Nordkoreanische Bank-Hacker sind Berichten zufolge festgenommen worden, nachdem sie angeblich zwei staatliche Banken kompromittiert und gestohlene Gelder über Kryptowährungen gewaschen hatten.
Laut Daily NK handelte es sich bei den Verdächtigen um ehemalige Cyber-Operateure mit Verbindungen zum militärischen Geheimdienst Nordkoreas. Sie sollen sich Zugang zu den Netzwerken der Banken verschafft, die gestohlenen Gelder auf zahlreiche kleinere Überweisungen verteilt und chinesische Vermittler genutzt haben, um Kryptowährungen in Bargeld umzuwandeln.
Die Angaben konnten bislang nicht unabhängig bestätigt werden.
Ehemalige Cyber-Operateure sollen staatliche Banken gehackt haben
Die Gruppe soll die Central Bank of Korea und die Foreign Trade Bank ins Visier genommen haben.
Die Central Bank of Korea ist für die Ausgabe der Landeswährung sowie die Verwaltung staatlicher Finanzmittel verantwortlich. Die Foreign Trade Bank wickelt hingegen Fremdwährungsgeschäfte und internationale Zahlungsabwicklungen ab.
Laut Daily NK drangen die Verdächtigen in die internen Computernetzwerke und Zahlungssysteme beider Banken ein. Nach dem Eindringen sollen sie die gestohlenen Gelder über zahlreiche kleine Transaktionen verschoben haben, um die Aktivitäten schwerer nachvollziehbar zu machen.
Kryptowährungen dienten zur Verschleierung der gestohlenen Gelder
Nach den mutmaßlichen Bankeinbrüchen sollen die nordkoreanischen Bank-Hacker die gestohlenen Gelder in Kryptowährungen umgewandelt haben.
Anschließend soll die Gruppe mit chinesischen Vermittlern zusammengearbeitet haben, die die digitalen Vermögenswerte in US-Dollar und chinesische Yuan tauschten. Lokale Helfer in Grenzregionen, darunter Sinuiju in der Provinz Nord-Pyongan und Hyesan in der Provinz Ryanggang, sollen das Bargeld anschließend entgegengenommen haben.
Das Geld soll danach über die Grenze geschmuggelt worden sein.
Dem Bericht zufolge nutzten die Verdächtigen spezielle chinesische Funktechnik sowie verschlüsselte Messenger-Dienste, um einer Überwachung durch die nordkoreanischen Behörden zu entgehen.
Ermittlungen sollen Datenverkehr zu einem Versteck in Pjöngjang zurückverfolgt haben
Die Verdächtigen sollen früher einer Cyber-Einheit des General Reconnaissance and Intelligence Bureau angehört haben. Die Organisation ist Nordkoreas wichtigste militärische Geheimdienstbehörde und war früher unter dem Namen Reconnaissance General Bureau bekannt.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst sollen die mutmaßlichen Täter junge IT-Spezialisten von staatlichen Universitäten angeworben haben. Gemeinsam sollen sie ein Netzwerk für den Handel mit Kryptowährungen aufgebaut haben, das außerhalb der staatlichen Aufsicht operierte.
Die Behörden sollen Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung sowie verdächtige Zugriffe von ausländischen IP-Adressen festgestellt haben. Eine interne Untersuchung habe den verschlüsselten Kryptowährungsverkehr schließlich zu einem Haus im Zentrum von Pjöngjang zurückverfolgt.
Behörden sollen Computer und Burner Phones beschlagnahmt haben
Nordkoreanische Behörden sollen das Gebäude am 12. Juli durchsucht haben.
Daily NK berichtet, dass Ermittler Computer, Burner Phones und weitere Geräte beschlagnahmten, die mit der mutmaßlichen Operation in Verbindung standen. Der Quelle zufolge wurde die Gruppe vom State Intelligence Bureau, früher als Ministry of State Security bekannt, zerschlagen.
Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre der Fall ungewöhnlich, da Nordkorea damit gegen ehemalige staatsnahe Cyber-Operateure vorgegangen wäre, denen vorgeworfen wird, die eigenen Finanzinstitute des Landes angegriffen zu haben.


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