Zwei Verdächtige im Zusammenhang mit sexueller Erpressung sollen Opfer mit manipulierten Bildern bedroht haben, die sie fälschlicherweise bei sexuellen Handlungen mit Minderjährigen zeigen sollten. Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft wurden einige Opfer durch das Vorgehen dazu gedrängt, ihre Bankkonten zu leeren. Dennoch verhinderte eine Zahlung nicht immer die Verbreitung des Materials.

Die Behörden nahmen Patricia Joanna Almonte-Frías und Rineldys Feliciano Díaz-Cuevas am 19. August in der Dominikanischen Republik fest. Anschließend wurden die beiden am 30. September nach Puerto Rico ausgeliefert, wo sie sich wegen des Vorwurfs der kriminellen Verschwörung vor Gericht verantworten müssen.

Staatsanwaltschaft beschreibt Erpressung über soziale Medien

Laut Gerichtsunterlagen richtete sich die mutmaßliche Vorgehensweise über Facebook, WhatsApp und andere soziale Medien gegen potenzielle Opfer.

Die Staatsanwaltschaft erklärt, dass Almonte-Frías ihre Opfer dazu überredete, intime Fotos zu teilen oder an sexuell expliziten Videochats teilzunehmen, die sie heimlich aufzeichnete.

Díaz-Cuevas und weitere mutmaßliche Beteiligte nutzten das Material anschließend, um Geld zu fordern. Sie drohten damit, die Bilder an Verwandte, Freunde und andere Online-Kontakte der Opfer zu verschicken.

In einigen Fällen soll die Gruppe laut Staatsanwaltschaft außerdem irreführende Bildcollagen erstellt haben, die intime Aufnahmen der Opfer mit Bildern Minderjähriger kombinierten. Ziel war es, den falschen Eindruck sexuellen Fehlverhaltens zu erwecken und den Zahlungsdruck zu erhöhen.

Diese Vorwürfe beziehen sich auf manipuliertes Material. Sie belegen nicht, dass die Opfer tatsächlich die Handlungen begangen hatten, deren Darstellung die Verdächtigen angeblich androhten.

Zahlungen stoppten die Drohungen nicht immer

Einige Opfer sollen ihre Bankkonten vollständig geleert haben, um die Veröffentlichung des Materials zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft erklärt jedoch, dass die Verdächtigen das Material in mehreren Fällen trotz erhaltener Zahlungen an Kontakte der Opfer weitergaben.

Die Vorwürfe verdeutlichen die finanziellen und persönlichen Schäden, die durch solche Forderungen entstehen können. Die Opfer riskierten den Verlust ihrer Ersparnisse und waren gleichzeitig Drohungen ausgesetzt, die ihre Beziehungen und ihren Ruf gefährdeten.

Darüber hinaus verschaffte eine Zahlung den Opfern weder die Kontrolle über die Bilder noch eine Garantie dafür, dass die mutmaßlichen Erpresser sie löschen würden.

Verdächtige wegen Verschwörung angeklagt

Den Angeklagten wird vorgeworfen, sich zur Durchführung von Cyberstalking und zur Übermittlung von Drohungen über US-Bundesstaatsgrenzen hinweg verschworen zu haben. Die angegebene Höchststrafe beträgt fünf Jahre Gefängnis.

Diese Höchststrafe bedeutet jedoch nicht, dass bereits ein Urteil verhängt wurde. Die Vorwürfe müssen noch gerichtlich geprüft werden, und die Angeklagten gelten bis zum Beweis ihrer Schuld als unschuldig.

Der Fall umfasst sowohl die mutmaßliche Beschaffung intimen Materials als auch dessen anschließende Verwendung zur Bedrohung der Opfer.

FBI fordert Opfer auf, Erpressungsversuche zu melden

Das FBI-Büro in San Juan warnte davor, dass Erpressung langfristige finanzielle Verluste und psychische Schäden verursachen kann.

Die Behörde forderte die Menschen außerdem auf, bei Online-Kontakten wachsam zu bleiben und sich an die zuständigen Behörden zu wenden, wenn sie vermuten, dass jemand versucht, sie zu erpressen.

In diesem Fall verdeutlicht die Darstellung der Staatsanwaltschaft ein zentrales Problem: Die Erfüllung einer Geldforderung verhinderte nicht zwangsläufig die Veröffentlichung des Materials. Stattdessen sollen einige Opfer Geld verloren haben, während ihre privaten Aufnahmen dennoch weiterverbreitet wurden.


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