Der offizielle Einstieg von Netflix in die Welt der generativen KI ist da. Zum ersten Mal nutzte der Streamingriese generative KI, um eine Szene in einer seiner Eigenproduktionen zu erstellen – The Eternaut, eine spanischsprachige Sci-Fi-Serie über Überlebende eines tödlichen, giftigen Schneefalls.
Netflix-Co-CEO Ted Sarandos bestätigte die KI-unterstützten visuellen Effekte während einer Quartalsbilanz am Donnerstag. Er betonte, dass generative KI nicht nur Kosten senken, sondern auch das Geschichtenerzählen aufwerten soll.
„KI bietet eine unglaubliche Chance, Filmemachern zu helfen, Filme und Serien besser – nicht nur billiger – zu machen“, so Sarandos.
KI-gesteuerte VFX: Schneller und günstiger
Die betreffende Szene zeigte den Einsturz eines Gebäudes in Buenos Aires, der laut Sarandos vollständig durch KI generiert wurde. Der Effekt sei zehnmal schneller fertiggestellt worden als mit herkömmlichen visuellen Effekten – und zu einem Bruchteil der Kosten.
„Die Kosten wären für eine Produktion mit diesem Budget sonst nicht tragbar gewesen“, ergänzte er.
Es ist das erste Mal, dass KI-generiertes Filmmaterial als finale Szene in einer Netflix-Produktion erscheint – ein bemerkenswerter Meilenstein für die Zukunft der Plattform.
Netflix: KI ersetzt keine Kreativen
Trotz Bedenken, dass KI Millionen von Jobs in der Unterhaltungsbranche kosten könnte, stellte Sarandos klar, dass KI als Werkzeug zur Unterstützung gedacht sei – nicht zur Ersetzung.
„Das sind echte Menschen, die mit besseren Werkzeugen echte Arbeit leisten“, erklärte er. „Diese Tools helfen Kreativen dabei, die Möglichkeiten des Geschichtenerzählens auf dem Bildschirm zu erweitern – und das ist unglaublich spannend.“
Netflix nutzt KI bereits in Bereichen wie Vorvisualisierung, Shot-Planung und VFX-Optimierung – doch The Eternaut ist die erste Produktion, in der KI-generierte Bilder im finalen Schnitt zu sehen sind.
Branchenwandel und Reaktion der Academy
Die Filmindustrie zeigt sich gegenüber KI-Innovationen vorsichtig aufgeschlossen. Einige Hollywood-Studios fordern YouTube sogar auf, Werbeeinnahmen aus KI-generierten Trailer-Videos ihren offiziellen Kanälen zuzuweisen – statt diese löschen zu lassen.
Die Academy Awards haben unterdessen klargestellt: Die Nutzung von KI-generierten Inhalten beeinflusst die Oscar-Würdigkeit nicht. Laut den Regeln für die 98. Oscars im Jahr 2026 wirkt sich der Einsatz von KI weder positiv noch negativ auf Nominierungen aus.
Fazit
Netflix’ generativer KI-Einstieg ist mehr als nur eine kostensparende Maßnahme – er signalisiert den Beginn eines neuen kreativen Workflows. Während Debatten über Arbeitsplätze, Ethik und Originalität weitergehen, könnte Netflix’ Experiment mit The Eternaut zum Vorbild für budgetfreundliche, visuell ambitionierte Produktionen der Streaming-Ära werden. Ob gefeiert oder kritisiert – generative KI schreibt das Drehbuch bereits um.


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