Ein britischer Softwareentwickler hat eine Parodie-Website ins Leben gerufen, um gegen das Online Safety Act zu protestieren. Die Seite use-their-id.com generiert gefälschte Führerscheine mit Namen und KI-generierten Porträts von britischen Parlamentsmitgliedern (MPs). Die Botschaft ist klar: Die Menschen sind wütend – und kreativ.

Die Website schlägt diese gefälschten Ausweise als Alternative dazu vor, echte Dokumente an Identitätsprüfungsdienste zu senden oder auf zweifelhafte VPNs zurückzugreifen. Auch wenn es sich um Satire handelt, ruft die Aktion ernsthafte Bedenken bei Datenschutzaktivisten und Juristen hervor.

Website verspottet Abgeordnete mit KI-Bildern

Der Entwickler, der sich Tim nennt, sagt, dass er die Seite erstellt hat, um auf die Absurdität des neuen Gesetzes hinzuweisen. Gibt man eine britische Postleitzahl ein, erzeugt die Seite einen gefälschten MP-Ausweis mit zufällig generierten Daten und einem generischen Bild.

Trotz ihres realistischen Aussehens fehlen diesen Ausweisen entscheidende Sicherheitsmerkmale wie Hologramme oder Mikroschrift. Einige zeigen sogar veraltete Symbole wie die EU-Flagge mit Großbritannien als Mitglied.

Tim betont, dass es sich lediglich um einen Scherz handelt:
„Ich bin kein Anwalt, aber das ist eine Parodie-Seite“, erklärt er. „Sie sollte nicht für irgendetwas Echtes verwendet werden.“

Virale Unterstützung und rechtliche Warnungen

Die Protestaktion hat online große Aufmerksamkeit erhalten. Der Beitrag auf Hacker News erhielt über 650 Upvotes und fast 200 Kommentare. Viele loben die Kreativität – ein Nutzer schrieb:
„Die Dummheit des Gesetzes gegen sich selbst verwenden – genial.“

Doch nicht alle finden das lustig. Sicherheitsexperten warnen, dass das Einreichen gefälschter Ausweise – auch zum Spaß – zu Straftaten wie Identitätsdiebstahl oder Betrug führen kann.
Aras Nazarovas von Cybernews betont:
„Man sollte niemals gefälschte Dokumente einreichen. Das ist eine ernste Straftat.“

Protest oder Straftat? Experten sind uneins

Auch wenn die meisten Experten davon ausgehen, dass Websites diese Fake-IDs nicht akzeptieren werden, bewegt sich das Erstellen und Teilen solcher Ausweise rechtlich in einer Grauzone. Sollten Seiten sie doch akzeptieren, würde das auf gravierende Sicherheitslücken im Altersverifizierungssystem hinweisen.

Zudem könnten Abgeordnete rechtliche Schritte einleiten, wenn ihre Namen oder Bilder missbraucht werden.

Protest mit tieferer Botschaft

Tim argumentiert, dass das Online Safety Act schädlich und zu weitreichend sei. Seine Parodie-Seite behauptet, dass das Gesetz bereits zur Sperrung von LGBTQ+-Inhalten, Sexualaufklärung und kriegskritischem Material geführt habe. Für viele geht es also nicht nur um Erwachsenen-Inhalte – sondern um digitale Freiheit.

Seit dem 25. Juli 2025 sind britische Erwachsenen-Websites verpflichtet, das Alter ihrer Nutzer über offizielle Methoden wie Ausweis- oder Kreditkartenprüfung zu verifizieren. Das hat zu einem sprunghaften Anstieg der VPN-Nutzung geführt – und zu kreativen Protesten wie dem von Tim.

Fazit

Der Protest gegen das Online Safety Act hat mit dem Launch eines Fake-ID-Generators für britische Abgeordnete eine bizarre und virale Wendung genommen. Auch wenn es sich klar um Satire handelt, warnen Rechtsexperten davor, die Grenze zum Strafbaren zu überschreiten. Während sich die Gesetze im Vereinigten Königreich weiter verschärfen, beginnt der eigentliche Kampf um Datenschutz, Zensur und digitale Freiheiten erst jetzt.


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