ShinyHunters behauptet, 50 GB Daten des Arbeitsbekleidungsunternehmens Carhartt gestohlen zu haben, darunter Informationen zu Millionen von Kunden und Mitarbeitern. Die Gruppe gibt an, dass Carhartt die Erpressungsverhandlungen nach einer Lösegeldforderung von 3,3 Millionen US-Dollar beendet habe.

ShinyHunters listet Carhartt auf Leak-Seite

Die Hackergruppe nahm Carhartt auf ihre Leak-Seite im Dark Web auf und veröffentlichte einen Download-Link zu den angeblich gestohlenen Daten.

ShinyHunters stellte keine Beispieldateien zur Verfügung, um die Behauptungen zu belegen. Daher sind sowohl das gemeldete Datenleck bei Carhartt als auch das Ausmaß des angeblichen Datendiebstahls weiterhin unbestätigt.

Die Gruppe behauptet, 50 GB an Unternehmensinformationen erbeutet zu haben. Nach Angaben von ShinyHunters umfassen die Daten personenbezogene Informationen von Kunden und Mitarbeitern, Daten aus Kundenbindungsprogrammen sowie interne Unternehmensunterlagen.

Carhartt hatte den mutmaßlichen Vorfall zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich bestätigt.

Hacker behaupten, Verhandlungen über 3,3 Millionen Dollar seien gescheitert

ShinyHunters gibt an, 3,3 Millionen US-Dollar von Carhartt gefordert zu haben und dass das Unternehmen zunächst Kontakt aufgenommen habe. Nach Angaben der Gruppe endeten die Verhandlungen, bevor eine Einigung erzielt wurde.

Die Hacker warfen den Vertretern von Carhartt vor, die Verhandlungen schlecht geführt zu haben. Außerdem behaupteten sie, das Unternehmen hätte weniger zahlen können, wenn es die Gespräche fortgesetzt hätte.

Erpressergruppen nutzen häufig Leak-Seiten und öffentliche Aussagen, um den Druck auf mutmaßliche Opfer zu erhöhen. Ihre Behauptungen sollten mit Vorsicht betrachtet werden, da Angreifer den Umfang, die Sensibilität oder die Echtheit gestohlener Daten übertreiben können.

Bislang ist unklar, wann der mutmaßliche Angriff stattgefunden hat oder wie die Angreifer möglicherweise Zugriff auf die Systeme von Carhartt erlangten.

Kunden- und Mitarbeiterdaten könnten gefährdet sein

Sollte das mutmaßliche Datenleck bei Carhartt tatsächlich stattgefunden haben, könnten die betroffenen Informationen Risiken für Kunden und Mitarbeiter mit sich bringen.

ShinyHunters behauptet, dass das gestohlene Material personenbezogene Daten von Millionen von Kunden enthält. Die Gruppe gibt außerdem an, über Mitarbeiterinformationen und interne Unternehmensdaten zu verfügen.

Offengelegte personenbezogene Daten können für gezieltes Phishing, Identitätsdiebstahl und weitere Betrugsversuche genutzt werden. Kriminelle könnten Informationen wie Namen, Kontaktdaten und Kaufdaten verwenden, um überzeugende Betrugsnachrichten zu erstellen.

Kunden sollten bei unerwarteten E-Mails, SMS-Nachrichten oder Telefonanrufen vorsichtig sein, die angeblich von Carhartt stammen. Sie sollten keine Links öffnen oder persönliche Daten über unaufgeforderte Nachrichten weitergeben.

Carhartt verfügt über ein weltweites Vertriebsnetz

Carhartt ist ein privat geführtes Unternehmen für Arbeits- und Freizeitbekleidung mit Hauptsitz in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan. Das Unternehmen betreibt Einzelhandelsgeschäfte in den USA und ist über seine Marke Carhartt WIP auch international vertreten.

Carhartt beschäftigt weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte über eigene Geschäfte, Großhandelspartner und Onlinekanäle.

Bis Carhartt die Behauptungen bestätigt oder dementiert, bleibt das mutmaßliche Datenleck ein unbestätigter Bericht einer Erpressergruppe. Unternehmen, die mit ähnlichen Behauptungen konfrontiert werden, benötigen häufig Zeit, um die Echtheit gestohlener Daten zu prüfen, betroffene Systeme zu identifizieren und festzustellen, ob Kunden oder Mitarbeiter benachrichtigt werden müssen.


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