Ubiquiti hat dringende Sicherheitsupdates für 22 Schwachstellen in seinem UniFi-Ökosystem veröffentlicht. Einundzwanzig der Sicherheitslücken sind als kritisch eingestuft. Mehrere davon könnten es Angreifern in einem erreichbaren Netzwerk ermöglichen, die Authentifizierung zu umgehen, ihre Berechtigungen auszuweiten oder Befehle auszuführen.
Die Ubiquiti-UniFi-Schwachstellen betreffen UniFi OS und eine breite Palette von Produkten, darunter Gateways, Router, Speichersysteme, Netzwerk-Videorekorder und Anwendungen für das Sicherheitsmanagement. Ubiquiti hat keine aktive Ausnutzung gemeldet, Nutzer sollten die verfügbaren Updates jedoch so schnell wie möglich installieren.
Kritische Schwachstellen betreffen UniFi-OS-Geräte
UniFi OS steht im Zentrum des Ubiquiti-Ökosystems und kommt auf vielen Hardwareprodukten des Unternehmens zum Einsatz. Die Sicherheitswarnung weist darauf hin, dass Angreifer mit Netzwerkzugriff einige Schwachstellen ausnutzen könnten, ohne ein Konto, eine Benutzerinteraktion oder komplexe Angriffsschritte zu benötigen.
Eines der schwerwiegendsten Probleme betrifft die unsachgemäße Verarbeitung von CRLF-Sequenzen. Laut Ubiquiti könnte diese Schwachstelle es einem netzwerkbasierten Angreifer ermöglichen, die Authentifizierung auf betroffenen UniFi-OS-Geräten oder -Instanzen zu umgehen.
Andere Fehler in UniFi OS, die mit 9,9 von 10 Punkten bewertet wurden, könnten es Angreifern mit geringen Berechtigungen ermöglichen, ihre Zugriffsrechte auszuweiten und die vollständige Kontrolle über das betroffene System zu übernehmen.
Protect und Talk enthalten Schwachstellen mit Höchstwert 10
Das Update behebt außerdem zwei Schwachstellen mit dem maximalen CVSS-Wert von 10,0.
Ein kritisches Problem in der UniFi Protect Application könnte es einem nicht authentifizierten Angreifer ermöglichen, eingeschleuste Befehle auszuführen. UniFi Protect verwaltet Videoüberwachungs- und Sicherheitssysteme, wodurch die Schwachstelle besonders für Organisationen von Bedeutung ist, die vernetzte Kameras und Aufzeichnungsgeräte einsetzen.
UniFi Talk, die VoIP-Plattform von Ubiquiti, enthält eine separate Schwachstelle bei der Eingabevalidierung mit einem Wert von 10,0. Ein Angreifer mit Netzwerkzugriff könnte sie ausnutzen, um beliebige Befehle auszuführen.
Breite Produktpalette könnte betroffen sein
Die Ubiquiti-UniFi-Schwachstellen betreffen mehr als nur eine einzelne Produktfamilie. Zu den potenziell betroffenen Systemen gehören Cloud Keys, Network Video Recorders, Enterprise Network Video Recorders, Netzwerkspeichergeräte, Dream Machines, Dream Routers, Cloud Gateways, Dream Wall und weitere UniFi-Hardware.
Die Sicherheitswarnung umfasst außerdem eine mit 9,8 bewertete, nicht authentifizierte Command-Injection-Schwachstelle in der UniFi Enterprise Audio/Video Bridge.
Unterdessen enthält UniFi Access vier kritische Schwachstellen, die es einem Angreifer mit geringen Berechtigungen ermöglichen könnten, seine Rechte auf dem Host-Gerät auszuweiten. Die Anwendung dient zur Verwaltung physischer Zugangskontrollen, einschließlich vernetzter Türsysteme.
Ubiquiti fordert zu sofortigen Updates auf
Ubiquiti erklärte, dass Nutzer betroffene Software und Geräte unverzüglich aktualisieren sollten. UniFi OS Server sollte aufgrund seiner zentralen Rolle bei der Verwaltung von Installationen besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Das Unternehmen hat bereits Anfang dieses Jahres Warnungen vor schwerwiegenden UniFi-Schwachstellen veröffentlicht, darunter Sicherheitslücken, die Berichten zufolge ausgenutzt wurden, bevor Patches allgemein verfügbar waren. Obwohl Ubiquiti keine aktiven Angriffe im Zusammenhang mit diesen neuesten Schwachstellen festgestellt hat, könnten der hohe Schweregrad und die breite Produktbetroffenheit schnell das Interesse von Bedrohungsakteuren wecken.


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