Proton hat AI Paper Trail eingeführt, ein Tool, das Nutzern zeigen soll, welche Informationen KI-Chatbots aus ihrem Gesprächsverlauf ableiten können. Der Dienst analysiert exportierte Daten aus ChatGPT und Claude und erstellt einen Bericht über persönliche Informationen, die in früheren Unterhaltungen enthalten sein könnten.

Das Schweizer Datenschutzunternehmen erklärt, dass eine einzelne KI-Eingabe für sich genommen möglicherweise nur wenig preisgibt. Wochen oder Monate an Gesprächen können jedoch ein detailliertes Bild von den Gewohnheiten, Interessen, der Arbeit, den Beziehungen und den Sorgen eines Nutzers ergeben.

AI Paper Trail unterstützt derzeit Exporte aus OpenAIs ChatGPT und Anthropics Claude. Proton plant, künftig weitere KI-Plattformen zu unterstützen.

Tool erstellt Datenschutzprofil aus Chat-Exporten

Um AI Paper Trail zu verwenden, exportieren Nutzer ihre Gesprächsdaten aus ChatGPT oder Claude und laden die Datei in Protons Tool hoch.

Der Dienst analysiert anschließend die Inhalte und erstellt einen persönlichen Datenschutzbericht. Laut Proton zeigt der Bericht, was die KI-Plattform anhand der Gespräche möglicherweise über den Nutzer weiß.

Der Bericht enthält einen Privacy Type, der eine Person anhand ihres Umgangs mit Datenschutz kategorisiert. Nutzer erhalten außerdem einen AI Exposure Score, der die Anzahl der ermittelten Datenpunkte und den möglichen Informationsgehalt dieser Angaben widerspiegelt.

AI Paper Trail schätzt zudem den Dollarwert der persönlichen Daten eines Nutzers für eine KI-Plattform. Proton hat bisher nicht öffentlich erklärt, nach welcher genauen Methode das Unternehmen den Exposure Score oder den geschätzten Wert berechnet.

Chatverläufe können sensible Informationen offenlegen

Menschen nutzen KI-Chatbots häufig für weit mehr als einfache Fragen. Sie können berufliche E-Mails verfassen, gesundheitliche Probleme oder Beziehungsfragen besprechen, Dokumente hochladen, Reisen planen oder um Rat zu Themen bitten, nach denen sie nicht öffentlich suchen würden.

Im Laufe der Zeit können diese Interaktionen direkte Identifikationsmerkmale wie Namen, E-Mail-Adressen, Standorte und persönliche Lebensumstände offenlegen. Sie können außerdem Verhaltensinformationen preisgeben, darunter wie häufig eine Person KI-Tools verwendet, welche Aufgaben sie damit erledigt und welche Funktionen sie nutzt.

Hochgeladene Dokumente und Dateien können weitere private Informationen zur KI-Historie eines Nutzers hinzufügen. Proton zufolge soll AI Paper Trail dabei helfen, diese Datenschutzrisiken leichter verständlich zu machen.

Proton verspricht Löschung hochgeladener Daten

Proton erklärt, dass hochgeladene Exportdateien aus ChatGPT und Claude gelöscht werden, sobald die Analyse abgeschlossen ist. Das Unternehmen gibt außerdem an, die Dateien nicht auf seinen Servern zu speichern.

Das Tool ermöglicht es Nutzern, teilbare Berichte zu erstellen. Laut Proton können diese Berichte dabei helfen, Datenschutzrisiken im Zusammenhang mit KI mit Freunden, Familienmitgliedern und Kollegen zu diskutieren.

Nutzer sollten dennoch sorgfältig abwägen, bevor sie sensible Archive bei einem Drittanbieterdienst hochladen. Außerdem sollten sie prüfen, welche Informationen ihr KI-Export enthält, bevor sie ihn weitergeben.

Fazit

AI Paper Trail bietet Nutzern von ChatGPT und Claude eine praktische Möglichkeit zu sehen, wie ihr Gesprächsverlauf ein detailliertes persönliches Profil ergeben kann. Das Tool verdeutlicht, warum langfristige KI-Chatverläufe als sensible Daten behandelt werden sollten.


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