Twitch hat eine Einstellung eingeführt, die es Amazon erlaubt, Inhalte von Kanälen zum Training generativer KI-Modelle zu verwenden. Die Plattform aktiviert die Funktion standardmäßig, sodass Creator sie selbst deaktivieren müssen, wenn sie nicht teilnehmen möchten.
Die Twitch-Einstellung für KI-Training hat bei Streamern für Ärger gesorgt. Sie argumentieren, dass Creator selbst entscheiden sollten, bevor eine Plattform ihre Videos, Musik und andere Werke zum Training von KI verwendet.
Twitch aktiviert KI-Training standardmäßig
Twitch bezeichnet die neue Option als „Training for Generative AI“. Sie befindet sich im Bereich Security and Privacy der Kontoeinstellungen eines Creators.
Die Einstellung erlaubt Amazon, Inhalte des jeweiligen Kanals zum Training seiner generativen KI-Modelle zu verwenden. Twitch aktiviert die Option automatisch für alle Kanäle.
Creator können die Funktion deaktivieren, indem sie Settings öffnen, Security and Privacy auswählen und den Schalter Training for Generative AI ausschalten.
Twitch weist jedoch darauf hin, dass diese Entscheidung weder Twitch noch Amazon daran hindert, Kanalinhalte für andere Zwecke zu verwenden, die in der Datenschutzrichtlinie des Unternehmens aufgeführt sind.
Diese Einschränkung hat die Kritik weiter verstärkt. Viele Streamer fordern, dass Twitch eine ausdrückliche Zustimmung einholen sollte, insbesondere weil die Plattform Musik, Kunst, Live-Auftritte und andere Originalwerke beherbergt.
Creator fordern ein Opt-in-System
Ein Beitrag im Feedback-Forum von Twitch fordert das Unternehmen dazu auf, KI-Funktionen optional zu machen und standardmäßig zu deaktivieren. Der Beitrag hat mehr als 15.000 Stimmen erhalten.
Streamer haben die Richtlinie auch auf Twitch, Reddit und anderen sozialen Plattformen kritisiert. Einige erklären, die Änderung habe ihr Interesse daran verringert, Inhalte für Twitch zu erstellen. Andere befürchten, dass zukünftige Updates die Einstellung erneut aktivieren könnten.
Mehrere Nutzer berichten außerdem von Problemen beim Deaktivieren der Option. Twitch hat bislang nicht bestätigt, ob ein technischer Fehler für diese Berichte verantwortlich ist.
Die Reaktionen spiegeln eine breitere Debatte über KI-Training wider. Künstler, Autoren, Musiker und Videoproduzenten fordern zunehmend klare Zustimmungsregeln, bevor Unternehmen ihre Werke für die Entwicklung von KI-Modellen verwenden.
Twitch-Manager erklärt die Entscheidung
Twitch Chief Product Officer Mike Minton äußerte sich während eines Livestreams zu der Entscheidung. Er erklärte, dass sich fast niemand für das KI-Training entscheiden würde, wenn Twitch die Einstellung als Opt-in gestalten würde.
Minton sagte außerdem, dass viele Online-Dienste auf Inhaltseinstellungen setzen, die standardmäßig aktiviert sind.
Die Creator bleiben dennoch kritisch. Sie argumentieren, dass eine Opt-out-Regelung die Verantwortung auf die Nutzer verlagert. Diese müssen die Änderung zunächst bemerken, ihre Bedeutung verstehen und handeln, bevor die Plattform ihre Inhalte verwendet.
Die Kritik kommt zu einer Zeit, in der Plattformen zunehmend unter Druck stehen, minderwertige KI-generierte Inhalte einzuschränken, die häufig als „AI Slop“ bezeichnet werden.
LinkedIn hat kürzlich eine Meldeoption für Beiträge hinzugefügt, die offenbar minderwertige KI-generierte Inhalte enthalten. YouTube erklärte ebenfalls, dass Kennzeichnungen für KI-generierte Videos künftig für Zuschauer deutlicher sichtbar sein sollen.
Kontrolle der Creator steht im Mittelpunkt der Debatte
Die Twitch-Richtlinie zum KI-Training verdeutlicht den Konflikt zwischen der Entwicklung künstlicher Intelligenz und dem Vertrauen der Creator.
Twitch verschafft Amazon Zugang zu einer potenziell enormen Menge an Video-, Audio- und Chat-Inhalten. Gleichzeitig fordern Creator mehr Kontrolle darüber, wer ihre Werke verwendet und zu welchem Zweck.
Creator, die dem KI-Training widersprechen möchten, sollten ihre Einstellungen unter Security and Privacy überprüfen und Training for Generative AI deaktivieren.
Außerdem sollten sie die Einstellung nach größeren Twitch-Updates erneut kontrollieren. Plattformen ändern gelegentlich ihre Datenschutz- und KI-Einstellungen, ohne dass Nutzer solche Änderungen sofort bemerken.


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