Die Mount Royal University hat bestätigt, dass Hacker bei einem Cyberangriff im Juni sensible Daten gestohlen haben. Die Angreifer löschten außerdem Dateien aus den Speichersystemen der Universität. Der Angriff störte zahlreiche Dienste auf dem Campus und löste umfangreiche Wiederherstellungsmaßnahmen aus.
Die Mount Royal University-Datenpanne betraf Speicherbereiche, die von Studierenden und Beschäftigten genutzt werden. Die Ermittler arbeiten weiterhin daran, den genauen Umfang der offengelegten Informationen zu bestimmen.
Cyberangriff störte die Systeme der Universität
Die Mount Royal University (MRU), eine öffentliche Universität in Calgary, teilte mit, dass Angreifer am 17. Juni in das Netzwerk eingedrungen sind.
Der Angriff beeinträchtigte mehrere Dienste auf dem Campus, darunter:
- Onlinedienste
- Internetzugang
- Interne Universitätssysteme
Die Universität leitete umgehend eine Untersuchung ein. Zusätzlich zog sie externe Cybersicherheitsexperten hinzu, um die Wiederherstellung der betroffenen Systeme zu unterstützen.
Hacker stahlen Daten vom H-Laufwerk
Die Ermittler bestätigten, dass die Angreifer auf das H-Laufwerk der Universität zugriffen. Studierende und Beschäftigte nutzen diesen gemeinsamen Speicherbereich zum Ablegen von Dateien.
Die Hacker kopierten Daten und löschten anschließend die Originaldateien. Nach Einschätzung der Ermittler sollte die Löschung die Wiederherstellung der Systeme erschweren.
Nach Angaben der MRU enthielten die betroffenen Ordner Informationen über:
- Aktuelle Studierende
- Ehemalige Studierende
- Aktuelle Beschäftigte
- Ehemalige Beschäftigte
- Weitere mit der Universität verbundene Personen
Die Universität erklärt, dass die Angreifer einen großen Teil der betroffenen Daten gelöscht haben. Deshalb benötigen die Ermittler mehr Zeit, um genau festzustellen, welche Informationen bei jeder einzelnen Person offengelegt wurden.
Auch Abteilungsdaten wurden gelöscht
Die Angreifer löschten außerdem Daten vom J-Laufwerk der Universität.
Auf dem J-Laufwerk befanden sich Abteilungsdaten und keine persönlichen Speicherbereiche.
Bislang fanden die Ermittler keine Hinweise darauf, dass die Angreifer Daten vom J-Laufwerk kopierten, bevor sie sie löschten.
Die Wiederherstellungsarbeiten dauern an. Die Universität weist jedoch darauf hin, dass sich möglicherweise nicht alle gelöschten Dateien wiederherstellen lassen.
Universität setzt Untersuchung fort
Die Mount Royal University-Datenpanne wurde der Datenschutz- und Informationsbeauftragten der Provinz Alberta sowie den Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Die Ermittler prüfen die gestohlenen Dateien weiterhin.
Die Universität wird betroffene Personen direkt informieren, sobald eindeutig feststeht, welche Daten offengelegt wurden.
Da die Angreifer Teile der Speicherumgebung gelöscht haben, gestaltet sich die Untersuchung langsam und technisch anspruchsvoll.
CMD Organization bekennt sich zu dem Angriff
Die Ransomware-Gruppe CMD Organization hat die Verantwortung für den Angriff übernommen.
Die Gruppe veröffentlichte Beispiele angeblich gestohlener Universitätsdokumente. Die Dateien sollen unter anderem Passkopien und weitere sensible Unterlagen enthalten.
Berichten zufolge forderten die Angreifer 30 Bitcoin im Wert von rund 1,9 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig setzten sie der Universität eine Frist von sechs Tagen, bevor sie mit der Veröffentlichung der restlichen Daten drohten.
CMD Organization betreibt Berichten zufolge sowohl eine Leak-Seite im offenen Internet als auch eine im Darknet. Dort bietet die Gruppe gestohlene Daten exklusiv dem Höchstbietenden an.
Derzeit führt die Gruppe Dutzende Organisationen auf ihrem Erpressungsportal auf.
Wiederherstellung kann mehrere Monate dauern
Die Mount Royal University erklärt, dass die Wiederherstellung der betroffenen Systeme mehrere Wochen oder sogar Monate dauern könnte.
Die Universität will weitere Informationen veröffentlichen, sobald die Ermittlungen fortschreiten.
Außerdem bietet die MRU allen aktuellen Beschäftigten sowie allen Personen, die innerhalb der vergangenen fünf Jahre an der Universität beschäftigt waren, zwei Jahre lang Bonitätsüberwachung und Schutz vor Identitätsdiebstahl an.
Die Mount Royal University-Datenpanne zeigt, dass Ransomware-Angriffe weiterhin eine erhebliche Gefahr für Hochschulen darstellen. Universitäten speichern große Mengen sensibler personenbezogener Daten und bleiben deshalb attraktive Ziele für Cyberkriminelle.


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