WeTransfer steht erneut in der Kritik, nachdem das Unternehmen stillschweigend seine Nutzungsbedingungen aktualisiert hat. Eine neue Klausel deutete darauf hin, dass hochgeladene Dateien zur Schulung künstlicher Intelligenz (KI) verwendet werden könnten – ein Schritt, der Datenschutz- und Urheberrechtsbedenken ausgelöst hat.
Umstrittene Klausel 6.3 sorgt für Verwirrung
Die Empörung begann, als Nutzer auf eine Klausel unter dem Punkt „Inhalte“ aufmerksam wurden, die ab dem 8. August in Kraft treten soll. Die Klausel 6.3 schien WeTransfer das Recht einzuräumen, hochgeladene Dateien – darunter kreative Werke wie Kunst oder Designs – für das Training von KI-Systemen zu verwenden.
Die Website Film Stories war eine der ersten, die über den Vorfall berichtete. Laut deren Analyse legte die Klausel nahe, dass WeTransfer geteilte Inhalte nutzen könnte, um mithilfe von KI abgeleitete Werke zu erstellen – ohne Zustimmung der Nutzer oder eine Möglichkeit zum Widerspruch.
Besonders Künstler:innen und Kreativschaffende, die WeTransfer zur Übertragung großer Dateien nutzen, zeigten sich empört. Viele befürchteten, dass ihre Werke als Trainingsmaterial für KI dienen oder zur Erstellung neuer Inhalte missbraucht werden könnten.
WeTransfer rudert zurück – zumindest teilweise
Nach der wachsenden Kritik räumte WeTransfer ein, dass die ursprüngliche Formulierung missverständlich sei. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber Film Stories, die Änderung sei gedacht gewesen, um KI zur Moderation einzusetzen – nicht, um Nutzerdaten zum Training zu verwenden.
Infolgedessen überarbeitete WeTransfer die Klausel. Die neue Version sieht vor, dass die Rechte nur „zum Betrieb, zur Entwicklung und zur Verbesserung des Dienstes, im Einklang mit unserer Datenschutz- und Cookie-Richtlinie“ genutzt werden dürfen.
Die Passage, in der es um „Reproduktion, Verbreitung, Modifikation und Erstellung abgeleiteter Werke“ ging, wurde gestrichen.
Nutzer bleiben misstrauisch
Trotz der Korrektur bleibt das Vertrauen vieler Nutzer erschüttert. In sozialen Netzwerken wie Reddit häufen sich Beiträge enttäuschter User. Einige kündigten ihre Abonnements und wechselten zu Alternativen wie Swiss Transfer, Blip oder MASV.
„Das war der letzte Sargnagel“, schrieb ein Nutzer. „Hoffentlich verlassen alle Studios diesen miesen Dienst bald.“
Andere begannen, die Nutzungsbedingungen von Konkurrenzdiensten wie Dropbox und LucidLink zu überprüfen. Bislang wurden dort keine ähnlichen KI-Klauseln entdeckt.
Fazit
Der Streit um die WeTransfer-KI-Klausel zeigt, wie sehr unklare Formulierungen das Vertrauen der Nutzer erschüttern können – besonders wenn es um künstliche Intelligenz geht. Auch wenn das Unternehmen seine Absicht klargestellt und die Klausel angepasst hat, bleibt bei vielen ein ungutes Gefühl. In einer Zeit, in der immer mehr Plattformen KI integrieren, sind Transparenz und explizite Zustimmung unverzichtbar.


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