Pwn2Own Berlin 2026 endete damit, dass Sicherheitsforscher Dutzende bislang unbekannte Schwachstellen in Unternehmenssoftware, Virtualisierungsplattformen, Betriebssystemen und KI-Technologien aufdeckten. Der Wettbewerb zahlte fast 1,3 Millionen Dollar an Teilnehmer aus, die erfolgreiche Angriffe auf vollständig gepatchte Systeme demonstrierten.
Die jährliche Hacking-Veranstaltung, organisiert von Trend Micros Zero Day Initiative, gehört weiterhin zu den wichtigsten Wettbewerben der Cybersicherheitsbranche im Bereich Schwachstellenforschung. Die diesjährige Ausgabe legte einen starken Fokus auf Unternehmensinfrastruktur und neue KI-bezogene Angriffsflächen.
Forscher erhielten fast 1,3 Millionen Dollar
Die Veranstalter bestätigten, dass die Teilnehmer insgesamt 1.298.250 Dollar während des Wettbewerbs erhielten. Die Forscher demonstrierten 47 einzigartige Zero-Day-Schwachstellen, die Produkte von Microsoft, VMware, Nvidia, Linux-Anbietern und mehreren Enterprise-Software-Unternehmen betrafen.
Devcore und StarLabs SG gehörten zu den erfolgreichsten Teams der Veranstaltung. Gemeinsam verdienten die Gruppen Hunderttausende Dollar durch erfolgreiche Exploit-Demonstrationen.
Eine der größten Auszahlungen ging an StarLabs SG, nachdem das Team eine Exploit-Kette gegen VMware ESXi demonstriert hatte, die Codeausführung zwischen verschiedenen Umgebungen ermöglichte. Der erfolgreiche Angriff brachte den Forschern 200.000 Dollar ein.
Mehrere andere Teams sicherten sich ebenfalls hohe Preisgelder, nachdem sie Unternehmensplattformen mithilfe bislang unbekannter Schwachstellen kompromittiert hatten.
Unternehmens- und KI-Technologien wurden zu Hauptzielen
Pwn2Own Berlin verlagerte den Fokus weiter auf unternehmensbezogene Technologien, anstatt sich hauptsächlich auf Verbrauchergeräte zu konzentrieren. Der diesjährige Wettbewerb umfasste Kategorien für KI-Systeme, lokale KI-Tools, Virtualisierungsplattformen, Enterprise-Betriebssysteme, Browser und Container-Umgebungen.
Die Forscher griffen erfolgreich Windows 11, VMware ESXi, Oracle VirtualBox, Docker Desktop, Mozilla Firefox und Red Hat Enterprise Linux während des Wettbewerbs an.
Die Veranstaltung verdeutlichte außerdem die wachsende Sorge der Branche um KI-Sicherheit. Die Organisatoren integrierten mehrere KI-bezogene Kategorien, während Unternehmen zunehmend maschinelles Lernen und KI-Infrastrukturen in ihre Umgebungen integrieren.
Sicherheitsforscher warnen davor, dass KI-bezogene Systeme neue Angriffsflächen schaffen könnten, die viele Organisationen noch immer nicht ausreichend absichern können.
VMware- und Microsoft-Systeme erhielten besondere Aufmerksamkeit
Virtualisierung und Unternehmensinfrastruktur gehörten zu den wertvollsten Zielen des Wettbewerbs. VMware ESXi erhielt besonders viel Aufmerksamkeit, da die Plattform weit verbreitet in Cloud- und Virtualisierungsumgebungen eingesetzt wird.
Microsoft-Technologien spielten ebenfalls häufig eine Rolle bei erfolgreichen Exploit-Demonstrationen. Forscher griffen Windows 11 und andere Unternehmensprodukte von Microsoft mithilfe komplexer Schwachstellenketten an.
Viele Angriffe kombinierten mehrere Sicherheitslücken gleichzeitig, darunter Privilegieneskalation, Speicherbeschädigung, Sandbox-Ausbrüche und Use-after-free-Schwachstellen.
Nach dem Wettbewerb erhielten die betroffenen Anbieter vollständige Informationen zu den Schwachstellen und haben nun 90 Tage Zeit, Sicherheitsupdates bereitzustellen, bevor die Forscher technische Details veröffentlichen.
Pwn2Own prägt weiterhin die Cybersicherheitsbranche
Seit dem Start im Jahr 2007 hat sich Pwn2Own zu einem der einflussreichsten Hacking-Wettbewerbe der Cybersicherheitsbranche entwickelt. Die Veranstaltung fördert verantwortungsvolle Schwachstellenmeldungen, indem sie Forscher dafür belohnt, Sicherheitsprobleme vertraulich an Hersteller weiterzugeben.
Der Wettbewerb zeigt außerdem, wie stark moderne Angriffsflächen weiter wachsen. Cloud-Infrastrukturen, Virtualisierungssysteme, KI-Plattformen und Kollaborationstechnologien schaffen deutlich komplexere Umgebungen, die Sicherheitsteams schützen müssen.
Viele Cybersicherheitsexperten betrachten Wettbewerbe wie Pwn2Own deshalb als wichtige Stresstests, die Unternehmen helfen, kritische Schwächen zu identifizieren, bevor Cyberkriminelle sie entdecken.
Fazit
Pwn2Own Berlin 2026 zeigte, wie schnell sich die Cybersicherheitsforschung rund um Unternehmensinfrastruktur und KI-Technologien weiterentwickelt. Die Forscher deckten 47 Zero-Day-Schwachstellen auf und verdienten fast 1,3 Millionen Dollar durch erfolgreiche Angriffe auf einige der weltweit am häufigsten genutzten Plattformen.
Während Unternehmen ihre Cloud-Infrastrukturen und KI-Systeme weiter ausbauen, werden Wettbewerbe wie Pwn2Own wahrscheinlich eine noch wichtigere Rolle dabei spielen, kritische Schwachstellen aufzudecken, bevor Angreifer sie ausnutzen können.


0 Kommentare zu „Pwn2Own Berlin zahlt fast 1,3 Millionen Dollar an Hacker aus“