Das OpenMandriva-Linux-Projekt gibt an, nach einem Streit zwischen Mitwirkenden Ziel eines mutmaßlichen internen Sabotageversuchs geworden zu sein.
Der angebliche Sabotageversuch umfasste gelöschte GitHub-Repositories und Änderungen an Entwicklungspaketen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen hätten diese Maßnahmen die Systeme der Nutzer beeinträchtigen können.
Das Team stellt die betroffenen Ressourcen derzeit wieder her. Gleichzeitig überprüft es die gesamte Infrastruktur auf weitere unbefugte Änderungen.
Sabotagevorwürfe Folgten Auf Internen Streit
OpenMandriva ist eine unabhängige Linux-Distribution, die von der Community entwickelt wird. Das Projekt entstand 2012 als Abspaltung von Mandriva Linux.
Die Distribution erstellt den Großteil ihrer Komponenten mit der LLVM/Clang-Toolchain. Die meisten anderen Linux-Distributionen verwenden stattdessen GCC.
Der langjährige Entwickler und Maintainer AngryPenguin schilderte den Vorfall in einem Beitrag im Projektforum.
Dem Beitrag zufolge begann der Konflikt mit beleidigendem Verhalten gegenüber mehreren Nutzern und Projektmitgliedern. Daraufhin verließen mehrere Personen das Projekt.
Das Team behauptet, dass Davide Beatrici später Teile eines Repositories löschte, das die Entwickler fast zehn Jahre lang gepflegt hatten.
Beatrici ist Hauptentwickler der Sprachchat-Anwendung Mumble. Das Projekt beschreibt ihn außerdem als Freund des Mitwirkenden, der in den früheren Streit verwickelt war.
Administratorrechte Ermöglichten Die Änderungen
Nach Angaben von OpenMandriva verfügte Beatrici weiterhin über Administratorrechte.
Er hatte das Projekt zuvor bei der Migration und Spiegelung der Repositories auf eine private OneDev-Instanz unterstützt. Dadurch behielt er Zugriff auf wichtige Entwicklungsressourcen.
Das Projekt erklärt, dass Beatrici Repositories löschte und ein leeres Paket im Entwicklungszweig Cooker veröffentlichte.
Dieses Paket markierte die Pakete für die Desktop-Umgebungen GNOME und COSMIC als veraltet. OpenMandriva ist der Ansicht, dass diese Änderung betroffene Entwicklungssysteme hätte beschädigen können.
Das Projekt stellt die gelöschten Repositories und Pakete inzwischen wieder her. Zusätzlich führt das Team eine umfassende Überprüfung der Infrastruktur durch.
Beatrici Weist Die Sabotagevorwürfe Zurück
Beatrici weist die Vorwürfe entschieden zurück.
In einer Stellungnahme gegenüber The Lunduke Journal erklärte er, dass er OpenMandriva oder dessen Nutzer niemals habe schädigen wollen.
Er bestätigte, die GNOME– und COSMIC-Repositories auf GitHub gelöscht zu haben. Außerdem entfernte er die zugehörigen Cooker-Pakete.
Zusätzlich veröffentlichte er ein Paket, das diese Pakete als veraltet kennzeichnete.
Gleichzeitig betonte Beatrici, dass sein Ziel nicht darin bestanden habe, der Distribution zu schaden. Stattdessen führte er seine Handlungen auf Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Ausrichtung des Projekts zurück.
Streit Drehte Sich Um Desktop-Umgebungen
Beatrici erklärte, dass einige Projektmitglieder den Schwerpunkt von OpenMandriva auf KDE und LXQt ablehnten.
Außerdem warf er anderen Mitwirkenden vor, die Sicherheit zu vernachlässigen und eine unübersichtliche Git-Historie zu hinterlassen.
Nach Aussage von Beatrici entfernten Projektmitglieder die Datei .onedev-buildspec.yml aus mehreren Repositories, ohne ihn vorher darüber zu informieren oder seine Zustimmung einzuholen.
OpenMandriva bewertet den Vorfall hingegen anders. Das Projekt betrachtet die Maßnahmen als unbefugten und destruktiven Eingriff.
OpenMandriva Verzichtet Auf Rechtliche Schritte
OpenMandriva erklärt, dass die mutmaßlichen Handlungen einen Straftatbestand erfüllen könnten. Dennoch will das Projekt keine rechtlichen Schritte gegen den ehemaligen Mitwirkenden einleiten.
Stattdessen konzentriert sich das Team darauf, die betroffene Infrastruktur wiederherzustellen und mögliche weitere Schäden zu untersuchen.
Der Vorfall zeigt außerdem, welche Risiken entstehen können, wenn ehemalige Mitwirkende weiterhin Administratorrechte für die wichtigsten Systeme eines Projekts besitzen.


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