Googles Datenschutzeinstellungen ändern sich, da das Unternehmen separate Einstellungen für Suchdienste und Google Play einführt. Das Update gibt Nutzern mehr Kontrolle darüber, wie Google Aktivitäten speichert und Empfehlungen personalisiert. Gleichzeitig führt Google eine neue Funktion zum Speichern von Mediendateien ein, die bei einigen Konten automatisch aktiviert werden kann. Nutzer sollten die neuen Einstellungen nach der Einführung überprüfen, um sicherzustellen, dass sie ihren Datenschutzpräferenzen entsprechen.

Google trennt Verlauf und Personalisierung

Google informiert Nutzer bereits per E-Mail mit dem Betreff „New privacy settings for Search services“ über die bevorstehenden Änderungen. Nach Angaben des Unternehmens wird die Aktualisierung in den kommenden Tagen schrittweise für Google-Konten ausgerollt.

Bisher verwaltete die Einstellung Web- & App-Aktivitäten sowohl den gespeicherten Verlauf als auch personalisierte Empfehlungen für zahlreiche Google-Dienste. Dazu gehörten unter anderem Suche, Maps, Shopping, Flights, Hotels, Translate und News.

Mit dem neuen System trennt Google diese Funktionen voneinander. Nutzer können künftig unabhängig entscheiden, ob Google ihre Aktivitäten speichern und ob diese Informationen für personalisierte Empfehlungen verwendet werden sollen.

Laut Google sorgt dieser Ansatz für mehr Flexibilität, da Verlauf und Personalisierung nicht länger an dieselbe Einstellung gekoppelt sind.

Suchverlauf umfasst künftig auch Mediendateien

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Funktion Search Services History.

Diese Einstellung legt fest, ob Google Aktivitäten aus unterstützten Suchdiensten im Nutzerkonto speichert. Dazu gehören unter anderem Suchanfragen, Aktivitäten in Maps, Shopping, Flights, Hotels, Translate, News sowie weitere Interaktionen.

Google erweitert die Funktion außerdem um die Speicherung von Mediendateien, die bei bestimmten Suchvorgängen entstehen. Dazu können Bilder, Dateien, Audio- und Videoinhalte gehören, die beispielsweise über Google Lens oder sprachbasierte Suchfunktionen erstellt werden.

Nach Angaben des Unternehmens können Nutzer dadurch frühere visuelle Suchvorgänge erneut aufrufen und interaktive Sucherlebnisse fortsetzen. Google betont, dass diese Funktion durch Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen geschützt wird.

Gespeicherte Medien können zum Training von KI genutzt werden

Google bestätigte außerdem, dass die gespeicherten Medien noch einem weiteren Zweck dienen.

Nach Angaben des Unternehmens werden Search Services History und gespeicherte Mediendateien genutzt, um Google-Dienste, Sicherheitssysteme und KI-Technologien weiterzuentwickeln.

Nutzer können die Option Medien speichern jederzeit deaktivieren. Außerdem lassen sich einzelne Dateien löschen, ohne den gesamten Suchverlauf entfernen zu müssen.

Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt zu beachten. Ist Web- & App-Aktivitäten bereits aktiviert, schaltet Google nach der Umstellung automatisch Search Services History ein. Auch die Funktion Medien speichern wird standardmäßig aktiviert.

Wer keine Mediendateien speichern möchte, sollte diese Einstellungen nach dem Rollout sorgfältig überprüfen.

Personalisierte Empfehlungen werden separat verwaltet

Google führt außerdem eine eigene Einstellung mit dem Namen Personalisierte Empfehlungen ein.

Sie bestimmt, ob gespeicherte Suchaktivitäten die Inhalte und Empfehlungen beeinflussen, die Nutzer innerhalb der Suchdienste erhalten.

Dadurch erhalten Nutzer mehr Flexibilität. Manche möchten, dass Google frühere Suchanfragen speichert, ohne dass diese spätere Empfehlungen beeinflussen.

Google erklärt, dass Änderungen an einer Einstellung künftig nicht mehr automatisch Auswirkungen auf die anderen Optionen haben.

Google Play erhält ähnliche Einstellungen

Auch Google Play erhält vergleichbare Datenschutzoptionen.

Das Unternehmen führt separate Einstellungen für Play-Verlauf und Personalisierung in Play ein. Diese Optionen werden selbst Nutzern angezeigt, die Google Play bisher nicht verwendet haben.

Bereits konfigurierte Einstellungen zur automatischen Löschung des Verlaufs bleiben erhalten. Wer zuvor eine automatische Löschung nach einem bestimmten Zeitraum eingerichtet hat, muss diese nicht erneut konfigurieren.

Nutzer können ihre gespeicherten Aktivitäten weiterhin jederzeit einsehen, löschen oder anpassen.

Mehr Kontrolle bedeutet auch mehr Verantwortung

Die neue Struktur bietet deutlich detailliertere Datenschutzoptionen als das bisherige Modell mit Web- & App-Aktivitäten.

Anstelle einer einzigen globalen Einstellung können Nutzer nun Suchverlauf, Suchpersonalisierung, Play-Verlauf und Play-Personalisierung unabhängig voneinander verwalten. Dadurch lässt sich der gewünschte Ausgleich zwischen Komfort und Datenschutz besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die automatische Aktivierung von Search Services History und Medien speichern bei bestimmten Konten bedeutet jedoch, dass Nutzer sich nicht ausschließlich auf ihre bisherigen Einstellungen verlassen sollten.

Fazit

Mit den neuen Datenschutzeinstellungen trennt Google den Aktivitätsverlauf von der Personalisierung sowohl für Suchdienste als auch für Google Play.

Dadurch erhalten Nutzer mehr Kontrolle darüber, wie ihre Aktivitäten gespeichert und verwendet werden. Gleichzeitig verdient die neue Funktion zum Speichern von Mediendateien besondere Aufmerksamkeit, da sie bei Konten mit aktivierten Web- & App-Aktivitäten automatisch eingeschaltet werden kann.

Wer seine Datenschutzeinstellungen nach dem Update überprüft, kann sicherstellen, dass Googles neue Datenschutzoptionen den eigenen Anforderungen entsprechen.


0 Kommentare zu „Google erweitert Datenschutzeinstellungen um neue Optionen für Suche und Play“