Elon Musks Social-Media-Plattform X hat das britische Online Safety Act kritisiert und es als Bedrohung für die Meinungsfreiheit bezeichnet. In einer aktuellen Stellungnahme warnte das Unternehmen davor, dass der weite Anwendungsbereich des Gesetzes zu übermäßiger Zensur unter dem Vorwand des Kinderschutzes führen könnte.

Altersverifizierung jetzt in Großbritannien verpflichtend

Seit vergangenem Freitag müssen soziale Netzwerke und Webseiten mit Inhalten für Erwachsene im Vereinigten Königreich das Alter ihrer Nutzer verifizieren. Zulässige Methoden sind etwa Gesichtsscans, das Hochladen eines Ausweises oder eine Kreditkartenprüfung. Ziel des Gesetzes ist es, Kinder vor schädlichen Inhalten wie Selbstverletzung, Missbrauch oder Essstörungen zu schützen.

X: Das Gesetz geht zu weit

X erklärte, dass die Ziele des Gesetzes zwar lobenswert seien, die Umsetzung jedoch problematisch sei.

„Die lobenswerten Absichten des Gesetzes drohen durch seinen weiten regulatorischen Umfang überschattet zu werden“, so das Unternehmen.

X argumentiert, dass die Struktur des Gesetzes Plattformen zu „Überzensur“ zwinge, um hohe Strafen zu vermeiden. Laut Gesetz können Verstöße mit bis zu 18 Millionen Pfund oder 10 % des weltweiten Umsatzes geahndet werden – je nachdem, welcher Betrag höher ist.

„Es ist legitim zu fragen, ob britischen Bürgern bewusst war, welchen Kompromiss sie eingehen“, fügte X mit Blick auf die Meinungsfreiheit hinzu.

Britische Regierung weist Kritik zurück

Die britische Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen, das Gesetz schränke die Meinungsfreiheit ein. Offizielle Stellen betonen, dass das Gesetz Schutzmechanismen für die freie Meinungsäußerung enthalte. Laut The Guardian bezeichneten sie die Kritik von X als „nachweislich falsch“.

Trotz der Einwände hat X Altersverifizierungsmaßnahmen eingeführt und erklärt, man arbeite „intensiv daran, den Anforderungen gerecht zu werden“. Zudem plant das Unternehmen, eine KI-gestützte Altersverifikation mittels Gesichtsanalyse einzuführen.

Juristischer Druck auf X wächst

Während X sich um die Einhaltung der britischen Vorschriften bemüht, sieht sich die Plattform auch in den USA zunehmendem rechtlichen Druck ausgesetzt. Ein Bundesberufungsgericht hat kürzlich eine zuvor abgewiesene Klage wieder aufgenommen, in der X Fahrlässigkeit vorgeworfen wird. Demnach soll das Unternehmen es versäumt haben, ein Video mit explizitem Material zweier Minderjähriger zu melden.

Fazit

X’s öffentlicher Konflikt mit dem britischen Online Safety Act unterstreicht eine globale Debatte: Wo liegt die Grenze zwischen Kinderschutz und Meinungsfreiheit? Während Regierungen strengere Regeln durchsetzen und Plattformen hohe Strafen drohen, wird das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Zensur immer fragiler.


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