Beim diesjährigen Notting Hill Carnival wird die britische Polizei erstmals Gesichtserkennungstechnologie einsetzen, um Menschenmengen zu scannen. Während des Bank Holiday-Wochenendes vom 23. bis 25. August wird Live Facial Recognition (LFR) eingesetzt – mit Tausenden von Einsatzkräften, die das Event überwachen.

Die Kameras gleichen Festivalbesucher mit einer Datenbank ab, die nach Messerstraftätern, Räubern, Vergewaltigern und vermissten Personen sucht. Laut Metropolitan Police ist dies Teil einer umfassenden Strategie zur Erhöhung der Sicherheit.

7.000 Einsatzkräfte, Sicherheitsschleusen und KI-Überwachung

An jedem Festivaltag werden etwa 7.000 Polizist*innen im Einsatz sein. Die Gesichtserkennungskameras werden entlang des Veranstaltungsgeländes installiert, und stark frequentierte Eingänge erhalten Sicherheitsschleusen.

Die Technologie soll Personen markieren, die schwerer Straftaten verdächtigt werden oder unter Präventionsauflagen wegen sexueller Übergriffe stehen. Zusätzlich führt die Polizei gezielte Kontrollen und Festnahmen durch, basierend auf vorher gesammelten Informationen.

Datenschutzfragen und Kritik aus der Community

Die Met betont, dass biometrische Daten von Personen, die nicht auf einer Fahndungsliste stehen, sofort gelöscht werden. Dennoch äußern Kritiker*innen Bedenken wegen Racial Profiling, übermäßiger Überwachung und fehlender Transparenz.

Matt Ward, stellvertretender Einsatzleiter, verteidigte den Einsatz von LFR:

„Eine kleine Minderheit hat bei früheren Veranstaltungen großen Schaden angerichtet. Diese Technologie hilft uns, Gewalt zu verhindern und die Gemeinschaft zu schützen.“

Er hob hervor, dass der Karneval gefeiert werden soll – ohne Störungen durch Gewaltbereite.

Karneval im Kontext

Der Notting Hill Carnival ist das zweitgrößte Straßenfest der Welt und zieht jährlich rund zwei Millionen Besucher an.

Im vergangenen Jahr kam es zu acht Messerangriffen und 334 Festnahmen – Zahlen, die die Polizei als Begründung für den vermehrten Technikeinsatz heranzieht.

Die Met bittet die Öffentlichkeit, verdächtige Aktivitäten oder Gewaltandrohungen im Vorfeld zu melden.

Fazit

Der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie beim Notting Hill Carnival markiert eine neue Ära der Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen. Auch wenn die Kriminalitätsbekämpfung im Fokus steht, bleiben Sorgen um Überwachung und den Schutz der Privatsphäre bestehen.

Mit dem Beginn des Festivals rückt auch eine andere Frage in den Vordergrund: Wer überwacht die Überwacher?


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