Broadcom hat Notfall-Sicherheitsupdates für fünf VMware-Schwachstellen veröffentlicht. Darunter befinden sich drei kritische Sicherheitslücken, die eine Umgehung der Authentifizierung, Remote-Codeausführung und VM-Escapes ermöglichen könnten.

Die kritischen VMware-Schwachstellen betreffen vCenter, ESX, Workstation und Fusion. Ebenfalls betroffen sind Produkte, die vCenter oder ESX enthalten, darunter VMware Cloud Foundation, VMware vSphere Foundation und die Telekommunikationsplattformen von VMware.

Broadcom fordert Organisationen, die betroffene Versionen einsetzen, dazu auf, die Updates umgehend zu installieren.

Drei kritische VMware-Schwachstellen müssen dringend gepatcht werden

Zwei kritische Schwachstellen betreffen VMware vCenter und haben jeweils einen CVSS-Wert von 9,8.

CVE-2026-59309 ist eine Schwachstelle im VMware Directory Service, die eine Umgehung der Authentifizierung ermöglicht. Ein nicht authentifizierter Angreifer mit Netzwerkzugriff auf vCenter könnte sie ausnutzen, um sich unbefugten Zugriff zu verschaffen.

CVE-2026-59310 ist eine Directory-Traversal-Schwachstelle im Syslog-Server von vCenter. Sie könnte es einem nicht authentifizierten Angreifer mit Netzwerkzugriff ermöglichen, beliebigen Code auszuführen.

Die dritte kritische Schwachstelle, CVE-2026-47876, betrifft den virtuellen Netzwerkadapter VMXNET3. Sie hat einen CVSS-Wert von 9,3.

Ein Angreifer mit lokalen Administratorrechten innerhalb einer betroffenen virtuellen Maschine könnte die Schwachstelle ausnutzen, um Code auf dem ESX-Host auszuführen. Dadurch könnte der Angreifer aus der Umgebung der virtuellen Maschine ausbrechen.

Von dieser Schwachstelle sind nur virtuelle Maschinen betroffen, die VMXNET3 verwenden.

Zwei weitere Schwachstellen betreffen ESX, Workstation und Fusion

Broadcom hat außerdem CVE-2026-41703 behoben, eine Out-of-Bounds-Read-Schwachstelle in ESX, Workstation und Fusion.

Unter ESX könnte ein Angreifer mit Berechtigungen zum Bereitstellen virtueller Maschinen Informationen offenlegen oder einen Denial-of-Service-Zustand im Host-Prozess verursachen. Die Schwachstelle hat einen CVSS-Wert von 7,6.

Bei Workstation und Fusion sind die Auswirkungen geringer. Dort ist die Schwachstelle auf die Offenlegung von Informationen beschränkt. Sie wird mit einem CVSS-Wert von 2,7 als „Low“ eingestuft.

Die fünfte Schwachstelle, CVE-2026-41709, betrifft eine unzureichende Protokollierung in ESX. Ein böswilliger ESX-Administrator könnte sie nutzen, um bestimmte Aktionen durchzuführen, ohne dass diese protokolliert werden. Broadcom stuft die Schwachstelle mit einem CVSS-Wert von 2,7 als „Low“ ein.

Aktualisierte Versionen sind jetzt verfügbar

Die vCenter-Schwachstellen wurden in den Versionen 9.1.0.0300, 9.0.2.0100 und 8.0 Update 3k behoben.

Die ESX-Schwachstellen wurden in ESXi 9.1.0.0200, ESXi 9.0.2.0100 und ESXi 8.0 Update 3k geschlossen.

Nutzer von Workstation und Fusion mit Version 25H2 müssen auf Version 26H1 aktualisieren, um CVE-2026-41703 zu beheben.

Für VMware Cloud Foundation 5.x und betroffene Telekommunikationsprodukte gelten separate Anweisungen zur Installation der Updates.

Es gibt keine Workarounds. Broadcom rät außerdem davon ab, virtuelle Maschinen von VMXNET3 auf andere Adapter umzustellen. Das Unternehmen weist darauf hin, dass auch andere Adapter bereits Sicherheitslücken aufwiesen und ein Wechsel die Leistung beeinträchtigen könnte.

Updates können den Verwaltungszugriff unterbrechen

Broadcom hat die Updates gemäß der ITIL-Methodik als Notfalländerung eingestuft.

Bei der Aktualisierung von vCenter wird der Zugriff auf den vSphere Client und andere Verwaltungsoberflächen vorübergehend unterbrochen. Bereits laufende virtuelle Maschinen und Container funktionieren jedoch weiter.

Die ESX-Updates erfordern einen Neustart der Hosts. Administratoren sollten vMotion verwenden, um virtuelle Maschinen während schrittweiser Cluster-Neustarts auf andere Hosts zu verschieben. Virtuelle Maschinen, die nicht verschoben werden können, müssen während des Neustarts heruntergefahren werden.

Unterstützte Umgebungen können ESX Live Patch verwenden, um Betriebsunterbrechungen zu reduzieren. Die vCenter-Updates können dagegen nicht über Quick Patch installiert werden.

Broadcom warnt außerdem davor, dass die Installation bestimmter Updates für vSphere 8.0 und 9.0 geplante Upgrades auf VMware Cloud Foundation 9.x vorübergehend blockieren kann. Grund dafür ist eine als „back in time“ bezeichnete Build-Kompatibilitätsbeschränkung. Laut Broadcom werden spätere Versionen die Upgrade-Kompatibilität wiederherstellen.

Keine aktive Ausnutzung gemeldet

Broadcom gibt an, keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass Angreifer die Schwachstellen derzeit aktiv ausnutzen.

VMware-Infrastrukturen bleiben jedoch ein attraktives Ziel für Cyberangriffe. Eine Kompromittierung von vCenter oder ESXi kann zahlreiche Server und die darauf gespeicherten Daten gefährden.

Ransomware-Gruppen setzen seit Langem spezielle Verschlüsselungsprogramme gegen virtuelle VMware-Maschinen ein. Im Dezember 2025 warnte CISA außerdem davor, dass chinesische Bedrohungsakteure VMware-vSphere-Server kompromittierten, um BrickStorm-Malware einzuschleusen, versteckte nicht autorisierte virtuelle Maschinen zu erstellen und geklonte VM-Snapshots zu stehlen.

CrowdStrike hat unabhängig davon Angreifer beobachtet, die über die ESXi-Shell nicht registrierte sogenannte „Ghost“-VMs erstellen. Die als VirtualGHOST bezeichnete Technik kann dauerhaften Zugriff ermöglichen und gleichzeitig verhindern, dass die Aktivität in den ESXi- und vCenter-Konsolen sichtbar wird.

Administratoren sollten die Notfall-Sicherheitsupdates von Broadcom so schnell wie möglich installieren.


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