Der Crimenetwork-Marktplatz wurde erneut abgeschaltet, nachdem deutsche Behörden eine neu gestartete Version der Cybercrime-Plattform zerschlagen und den mutmaßlichen Administrator in Spanien festgenommen hatten.
Ermittler erklärten, dass der Betreiber den Marktplatz kurz nach der Beschlagnahmung der ursprünglichen Plattform im Jahr 2024 wieder aufgebaut habe. Die neue Version soll schnell Tausende Nutzer und Verkäufer angezogen haben, die an cyberkriminellen Aktivitäten beteiligt waren, bevor die Behörden erneut eingriffen.
Polizei nahm den mutmaßlichen Administrator fest
Deutsche Behörden bestätigten, dass ein 35-jähriger Verdächtiger auf Mallorca in Spanien aufgrund eines europäischen Haftbefehls im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den Crimenetwork-Marktplatz festgenommen wurde.
Die spanische Polizei führte die Festnahme Berichten zufolge gemeinsam mit deutschen Ermittlern durch. Die Behörden gehen davon aus, dass der Verdächtige die Plattform nur wenige Tage nach der Abschaltung des ursprünglichen Marktplatzes im Dezember 2024 wieder aufgebaut hat.
Ermittler erklärten, dass die neue Version eine neue Infrastruktur nutzte, während Branding und Struktur des kriminellen Marktplatzes weitgehend erhalten blieben.
Die Plattform soll innerhalb kurzer Zeit mehr als 22.000 registrierte Nutzer und über 100 Verkäufer angezogen haben. Ermittler behaupteten außerdem, dass die Operation rund 3,6 Millionen Euro durch illegale Aktivitäten generiert habe.
Die Polizei beschlagnahmte während der Operation zudem rund 194.000 Euro an mutmaßlichen kriminellen Vermögenswerten.
Der Crimenetwork-Marktplatz war jahrelang aktiv
Der ursprüngliche Crimenetwork-Marktplatz soll seit 2012 betrieben worden sein und entwickelte sich zu einem der größten deutschsprachigen Cybercrime-Marktplätze im Internet.
Behörden schätzten zuvor, dass die ursprüngliche Plattform rund 100.000 registrierte Nutzer hatte, bevor die Strafverfolgungsbehörden sie zerschlugen.
Ermittler erklärten, dass der Marktplatz den Verkauf folgender Inhalte und Dienste ermöglichte:
- Gestohlene Daten
- Betrugsdienste
- Malware-Tools
- Illegale digitale Dienste
- Betäubungsmittel
- Infrastruktur für Cyberkriminalität
Deutsche Staatsanwälte hatten bereits während der früheren Abschaltung einen der ursprünglichen Administratoren festgenommen.
Berichte erklärten außerdem, dass der Betreiber des ursprünglichen Crimenetwork-Marktplatzes im Jahr 2026 wegen organisierter Cyberkriminalität und illegaler Gewinne zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.
Darknet-Plattformen kehren schnell zurück
Der Neustart des Crimenetwork-Marktplatzes spiegelt einen breiteren Trend innerhalb des Cybercrime-Ökosystems wider. Ermittler warnten wiederholt davor, dass Darknet-Marktplätze nach Beschlagnahmungen und Festnahmen oft schnell zurückkehren.
Cyberkriminelle Gruppen wechseln nach Polizeieinsätzen regelmäßig auf neue Server, Domains und Infrastrukturen. Viele Betreiber versuchen gleichzeitig, das Vertrauen der Nutzer zu erhalten, indem sie Plattformen unter bekannten Namen neu starten.
Behörden in ganz Europa bauen ihre Zusammenarbeit gegen Cybercrime-Netzwerke aus, die verschlüsselte Kommunikation, Kryptowährungen und Darknet-Dienste nutzen.
Deutsche Beamte betonten außerdem, dass internationale Koordination eine wichtige Rolle bei der Zerschlagung des neu gestarteten Marktplatzes spielte.
Ermittler beschlagnahmten Nutzerdaten
Die Behörden bestätigten, dass Ermittler während der Beschlagnahmung des Crimenetwork-Marktplatzes Nutzer- und Transaktionsdaten gesammelt haben.
Die Polizei will die Informationen nutzen, um Verkäufer, Kunden und weitere mit der Plattform verbundene Personen zu identifizieren.
Dem festgenommenen Verdächtigen drohen Berichten zufolge Anklagen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und Drogenhandel nach deutschem Recht. Staatsanwälte warnten, dass die Vorwürfe im Falle einer Verurteilung zu langen Haftstrafen führen könnten.
Die deutsche Polizei betonte außerdem, dass Cybercrime-Marktplätze weiterhin ein zentrales Ziel internationaler Ermittlungen bleiben.
Fazit
Der Crimenetwork-Marktplatz wurde erneut abgeschaltet, nachdem deutsche und spanische Behörden den mutmaßlichen Betreiber der neu gestarteten Cybercrime-Plattform festgenommen hatten.
Ermittler erklärten, dass die Plattform trotz der Abschaltung im Jahr 2024 erneut Tausende Nutzer gewinnen und Millionen Euro generieren konnte. Der Fall zeigt außerdem, wie schnell Cybercrime-Plattformen versuchen, nach Eingriffen der Strafverfolgungsbehörden zurückzukehren.


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