere kirgisische Plattformen ähnliche Verhaltensmuster. TRM Labs vermutet, dass diese Entitäten gemeinsam kontrolliert werden oder koordiniert agieren.

Zwei neue Plattformen – Grinex und Old Vector – wurden innerhalb von zwei Wochen in Kirgisistan registriert. Old Vector emittiert die Stablecoin A7A5, die an den Rubel gekoppelt ist. Die Plattform Meer war eine der ersten, die A7A5 listete, und verzeichnete nach dem Ende von Garantex deutlich steigende Handelsvolumen.

Ein wachsendes Krypto-Zentrum

Die Kryptobranche in Kirgisistan expandiert rasant. Bis Oktober 2024 hatte das Land 126 Lizenzen für virtuelle Vermögenswertanbieter (VASPs) vergeben. Lizenzierte Anbieter verarbeiteten im ersten Halbjahr 2024 Transaktionen im Wert von 4,2 Milliarden Dollar – verglichen mit nur 59 Millionen Dollar im Jahr 2022.

TRM Labs weist darauf hin, dass viele kirgisische Kryptofirmen dieselben Adressen, Kontakte und Infrastrukturen verwenden – was auf ein koordiniertes Netzwerk hindeutet, das illegale Finanzflüsse verbirgt.

Analysten fordern strengere Aufsicht

„Auch wenn Kirgisistan ausgenutzt wird und nicht zwingend beteiligt ist, verfügt es dennoch über effektive Mittel, um Missbrauch zu erschweren,“ sagt TRM Labs. Schärfere Regulierungen und Transparenzmaßnahmen könnten Kirgisistan als Basis für Briefkastenfirmen unattraktiver machen.

Das rasante Wachstum kombiniert mit schwacher Regulierung zieht weiterhin riskante Partnerschaften und illegale Aktivitäten an.

Fazit

Die Sanktionslücke in Kirgisistans Kryptosektor zeigt, wie schnell wachsende Märkte als Hintertür zur Umgehung globaler Beschränkungen genutzt werden können. Die Verbindungen Russlands zu kirgisischen Börsen unterstreichen die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit und verstärkter Aufsicht. Ohne entschlossene Maßnahmen könnten illegale Kryptonetzwerke weiterhin gedeihen und so Sanktionen sowie die globale Finanz­sicherheit untergraben.


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