Die erste Hälfte des Jahres 2025 verzeichnet einen dramatischen Anstieg beim Diebstahl von Passwörtern. Cyberkriminelle greifen vermehrt auf Infostealer und Ransomware zurück, um in Systeme einzudringen, Identitäten zu stehlen und sensible Daten zu exfiltrieren. Laut dem Global Threat Report von Flashpoint sind gestohlene Zugangsdaten inzwischen das wichtigste Werkzeug für groß angelegte Angriffe.

Zentrale Ergebnisse des Berichts:

  • 800 % Anstieg beim Diebstahl von Zugangsdaten durch Infostealer
  • 179 % Zunahme von Ransomware-Angriffen
  • 246 % mehr öffentlich gemeldete Schwachstellen
  • 235 % Anstieg bei Datenlecks – die USA sind am stärksten betroffen
  • 78 % der Sicherheitsverletzungen betrafen unbefugten Zugriff

Diese Zahlen zeigen deutlich: Bedrohungsakteure setzen mittlerweile auf Passwortdiebstahl, statt auf Brute-Force-Angriffe oder Zero-Day-Exploits.


Infostealer treiben identitätsbasierte Angriffe voran

Infostealer sind inzwischen die bevorzugte Waffe von Cyberkriminellen. Diese günstigen, aber hochwirksamen Tools erfassen alles – von gespeicherten Browser-Passwörtern und Cookies bis hin zu Krypto-Wallets und Autofill-Daten. Laut Flashpoint gehören Lumma, RedLine, StealC und Acreed zu den aktivsten Infostealern im Jahr 2025.

Für gerade einmal 60 US-Dollar auf Darknet-Foren erhältlich, dienen Infostealer oft als erste Infektionsstufe. Ein einziges kompromittiertes Gerät kann zu durchgesickerten E-Mail-Konten, gestohlenen Unternehmensdaten und vollständig übernommenen Sitzungen führen.

Flashpoint warnt: Identität ist zur neuen Angriffsfläche geworden – Angreifer nutzen gestohlene Logins für laterale Bewegungen durch Lieferketten.


Ransomware und Datenlecks durch kompromittierte Zugangsdaten

Ransomware bleibt eine zentrale Bedrohung. Die Angriffe stiegen um 179 %, viele davon begannen mit Infostealer-Aktivitäten. Haben die Angreifer einmal Zugang, können sie Ransomware direkt einsetzen oder den Zugang an RaaS-Gruppen (Ransomware-as-a-Service) wie Cl0p verkaufen.

Gleichzeitig haben sich die Datenlecks um 235 % erhöht. Vor allem Leaks von personenbezogenen Daten (PII) und Kontenübernahmen prägen das aktuelle Bedrohungsbild. Flashpoint berichtet, dass allein die USA für 66 % aller globalen Datenlecks verantwortlich sind.

Die Mehrheit dieser Vorfälle geht auf unbefugten Zugriff zurück – nicht auf hochkomplexe Zero-Day-Exploits. Das unterstreicht die zentrale Bedeutung von Passwort- und Identitätsschutz im Jahr 2025.


Fazit

Der sprunghafte Anstieg beim Passwortdiebstahl zeigt: Die digitale Identität steht heute im Zentrum der Cybersicherheit. Mit einem Anstieg von 800 % haben sich Infostealer zur primären Eintrittsmethode für Angriffe aller Art entwickelt – von Ransomware bis zu Angriffen auf Lieferketten. Experten fordern Unternehmen auf, proaktive Bedrohungsanalysen und strengere Identitätskontrollen umzusetzen – denn im Jahr 2025 kann ein einziges gestohlenes Passwort zu einem flächendeckenden Sicherheitsvorfall führen.


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