Beim Ostium-Kryptodiebstahl entwendeten Angreifer 23,75 Millionen US-Dollar aus dem Liquiditätstresor der Plattform, nachdem sie die Off-Chain-Infrastruktur zur Bereitstellung von Preisdaten kompromittiert hatten.
Nach Angaben von Ostium übermittelten die Angreifer manipulierte Preisberichte, die legitim wirkten. Anschließend eröffneten und schlossen sie innerhalb kurzer Zeit große Handelspositionen zu manipulierten Preisen. Dadurch erzielten sie künstliche Gewinne und leerten den Liquiditätstresor.
Die Plattform erklärte, dass die Sicherheiten der Trader in einem separaten Smart Contract gespeichert wurden und daher nicht betroffen waren. Bestehende Positionen bleiben ebenfalls geöffnet, obwohl der Handel weiterhin ausgesetzt ist.
Angreifer manipulierten Off-Chain-Preisfeeds
Ostium ist eine dezentrale Handelsplattform auf Basis von Arbitrum. Sie ermöglicht es Nutzern, direkt aus einer Kryptowallet auf die Kursentwicklung von Kryptowährungen und traditionellen Vermögenswerten zu handeln.
Das Protokoll nutzt externe Preisfeeds zur Bereitstellung von Marktdaten, während Transaktionen in USDC abgewickelt werden.
Der Ostium-Kryptodiebstahl beruhte nicht auf einer direkten Kompromittierung des Smart Contracts für die Sicherheiten der Trader. Stattdessen griffen die Angreifer die Off-Chain-Systeme an, die das Protokoll mit Preisdaten versorgen.
Durch manipulierte Preisberichte konnten sie ihre Geschäfte als profitabel erscheinen lassen und anschließend Gelder aus dem Liquiditätstresor abziehen.
Ostium machte den Sicherheitsvorfall erstmals am 16. Juli öffentlich und setzte den Handel auf der gesamten Plattform aus. Das Unternehmen erklärte zudem, die zuständigen Behörden informiert zu haben und die gestohlenen Vermögenswerte nachzuverfolgen.
Gestohlene USDC wurden in Ethereum umgewandelt
Das Blockchain-Sicherheitsunternehmen PeckShieldAlert berichtete, dass der Angreifer die gestohlenen USDC in rund 12.080 Ethereum umtauschte.
Nach Angaben des Unternehmens wurden anschließend etwa 10.540 Ethereum bei Tornado Cash eingezahlt, einem Kryptowährungs-Mixer, der häufig genutzt wird, um die Herkunft und Bewegung digitaler Vermögenswerte zu verschleiern.
Ostium hat bislang keine weiteren technischen Details zur kompromittierten Off-Chain-Infrastruktur veröffentlicht. Das Unternehmen erklärte jedoch, daran zu arbeiten, die betroffenen Systeme abzusichern und die nächsten Schritte für die Liquiditätsanbieter festzulegen.
Sicherheiten der Trader blieben unberührt
Die Plattform betonte, dass die von Tradern für gehebelte Positionen hinterlegten Sicherheiten getrennt vom Liquiditätstresor gespeichert wurden.
Aus diesem Grund waren die Sicherheiten der Trader vom Ostium-Kryptodiebstahl nicht betroffen. Weder Long- noch Short-Positionen wurden automatisch geschlossen oder liquidiert.
Die Positionen bleiben jedoch eingefroren, da Ostium den gesamten Handel innerhalb von 60 Minuten nach der ersten Ausnutzung der Schwachstelle stoppte.
Handel auf Ostium bleibt ausgesetzt
Fünf Tage nach dem Vorfall ist der Handel auf Ostium weiterhin ausgesetzt.
Das Unternehmen kündigte an, die Nutzer mindestens 24 Stunden vor der Wiederaufnahme des Handels zu informieren. Sobald die Plattform wieder geöffnet wird, werden alle bestehenden Positionen zum dann aktuellen Marktpreis bewertet.
Derzeit konzentriert sich Ostium darauf, seine Preisinfrastruktur abzusichern und einen Wiederherstellungsplan für die betroffenen Liquiditätsanbieter auszuarbeiten.


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