Südkorea hat gegen TikTok und Apple Geldbußen von mehr als 7,7 Millionen US-Dollar verhängt, nachdem die Behörden festgestellt hatten, dass beide Unternehmen personenbezogene Daten ihrer Nutzer ohne ausreichende Rechtsgrundlage verarbeitet haben.
Die südkoreanische Datenschutzbehörde, die Personal Information Protection Commission (PIPC), erklärte, dass die Unternehmen personenbezogene Daten gesammelt, genutzt oder ins Ausland übermittelt hätten, ohne die nationalen Datenschutzvorschriften einzuhalten.
TikTok erhielt den mit Abstand größten Teil der Strafe. Die Behörde verhängte gegen die Plattform eine Geldbuße von 10,36 Milliarden Won, was rund 7,6 Millionen US-Dollar entspricht. Zwei Apple-Gesellschaften erhielten zusammen Geldbußen in Höhe von 252 Millionen Won, etwa 185.000 US-Dollar.
Die Entscheidung erhöht den Druck auf große Technologieunternehmen, transparent zu erklären, wie sie Daten südkoreanischer Nutzer sammeln und ins Ausland übermitteln.
TikTok verfolgte Millionen Nutzer für personalisierte Werbung
Die PIPC stellte fest, dass TikTok Verhaltensdaten von rund 9,45 Millionen südkoreanischen Nutzern gesammelt hat.
Nach Angaben der Behörde platzierte TikTok Tracking-Tools auf Websites und mobilen Apps von Drittanbietern, um seine Werbe- und Content-Performance-Dienste zu unterstützen. Dabei wurden Informationen wie Klicks, Käufe, Surfverhalten und Gerätekennungen erfasst.
Anschließend verknüpfte TikTok diese Daten mit den Nutzerkonten, um personalisierte Werbung bereitzustellen.
Nach Ansicht der PIPC informierte TikTok die Nutzer jedoch bei der Kontoerstellung nicht ausreichend über diese Datenerhebung. Stattdessen habe die Plattform die Datenerfassung als verpflichtende Voraussetzung für die Registrierung dargestellt.
Die Behörde stellte außerdem fest, dass TikTok die Nutzer nicht ausreichend über die Übermittlung ihrer Daten ins Ausland informierte. Das Unternehmen erklärte zwar, Daten mit verbundenen Unternehmen zu teilen, legte jedoch nicht klar offen, welche Arten personenbezogener Daten ins Ausland übertragen wurden.
Die Höhe der Geldbuße gegen TikTok basiert teilweise auf den Einnahmen aus personalisierter Werbung, die auf den gesammelten Verhaltensdaten beruhte.
Apple nutzte Siri-Aufnahmen und Transkripte
Apple wurde wegen Daten, die über Siri erhoben wurden, gesondert belangt.
Nach Angaben der PIPC sammelte Apple bis August 2019 Sprachaufzeichnungen und Transkripte von Siri, um die Spracherkennung und Suchfunktionen zu verbessern, ohne dafür eine gesonderte Einwilligung der Nutzer einzuholen.
Im Oktober 2019 führte Apple ein Opt-in-Verfahren für Sprachaufzeichnungen ein. Die Datenschutzbehörde stellte jedoch fest, dass das Unternehmen Texttranskripte aus Siri-Interaktionen weiterhin zur Verbesserung seiner Dienste nutzte, ohne über eine gültige Rechtsgrundlage zu verfügen.
Die Kommission erklärte außerdem, dass Apple Siri-bezogene Daten an seinen Hauptsitz in den USA übermittelte, ohne ausreichend zu erläutern, welche Informationen übertragen wurden oder warum diese Datenübermittlung erforderlich war.
Apple erhielt nach Datenschutzänderungen eine geringere Geldbuße
Die Datenschutzbehörde reduzierte die Geldbuße gegen Apple, nachdem das Unternehmen während der Untersuchung zusätzliche Datenschutzmaßnahmen eingeführt hatte.
Apple ermöglicht Nutzern inzwischen selbst zu entscheiden, ob Siri-Transkripte zur Verbesserung der Dienste verwendet werden dürfen. Zudem führte das Unternehmen Funktionen ein, mit denen personenbezogene Informationen aus Transkripten herausgefiltert werden können, und aktualisierte seine Datenschutzrichtlinie.
Die PIPC wies darauf hin, dass Siri ein kostenloser Dienst ist. Dadurch sei es schwieriger gewesen, Einnahmen zu berechnen, die unmittelbar mit den Datenschutzverstößen zusammenhingen.
Apple erklärte, die Entscheidung der Behörde zu akzeptieren und weiterhin mit der südkoreanischen Regierung beim Datenschutz zusammenzuarbeiten.
Südkorea warnt globale Technologieunternehmen
Neben den Geldbußen ordnete die PIPC Korrekturmaßnahmen an und verpflichtete TikTok sowie Apple, die Datenschutzverstöße öffentlich bekannt zu machen.
Die Behörde betonte, dass internationale Unternehmen beim Umgang mit Daten südkoreanischer Nutzer dieselben Datenschutzstandards einhalten müssen wie inländische Unternehmen. Außerdem müssten personenbezogene Daten transparent geschützt werden, wenn sie grenzüberschreitend übertragen werden.
TikTok erklärte, die Entscheidung nach Erhalt des offiziellen Bescheids prüfen zu wollen. Das Unternehmen fügte hinzu, dass der Schutz der Nutzerdaten weiterhin zu seinen höchsten Prioritäten gehöre.
Der Fall um die Datenübermittlungen von TikTok und Apple zeigt, dass Südkorea bereit ist, erhebliche Geldbußen gegen globale Plattformen zu verhängen, wenn diese die nationalen Datenschutzvorschriften nicht einhalten.


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