Familienangehörige von Insassen der Everglades Correctional Institution (ECI) in Florida sind empört, nachdem ein schwerwiegendes Datenleck ihre privaten Kontaktdaten an Gefangene offenlegte. Das Leck, das von Florida Phoenix bestätigt wurde, ereignete sich am 24. Juli 2025 und hat Ängste vor Erpressung, Bedrohung und Belästigung ausgelöst.
Laut dem Bericht hatte ein Mitarbeiter des Hochsicherheitsgefängnisses der Stufe 5 eine vollständige Liste mit Besucherdaten – darunter Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen – per E-Mail an alle Insassen des Gefängnisses weitergeleitet.
Volle Einsicht für Häftlinge
Insassen des ECI können E-Mails über sichere Tablets und interaktive Terminals abrufen. Dadurch erhielten Hunderte von Hochrisiko-Gefangenen, darunter Gewalt- und Sexualstraftäter, Zugriff auf sensible Besucherdaten. Viele Angehörige – besonders Frauen – fühlen sich seitdem bedroht.
„Was ist, wenn ein Häftling einen anderen hasst? Er könnte seine Familie anrufen lassen und die Ehefrau des anderen bedrohen“, sagte eine Frau gegenüber Florida Phoenix.
Ein solches Szenario ist in einer Einrichtung, in der Todestraktinsassen untergebracht sind und viele bis zu 23 Stunden täglich in Einzelhaft verbringen, nicht unrealistisch.
Eine vermeidbare Gefahr?
Die Everglades Correctional Institution ist Teil des drittgrößten staatlichen Gefängnissystems in Florida mit über 89.000 männlichen Insassen. Trotz der Tragweite des Vorfalls hat das Department of Corrections bislang weder eine öffentliche Stellungnahme abgegeben noch die betroffenen Besucher informiert.
Befürworter einer Gefängnisreform betonen, dass der Vorfall vermeidbar gewesen wäre. Das aktuelle Besuchssystem, das während der Pandemie eingeführt wurde, verlangt, dass Besucher bei jedem Besuch erneut persönliche Daten angeben – auch wenn sie bereits genehmigt sind. Kritiker sehen darin nicht nur eine Belastung, sondern auch ein Sicherheitsrisiko.
„Dieser Datenschutzverstoß gefährdet die Sicherheit der Familien“, sagte Denise Rock, Direktorin der Organisation Florida Cares. „Wenn es einmal passiert ist, kann es wieder passieren.“
Keine Reaktion – Kein Plan
Cybernews hat den Gefängnisdirektor, die Pressestelle und das Department of Corrections in Florida kontaktiert, jedoch bisher keine Antwort erhalten. Die genaue Zahl der Betroffenen ist weiterhin unklar, und es gibt keine Informationen darüber, wie die Behörden mit dem Vorfall umgehen wollen.
In der Zwischenzeit befinden sich die betroffenen Familien in einem gefährlichen Schwebezustand – aus Angst, dass Häftlinge ihre Daten bereits zur Erpressung oder Belästigung nutzen.
Fazit
Das Datenleck im Gefängnis von Florida offenbart schwerwiegende Mängel im Umgang mit sensiblen Informationen und beim Schutz der Privatsphäre im Justizvollzug. Ohne offizielle Stellungnahme oder Krisenplan bleiben die Familien schutzlos – und wütend. Für viele ist das nicht nur ein Vertrauensbruch, sondern eine direkte Bedrohung ihrer Sicherheit.


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