Eine Datenpanne bei Suno soll die persönlichen Informationen von mehr als 55 Millionen Nutzern offengelegt haben. Der Datensatz enthält E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Postanschriften, Kaufdaten und teilweise Zahlungskarteninformationen.

Der Vorfall soll sich im November 2025 ereignet haben. Die Daten tauchten jedoch erst in der vergangenen Woche im Internet auf.

Suno informierte betroffene Nutzer nicht individuell, als das Unternehmen den Vorfall entdeckte. Nach Angaben des Unternehmens machten die betroffenen Informationen nach geltendem Datenschutzrecht keine individuellen Benachrichtigungen erforderlich.

Angreifer behauptet, gestohlene Mitarbeiterzugangsdaten hätten den Zugriff ermöglicht

Der mutmaßliche Angreifer erklärte, er habe sich durch den Diebstahl der Zugangsdaten eines Mitarbeiters Zugriff auf die Systeme von Suno verschafft. Anschließend soll er auf veralteten Quellcode zugegriffen haben, den das Unternehmen noch gespeichert hatte.

Nach eigenen Angaben enthielt der Quellcode Anweisungen zur Erfassung von Songs und Liedtexten aus Online-Musik- und Audiodiensten. Der Angreifer behauptet außerdem, Zugriff auf die Kundenliste von Suno erlangt zu haben.

Diese Behauptungen wurden bislang nicht unabhängig bestätigt. Der veröffentlichte Datensatz scheint jedoch eine große Menge an Kundendaten zu enthalten.

Mehr als 55 Millionen E-Mail-Adressen sollen offengelegt worden sein

Ein Cybersicherheitsforscher, der die geleakten Daten untersuchte, identifizierte 55,3 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen. Der Datensatz enthielt außerdem Zehntausende Zahlungsdatensätze.

Neben E-Mail-Adressen sollen auch Namen, Telefonnummern, Kaufhistorien und Postanschriften offengelegt worden sein.

Einige Zahlungskarteninformationen könnten ebenfalls enthalten gewesen sein. Diese Datensätze umfassten den Kartentyp, das Ablaufdatum und die letzten vier Ziffern der Kartennummer.

Vollständige Kartennummern sollen jedoch nicht offengelegt worden sein. Dennoch könnten die veröffentlichten Informationen Kriminellen dabei helfen, glaubwürdiger wirkende Phishing-Nachrichten zu erstellen.

Der Forscher stellte außerdem fest, dass 24 % der offengelegten E-Mail-Adressen bereits in früheren Datenpannen aufgetaucht waren. Dies deutet darauf hin, dass viele Betroffene einem erhöhten Risiko durch Credential Stuffing und gezielte Betrugsversuche ausgesetzt sein könnten.

Nutzer sollten auf Phishing-Versuche achten

Suno-Nutzer sollten bei unerwarteten E-Mails, SMS und Telefonanrufen besonders vorsichtig sein. Angreifer könnten die geleakten Daten nutzen, um sich als das Unternehmen auszugeben oder gefälschte Nachrichten zum Zurücksetzen von Passwörtern zu versenden.

Nutzer sollten keine Links in unaufgeforderten Nachrichten anklicken. Stattdessen sollten sie den Dienst direkt über ein gespeichertes Lesezeichen oder durch die manuelle Eingabe der Webadresse aufrufen.

Wer dasselbe Suno-Passwort auch bei anderen Diensten verwendet hat, sollte es umgehend ändern. Einzigartige Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung können die Folgen gestohlener Zugangsdaten deutlich verringern.

Datenpanne verschärft die Kritik an Suno

Suno steht bereits wegen des Vorwurfs im Fokus juristischer Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, urheberrechtlich geschütztes Material zum Training seiner KI-Systeme verwendet zu haben. Darüber hinaus hat Suno eine Vereinbarung mit einem großen Musikunternehmen über KI-generierte Inhalte geschlossen, an der Künstler freiwillig teilnehmen können.

Die gemeldete Datenpanne sorgt nun für zusätzliche Datenschutz- und Sicherheitsbedenken bei der Plattform und ihren Nutzern.

Fazit

Die Suno-Datenpanne soll eine große Menge an Kundendaten offengelegt haben, darunter mehr als 55 Millionen E-Mail-Adressen. Betroffene Nutzer sollten besonders wachsam gegenüber Phishing-Versuchen sein, wiederverwendete Passwörter ändern und ihre Konten auf verdächtige Aktivitäten überwachen.


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