Mozilla erklärt, dass Firefox Millionen neuer Nutzer gewonnen hat, nachdem neue EU-Regeln große Technologieunternehmen dazu verpflichtet haben, bessere Auswahlmöglichkeiten für Browser anzubieten. Die Änderungen wurden durch den Digital Markets Act, kurz DMA, eingeführt.
Die Regulierung verpflichtet Unternehmen wie Apple und Google nun dazu, Nutzern klarere Optionen bei der Auswahl des Standardbrowsers auf Smartphones und anderen Geräten anzubieten. Mozilla behauptet, dass die Änderungen die Verbreitung von Firefox in Europa deutlich gesteigert haben.
Firefox verzeichnet starkes Wachstum in Europa
Mozilla gab bekannt, dass Firefox seit der Einführung der Browser-Auswahlbildschirme unter dem DMA im März 2024 mehr als sechs Millionen neue Nutzer gewonnen hat. Laut dem Unternehmen wählt alle zehn Sekunden ein Nutzer Firefox über einen Browser-Auswahlbildschirm aus.
Der DMA richtet sich gegen große Technologieunternehmen, die als digitale „Gatekeeper“ eingestuft werden. Nach dem Gesetz dürfen Unternehmen ihre eigenen Browser und Dienste während der Einrichtung und Einführung neuer Geräte nicht länger bevorzugen.
Im Rahmen der Einführung sehen iPhone- und Android-Nutzer in der Europäischen Union nun Browser-Auswahlbildschirme, wenn sie Geräte einrichten oder Browser erstmals öffnen. Diese Bildschirme ermöglichen es Nutzern, Alternativen wie Firefox auszuwählen, statt automatisch bei Safari oder Chrome zu bleiben.
Nutzerauswahl verbesserte die Firefox-Bindung
Mozilla erklärte außerdem, dass Nutzer, die Firefox aktiv über die DMA-Auswahlbildschirme auswählten, länger bei dem Browser blieben als erwartet. Das Unternehmen berichtete, dass die Nutzerbindung fünfmal höher war als bei Personen, die Firefox später über herkömmliche Downloads installierten.
Forscher verglichen die Firefox-Aktivität innerhalb der EU mit der Nutzung in Dutzenden Nicht-EU-Ländern vor und nach den DMA-Änderungen. Die Ergebnisse zeigten ein deutliches Wachstum in Europa, insbesondere auf iPhones.
Laut der Untersuchung lag die Zahl der täglich aktiven Firefox-Nutzer auf iOS innerhalb der EU mehr als doppelt so hoch wie die prognostizierten Werte ohne den DMA. Das Wachstum auf Android fiel geringer aus, zeigte aber dennoch messbare Verbesserungen.
Mozilla sieht weiterhin Probleme beim Browser-Wettbewerb
Trotz des jüngsten Firefox-DMA-Wachstums argumentiert Mozilla, dass der Wettbewerb zwischen Browsern in einigen Bereichen weiterhin unausgeglichen sei. Das Unternehmen kritisierte Microsoft dafür, Nutzer weiterhin durch aggressive Hinweise und Designentscheidungen in der Benutzeroberfläche zu Edge zu drängen.
Mozilla fordert nun, die Anforderungen an Browser-Auswahlmöglichkeiten auch auf Desktop-Betriebssysteme auszuweiten. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass Nutzer auf allen großen Plattformen klarere Wahlmöglichkeiten erhalten sollten, nicht nur auf mobilen Geräten.
EU-Vertreter verteidigen weiterhin den DMA und dessen breitere Auswirkungen auf den digitalen Wettbewerb. Regulierungsbehörden erklären, dass das Gesetz die Nutzerwahl bereits verbessert und kleineren Technologieunternehmen bessere Chancen eröffnet habe.
Der DMA erhöht weiterhin den Druck auf Big Tech
Der Digital Markets Act bleibt eines der größten Vorhaben der EU, um die Dominanz großer Technologieplattformen zu reduzieren. Seit Inkrafttreten des Gesetzes haben Nutzer in Europa Zugang zu mehr alternativen Diensten, App-Stores und Anpassungsmöglichkeiten erhalten.
Große Technologieunternehmen wehren sich jedoch weiterhin gegen mehrere DMA-Vorgaben. Einige Firmen argumentieren, dass die Regeln Sicherheitsprobleme verursachen oder die Nutzererfahrung komplizierter machen.
Mozillas aktuelle Wachstumszahlen liefern nun eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie Regulierung das Nutzerverhalten auf Europas Technologiemarkt direkt verändern kann.
Fazit
Das jüngste Firefox-DMA-Wachstum zeigt, wie schnell Regulierung den Wettbewerb zwischen Browsern beeinflussen kann. Indem die EU große Plattformen dazu zwang, echte Wahlmöglichkeiten anzubieten, half sie Mozilla dabei, Millionen zusätzlicher Nutzer in Europa zu erreichen.
Mozilla ist überzeugt, dass die Ergebnisse beweisen, dass viele Nutzer bereit sind, Alternativen auszuprobieren, wenn sie während der Geräteeinrichtung eine faire und sichtbare Auswahl erhalten.


0 Kommentare zu „Firefox-DMA-Wachstum steigt nach neuen EU-Browserregeln deutlich an“