Ein unsichtbarer SMS-of-Death-Angriff kann Telefongespräche auf Android-Geräten unterbrechen und dazu führen, dass anfällige Smartphones wiederholt abstürzen, warnt der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk. Seine Erkenntnisse beschreiben einen Angriff, der keinerlei Benutzerinteraktion erfordert und betroffene Besitzer möglicherweise dazu zwingt, ihre Smartphones zurückzusetzen.

Versteckte Nachrichten bringen Androids Telefondienst zum Absturz

Die Schwachstelle betrifft WAP Push, einen älteren Nachrichtenmechanismus, der Funktionen wie die MMS-Zustellung und Netzbetreibereinstellungen unterstützt. Im Gegensatz zu gewöhnlichen SMS können diese Nachrichten Hintergrundprozesse auslösen, ohne im Posteingang zu erscheinen. Daher erhalten Betroffene möglicherweise keine sichtbare Warnung, bevor ihr Mobilfunkdienst ausfällt.

Laut Blaszczyk bringt eine fehlerhaft formatierte Nachricht die Android-Komponente com.android.phone zum Absturz, die für Telefondienste zuständig ist. Dadurch kann ein laufendes Gespräch sofort unterbrochen werden, einschließlich eines Anrufs bei Rettungsdiensten. Darüber hinaus erfordert der Angriff weder das Anklicken von Links noch Downloads oder das Öffnen der Nachricht.

Das zugrunde liegende Problem betrifft eine ungeprüfte Konvertierung zwischen numerischen Datentypen. Android verarbeitet die Länge eines Nachrichtenheaders und wandelt sie in einen kleineren Ganzzahltyp um. Bei dieser Konvertierung entsteht jedoch ein negativer Wert, der einen Fehler auslöst und den Telefondienst beendet.

SMS of Death kann anhaltende Störungen verursachen

Zunächst kann die Dienstunterbrechung nur ein oder zwei Sekunden dauern, während die betroffene Komponente neu gestartet wird. Allerdings kann das Smartphone möglicherweise den Empfang der Nachricht nicht bestätigen, bevor es abstürzt. Infolgedessen kann der Mobilfunkanbieter versuchen, die Nachricht erneut zuzustellen, wodurch sich die Störung wiederholt.

Die fehlerhaft formatierte Nachricht kann außerdem in der Warteschlange für ausstehende Nachrichten auf dem Gerät verbleiben. Daher kann ein Neustart des Smartphones einen weiteren Absturz auslösen, wenn Android versucht, die Nachricht erneut zu verarbeiten. Wiederholte schädliche Nachrichten können somit eine kurze Unterbrechung in einen langanhaltenden Denial-of-Service-Angriff verwandeln.

Blaszczyk berichtete, dass er das Problem auf einem Pixel 9 mit Firmware vom April 2026 sowie auf mehreren Geräten der Samsung-Galaxy-A-Serie zuverlässig reproduzieren konnte. In schwerwiegenderen Fällen versetzt Androids Wiederherstellungsmechanismus RescueParty das Smartphone schließlich in den Wiederherstellungsmodus. Nutzer müssen dann möglicherweise einen Werksreset durchführen, bei dem lokale Daten gelöscht werden.

Ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen ist jedoch nicht unbedingt die einzige Wiederherstellungsmöglichkeit. Der Forscher beschrieb einen technisch anspruchsvolleren Ansatz, bei dem Android Debug Bridge verwendet und betroffene Daten während eines kurzen Zeitfensters beim Start gelöscht werden. Dafür ist der Zugriff über einen anderen Computer erforderlich, was für gewöhnliche Nutzer schwierig sein kann.

Verfügbarkeit von Sicherheitsupdates hängt vom Gerät ab

Der Forscher meldete die Schwachstelle im Mai 2026 an Google. Anschließend implementierte Google am 15. Juni eine Korrektur und fügte sie dem Android Open Source Project hinzu. Dem vorliegenden Bericht zufolge hatte die Fehlerbehebung jedoch noch nicht alle unterstützten Smartphones erreicht.

Der Bericht nennt Android 12 bis 16 als betroffene Versionen und führt die Schwachstelle unter der Kennung CVE-2026-58882. Unterdessen erklärte GrapheneOS, dass die Updates vom Oktober 2026 das Problem in Android 14 bis 17 behoben hätten. Zudem wurde erwartet, dass die Korrektur im Sicherheitsbulletin für November enthalten sein würde. Diese Veröffentlichungsdetails bestätigen jedoch nicht, dass alle Hersteller die Fehlerbehebung bereits bereitgestellt haben.

Öffentlich verfügbarer Proof-of-Concept-Code demonstriert inzwischen den SMS-of-Death-Angriff, was die Sorge vor Störungen auf anfälligen Smartphones verstärkt. Geräte, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, könnten weiterhin gefährdet bleiben. Obwohl der Angriff ein Smartphone vorübergehend unbrauchbar machen kann, handelt es sich bei dem beschriebenen Verhalten um Softwareabstürze und Wiederherstellungsprobleme und nicht um dauerhafte Hardwareschäden.


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