Eine Sicherheitslücke in Shark-Staubsaugern könnte Angreifern Zugriff auf Kamerabilder, WLAN-Passwörter und Karten der Wohnungen von Nutzern ermöglichen, so ein Sicherheitsforscher.
Das gemeldete Problem betrifft Saugroboter von SharkNinja. Es soll auf eine Schwachstelle in der AWS-Internet-of-Things-Konfiguration der Geräte zurückgehen und ist mehr als 90 Tage nach der vertraulichen Meldung noch immer nicht behoben.
Ein Angreifer müsste jedoch zunächst physischen Zugriff auf einen anfälligen Staubsauger erhalten. Das senkt das Risiko für die meisten Nutzer, bleibt jedoch für Besitzer betroffener Geräte besorgniserregend.
Sicherheitslücke könnte Saugroboter zu Überwachungswerkzeugen machen
Der Sicherheitsforscher Tokay0 entdeckte die Sicherheitslücke in Shark-Staubsaugern im März 2026.
Der Forscher untersuchte einen Shark-RV2320EDUS-Saugroboter und fand darin ein eingebettetes AWS-IoT-Zertifikat. Laut dem Bericht könnte ein Angreifer, der dieses Zertifikat ausliest, damit mit anderen anfälligen SharkNinja-Geräten in derselben AWS-Region kommunizieren.
Dieser Zugriff könnte Berichten zufolge Live-Kamerafunktionen, gespeicherte WLAN-Zugangsdaten und Karten offenlegen, die der Staubsauger bei der Navigation durch ein Zuhause erstellt.
Ein kompromittierter Saugroboter könnte dadurch sensible Informationen über einen Haushalt preisgeben, darunter Raumaufteilungen und Daten zum drahtlosen Netzwerk.
AWS-IoT-Zertifikat schafft das Risiko
Das gemeldete Problem betrifft das Protokoll Message Queuing Telemetry Transport, meist MQTT genannt. Internetfähige Geräte nutzen dieses schlanke Nachrichtenprotokoll häufig, um Befehle und Statusupdates auszutauschen.
In diesem Fall behauptet der Forscher, dass ein Zertifikat aus einem Shark-Staubsauger sich gegenüber anderen Geräten in derselben AWS-Cloud-Region authentifizieren kann.
AWS-Regionen sind geografisch voneinander getrennt. Ein Zertifikat, das einer Region zugeordnet ist, gewährt daher nicht automatisch Zugriff auf Geräte in anderen Teilen der Welt.
Der Forscher geht dennoch davon aus, dass ein Angreifer Geräte kaufen könnte, die mit bestimmten Regionen verbunden sind, deren Zertifikate ausliest und anschließend andere Geräte in diesen Regionen angreift.
Hunderttausende Geräte könnten betroffen sein
Während eines Beobachtungszeitraums von 24 Stunden identifizierte der Forscher Berichten zufolge rund 673.000 SharkNinja-Geräte in einer AWS-Region. In derselben Region befanden sich außerdem mehr als 1,5 Millionen einzigartige SharkNinja-Geräte.
Falls andere AWS-Regionen eine ähnliche Exposition aufweisen, könnte die Zahl der potenziell betroffenen Geräte in die Millionen gehen. Unabhängige Quellen haben das volle Ausmaß der Sicherheitslücke in Shark-Staubsaugern jedoch nicht bestätigt.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Modelle Shark RV2320EDUS und AV1102ARUS. Andere Shark-Saugroboter könnten dennoch ähnliche Konfigurationen verwenden.
SharkNinja verkauft ein breites Sortiment vernetzter Haushaltsgeräte, darunter Saugroboter, Luftreiniger und Küchengeräte.
Forscher zufolge fehlt weiterhin ein Update
Tokay0 erklärte, der Forscher habe die Schwachstelle vor der öffentlichen Bekanntgabe vertraulich an SharkNinja gemeldet. Laut dem Forscher teilte das Unternehmen zunächst mit, dass es an der Angelegenheit arbeite. Nach mehreren Nachfragen lieferte es jedoch keine weiteren Informationen.
Der Forscher veröffentlichte seine Ergebnisse anschließend nach einer Wartezeit von mehr als 90 Tagen.
SharkNinja hatte die Sicherheitslücke zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich bestätigt. Nutzer sollten die technischen Angaben daher als unbestätigt betrachten, bis das Unternehmen eine Stellungnahme abgibt oder ein Sicherheitsupdate veröffentlicht.
Physischer Zugriff begrenzt den Angriff
Die Sicherheitslücke in Shark-Staubsaugern ist ernst, weil sie sehr persönliche Informationen über ein Zuhause offenlegen könnte. Gleichzeitig erfordert der Angriff Berichten zufolge, dass der Angreifer zunächst physischen Zugriff auf ein anfälliges Gerät erhält und es auseinandernimmt.
Dieser Schritt erhöht die Hürde für einen Angriff. Daher werden eher technisch versierte Personen diese Methode nutzen als gewöhnliche opportunistische Cyberkriminelle.
Besitzer von Shark-Saugrobotern sollten nach Firmware-Updates Ausschau halten und die Berechtigungen ihrer Geräte prüfen. Sie sollten außerdem ein starkes, separates Passwort für das heimische WLAN verwenden und smarte Haushaltsgeräte, wenn möglich, mit einem separaten Gastnetzwerk verbinden.


0 Kommentare zu „Sicherheitslücke in Shark-Staubsaugern könnte Kameras und WLAN offenlegen“