Der Cyberangriff auf Thialf wurde von der Ransomware-Gruppe The Gentlemen für sich beansprucht. Die Gruppe droht damit, angeblich gestohlene Daten zu veröffentlichen, falls die niederländische Eissportarena kein Lösegeld zahlt.
Thialf im niederländischen Heerenveen bestätigte, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein. Gleichzeitig erklärte die Arena, dass die eingeleiteten Untersuchungen keine wesentlichen Auswirkungen auf Daten oder den laufenden Betrieb festgestellt hätten.
Der Vorfall ist besonders bedeutsam, da Thialf die Wettbewerbe im Eisschnelllauf bei den Olympischen Winterspielen 2030 ausrichten wird.
Thialf erklärt, dass Daten und Betrieb nicht kompromittiert wurden
Thialf zählt zu den bekanntesten Eissportarenen der Niederlande und ist Heimstätte der niederländischen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft. Darüber hinaus finden dort Shorttrack-, Eiskunstlauf- und Eishockeyveranstaltungen statt.
In einer Stellungnahme bezeichnete die Arena den Vorfall als Cyberangriff mit nur geringen Auswirkungen. Unmittelbar nach der Entdeckung des Angriffs hätten interne und externe IT-Sicherheitsexperten eine forensische Untersuchung eingeleitet.
Nach Angaben von Thialf ergab die Untersuchung, dass weder Daten noch Betriebssysteme beeinträchtigt oder kompromittiert wurden.
Die Arena erklärte außerdem, dass die zuständigen Stellen während der Untersuchung informiert worden seien, nannte jedoch keine weiteren technischen Einzelheiten.
The Gentlemen übernimmt die Verantwortung
Die Ransomware-Gruppe The Gentlemen hat die Verantwortung für den Cyberangriff auf Thialf übernommen.
Die Gruppe, die auch unter der Bezeichnung Storm-2697 geführt wird, ist seit dem Sommer 2025 aktiv. Sie hat bereits mehrere Opfer in den Niederlanden für sich reklamiert, darunter das Institute for the Dutch Language.
Die Cyberkriminellen drohen Berichten zufolge damit, sämtliche angeblich von Thialf entwendeten Daten zu veröffentlichen, falls die Organisation nicht innerhalb der nächsten Tage zahlt. Die Behauptungen der Gruppe konnten jedoch bislang nicht unabhängig bestätigt werden.
Ransomware-Gruppe setzt auf doppelte Erpressung
Microsoft warnte im Mai 2026 vor The Gentlemen und bezeichnete die Gruppe als finanziell motivierte Ransomware-Operation.
Berichten zufolge begann die Gruppierung zunächst als geschlossene Organisation, bevor sie im September 2025 eine Ransomware-as-a-Service-Plattform für Partner einführte. Seitdem soll sie gezielt neue Mitstreiter angeworben haben, darunter Penetrationstester und sogenannte Initial Access Broker.
Wie viele moderne Ransomware-Gruppen setzt The Gentlemen nach Angaben von Sicherheitsexperten auf doppelte Erpressung. Dabei verschlüsseln die Angreifer nicht nur die Systeme ihrer Opfer, sondern stehlen zusätzlich sensible Daten und drohen anschließend mit deren Veröffentlichung, falls kein Lösegeld gezahlt wird.
Bekannte Schwachstellen sollen ausgenutzt worden sein
Die Sicherheitsunternehmen Group-IB und Palo Alto Networks bringen The Gentlemen mit Angriffen in Verbindung, bei denen bekannte Sicherheitslücken ausgenutzt wurden.
Zu den gemeldeten Angriffszielen gehören Fortinet FortiOS, der Erlang/OTP SSH Server, Windows SMB und React2Shell. Durch die Ausnutzung ungepatchter Systeme können sich Ransomware-Akteure einen ersten Zugang zum Netzwerk eines Opfers verschaffen.
Bislang hält Thialf jedoch an seiner Einschätzung fest, dass der Cyberangriff weder den Betrieb der Arena wesentlich beeinträchtigt noch deren Daten kompromittiert hat.


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