Der Ransomware-Angriff auf das University of Hawaii Cancer Center legte sensible personenbezogene Daten von nahezu 1,2 Millionen Menschen offen. Universitätsvertreter bestätigten, dass Angreifer Forschungsserver kompromittierten und auf historische Datensätze mit Sozialversicherungsnummern und weiteren Identifikationsmerkmalen zugriffen.

Der Vorfall begann im August 2025, doch das Zentrum veröffentlichte das vollständige Ausmaß erst Monate später, nachdem Ermittler eine forensische Analyse abgeschlossen hatten.

So verlief der Angriff

Angreifer drangen am 31. August 2025 in Server der epidemiologischen Abteilung des Krebszentrums ein. Sie verschlüsselten Systeme und exfiltrierten Forschungsdateien, bevor Sicherheitsteams den Einbruch bemerkten.

Cybersicherheitsexperten arbeiteten mit der Universität zusammen, um den Angriff einzudämmen und den Zugriff wiederherzustellen. Der Wiederherstellungsprozess erforderte mehrere Monate technischer Prüfung, um festzustellen, auf welche Dateien die Angreifer zugegriffen hatten.

Der Ransomware-Vorfall betraf Forschungsinfrastruktur und nicht klinische Behandlungssysteme.

Welche Daten betroffen waren

Die kompromittierten Dateien unterstützten vor allem langfristige epidemiologische Forschungsprogramme, darunter die 1993 gestartete Multiethnic Cohort Study.

Die offengelegten Informationen können enthalten:

  • Namen in Kombination mit Sozialversicherungsnummern
  • Historische Führerscheinnummern aus Hawaii
  • Ältere Wählerregistrierungsdaten
  • Weitere demografische Forschungsdaten

Die Datensätze enthalten Identifikatoren, die Forscher historisch zur Nachverfolgung und Rekrutierung von Studienteilnehmern nutzten. Medizinische Behandlungsakten oder Systeme zur direkten Patientenversorgung waren nicht betroffen.

Anzahl der betroffenen Personen

Die Universität benachrichtigte etwa 87.000 Personen, die direkt an der Multiethnic Cohort Study teilgenommen hatten. Historische Führerschein- und Wählerregistrierungsdaten in den Forschungsdateien erweiterten jedoch den Kreis der Betroffenen erheblich.

Ermittler schätzen, dass die Gesamtzahl potenziell betroffener Personen bei nahezu 1,2 Millionen liegt.

Reaktion der Universität

Das University of Hawaii Cancer Center meldete den Angriff den Strafverfolgungsbehörden und beauftragte externe Cybersicherheitsexperten. Die Verantwortlichen beschafften ein Entschlüsselungswerkzeug und begannen mit der Wiederherstellung der Systeme, während sie die kompromittierten Daten überprüften.

Die Universität bietet:

  • Zwölf Monate Kreditüberwachung
  • Schutz vor Identitätsdiebstahl
  • Spezielle Unterstützungsangebote

Vertreter erklärten, dass bislang kein bestätigter Missbrauch der gestohlenen Daten festgestellt wurde. Die Überwachung möglicher Folgen dauert jedoch an.

Auswirkungen auf den Betrieb

Der Ransomware-Angriff beeinträchtigte weder die Patientenversorgung noch klinische Studien oder Studentensysteme. Er betraf gezielt Forschungsserver innerhalb der epidemiologischen Abteilung.

Nach dem Vorfall verstärkte die Universität Netzwerküberwachung, Zugriffskontrollen und Datensegmentierung, um künftige Risiken zu reduzieren.

Was Betroffene tun sollten

Möglicherweise betroffene Personen sollten ihre Finanzkonten und Kreditauskünfte aufmerksam überwachen. Die Inanspruchnahme der angebotenen Kreditüberwachungsdienste bietet zusätzlichen Schutz.

Da Sozialversicherungsnummern zu den kompromittierten Daten gehörten, bleibt langfristige Wachsamkeit besonders wichtig.

Fazit

Der Ransomware-Angriff auf das University of Hawaii Cancer Center legte sensible Forschungsdaten offen, die mit nahezu 1,2 Millionen Personen verbunden sind. Angreifer nahmen die Forschungsinfrastruktur ins Visier und griffen auf historische Identifikationsdaten, darunter Sozialversicherungsnummern, zu. Obwohl klinische Systeme unberührt blieben, macht das Ausmaß der offengelegten personenbezogenen Daten diesen Vorfall zu einem der größten gemeldeten Ransomware-Fälle im Hochschulbereich in diesem Jahr.


0 Kommentare zu „Ransomware-Angriff auf das University of Hawaii Cancer Center betrifft 1,2 Millionen Personen“