Das Datenleck bei MCBS betrifft 1.261.464 Menschen, wie aus einer neuen Meldung an das US-Gesundheitsministerium hervorgeht.

Medical Computer Business Services (MCBS) machte den Sicherheitsvorfall Ende Juni öffentlich. Das auf medizinische Abrechnung spezialisierte Unternehmen erklärte, dass Angreifer im September 2025 mehrere Tage lang Zugriff auf sein Netzwerk hatten.

MCBS untersuchte den Vorfall anschließend und schloss seine Überprüfung am 28. Mai 2026 ab. Dabei stellte das Unternehmen fest, dass sensible persönliche, medizinische und versicherungsbezogene Informationen offengelegt worden sein könnten.

Angreifer hatten im September 2025 Zugriff auf MCBS-Systeme

MCBS zufolge hatten unbefugte Akteure zwischen dem 22. und 26. September 2025 Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk.

Das Unternehmen bietet Gesundheitsorganisationen Dienstleistungen in den Bereichen Abrechnung, Kodierung, Forderungsmanagement, Finanzen und Verwaltung an. MCBS hat seinen Sitz in Augusta im US-Bundesstaat Georgia und verarbeitet Patientendaten im Auftrag von Gesundheitsdienstleistern.

Das Datenleck bei MCBS kann daher Patienten betreffen, die medizinische Leistungen von einem Gesundheitsdienstleister erhalten haben, der die Dienste des Unternehmens nutzt.

MCBS nannte in seiner Mitteilung sieben betroffene Gesundheitsorganisationen. Dazu gehören South Georgia Radiology Consultants, SkinPath Solutions sowie Stephen W. Brown and Radiology Associates.

Sensible Gesundheits- und Identitätsdaten könnten offengelegt worden sein

Welche Informationen bei dem Datenleck offengelegt wurden, unterscheidet sich je nach betroffener Person. Laut MCBS können die betroffenen Datensätze jedoch folgende Informationen enthalten:

  • Vollständige Namen und Anschriften
  • Sozialversicherungsnummern und Geburtsdaten
  • Nummern von Krankenversicherungsplänen und Versicherungspolicen
  • Teilnehmer-Identifikationsnummern
  • Krankengeschichten und Behandlungsinformationen
  • Angaben zum psychischen und körperlichen Gesundheitszustand
  • Diagnoseinformationen

Die Kombination aus Identitäts-, Versicherungs- und Gesundheitsdaten stellt für die Betroffenen ein erhebliches Risiko dar. Kriminelle könnten diese Informationen für Identitätsdiebstahl, Versicherungsbetrug und gezielte Phishing-Angriffe nutzen.

PEAR-Ransomware-Gruppe bekennt sich zu dem Angriff

Die Ransomware-Gruppe PEAR, auch bekannt als Pure Extraction and Ransom, hat sich zu dem Angriff bekannt.

Die Gruppe behauptet, 3,3 TB Daten aus den Systemen von MCBS gestohlen zu haben. Nach eigenen Angaben umfassen die Dateien außerdem Personalunterlagen, Zahlungsinformationen, Geschäftsdaten, E-Mail-Kommunikation und Datenbanken.

Die Gruppe hat Daten im Internet veröffentlicht, die angeblich von MCBS stammen. Die Echtheit und der vollständige Inhalt dieses Materials wurden jedoch nicht unabhängig bestätigt.

MCBS hat die Behauptungen der Gruppe über die Menge oder die Kategorien der gestohlenen Daten nicht bestätigt. Das Unternehmen nennt lediglich die Informationen, die in seiner eigenen Mitteilung zu dem Datenleck aufgeführt sind.

Was potenziell betroffene Patienten tun sollten

MCBS empfiehlt betroffenen Personen, eine Betrugswarnung bei ihren Kreditauskunfteien einrichten zu lassen. Das Unternehmen rät außerdem dazu, eine Kreditsperre in Betracht zu ziehen. Diese schränkt den Zugriff auf Kreditauskünfte ein und kann es erschweren, im Namen einer anderen Person neue Konten zu eröffnen.

Personen, die medizinische Leistungen in Georgia erhalten haben, sollten ihren Gesundheitsdienstleister kontaktieren und fragen, ob dieser mit MCBS zusammenarbeitet und ob ihre Daten betroffen sein könnten.

Potenziell Betroffene sollten außerdem auf verdächtige Versicherungsabrechnungen, medizinische Rechnungen und Nachrichten achten, in denen persönliche Informationen verlangt werden. Phishing-Angriffe im Gesundheitsbereich verwenden häufig echte Namen von Gesundheitsdienstleistern und Informationen aus Mitteilungen über Datenlecks, um glaubwürdig zu wirken.

Das Datenleck bei MCBS verdeutlicht die Risiken, die entstehen, wenn Gesundheitsdienstleister bei Abrechnung und Verwaltung auf externe Unternehmen angewiesen sind. Ein Sicherheitsvorfall bei einem einzigen Dienstleister kann sensible Daten mehrerer medizinischer Organisationen gefährden.


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