Eine kritische Schwachstelle in Calix-Routern ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, den Schutz von Heimnetzwerken zu umgehen und interne Geräte dem Internet zugänglich zu machen.
Das Problem betrifft Calix GS7 XGS-Router des Modells GS5239XG mit der Firmware EXOS/6.6.47. Forscher führen die Schwachstelle unter CVE-2026-75501.
Angreifer können aus der Ferne Portweiterleitungsregeln erstellen, ohne ein Passwort oder Zugriff auf das lokale Netzwerk zu benötigen.
Exponierter UPnP-Dienst verursacht das Risiko
Der Router stellt einen MiniUPnPd-Kontrollendpunkt über seine öffentliche WAN-Schnittstelle auf TCP-Port 5000 bereit.
Die Netzwerkadressübersetzung, bekannt als NAT, verhindert normalerweise, dass externe Systeme direkt auf Geräte in einem lokalen Netzwerk zugreifen können. Der exponierte Dienst ermöglicht es Angreifern jedoch, diesen Schutz zu umgehen.
Ein Angreifer kann nicht authentifizierte Anfragen senden, um Portweiterleitungsregeln zu erstellen, zu löschen oder aufzulisten. Außerdem kann er die öffentliche IP-Adresse des Routers abfragen.
Dadurch können Kriminelle Datenverkehr aus dem öffentlichen Internet an ein ausgewähltes Gerät innerhalb eines Heim- oder Unternehmensnetzwerks weiterleiten.
Angreifer könnten interne Geräte exponieren
Die Schwachstelle im Calix-Router kann Geräte hinter der Firewall gefährden.
Angreifer könnten Sicherheitskameras, Netzwerkspeichersysteme, internetfähige Geräte und lokale Administrationsoberflächen öffentlich zugänglich machen. Sie könnten außerdem eine Portweiterleitungsregel erstellen, die auch nach einem Neustart aktiv bleibt.
Der Forscher Brian Khan Quintana testete die Schwachstelle von außerhalb seines Heimnetzwerks. Er erstellte eine Portzuordnung, die eine interne Adresse exponierte und auch nach einem Aus- und Einschalten des Routers bestehen blieb.
Eine bösartige Regel kann eine dauerhafte Öffnung in der Firewall hinterlassen. Der Router verlangt kein Passwort, zeigt keine Aufforderung an und warnt den Nutzer nicht, wenn ein Angreifer eine solche Regel erstellt.
Breitbandanbieter stellen betroffene Router bereit
Mehrere US-amerikanische Breitbandanbieter verwenden Netzwerkgeräte von Calix. Calix verkauft das betroffene GS5239XG-Gateway außerdem unter dem Namen GigaSpire 7u10txg.
Das Gerät kombiniert Wi-Fi-7-Unterstützung mit einem integrierten XGS-PON-Glasfaserterminal.
Quintana kontaktierte Calix am 7. Juni wegen der Schwachstelle. Nachdem er keine Antwort erhalten hatte, meldete er sie dem CERT Coordination Center. CERT/CC koordinierte anschließend die öffentliche Offenlegung.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Calix noch kein Sicherheitsupdate bereitgestellt.
UPnP deaktivieren, bis Calix eine Lösung veröffentlicht
Betroffene Nutzer sollten Universal Plug and Play, kurz UPnP, über die Administrationsoberfläche des Routers deaktivieren.
Die Option befindet sich unter:
Advanced → Security → UPnP
UPnP hilft Spielen und Anwendungen dabei, Ports automatisch zu öffnen. Das Deaktivieren der Funktion kann diese Funktionen beeinträchtigen, notwendige Ports können jedoch manuell geöffnet werden.
Einige Internetanbieter sperren die UPnP-Einstellung. Kunden, die sie nicht ändern können, sollten ihren Internetanbieter kontaktieren und darum bitten, UPnP zu deaktivieren.
Die Schwachstelle im Calix-Router kann Angreifern direkte Zugangswege in ein privates Netzwerk eröffnen. Nutzer sollten zukünftige Firmware-Updates umgehend installieren und ihre Portweiterleitungsregeln auf unbekannte Einträge überprüfen.


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