Die Europäische Kommission hat eine Ausschreibung für den Bau von sieben KI-Gigafabriken in Europa gestartet. Ziel ist es, die Rechenkapazität der EU auszubauen und die Abhängigkeit von den USA und China zu verringern.

Das Projekt könnte private Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro mobilisieren, während die EU weitere 10 Milliarden Euro beisteuern will. Gemeinsam sollen diese Mittel den Aufbau einer groß angelegten Infrastruktur für das Training und die Feinabstimmung fortschrittlicher KI-Modelle finanzieren.

Die Kommission möchte, dass die KI-Gigafabriken der EU Start-ups, Forschern, Behörden und kleineren Unternehmen Zugang zu den benötigten Rechenressourcen verschaffen.

Europa strebt mehr Unabhängigkeit im Bereich KI an

Die Kommission will Europas technologische Souveränität stärken, da sich der weltweite Wettbewerb um KI-Infrastruktur weiter verschärft.

Das Training fortschrittlicher Modelle erfordert enorme Rechenleistung. Ohne ausreichende eigene Kapazitäten könnten europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf ausländische Cloud-Anbieter, Hardwarehersteller und KI-Plattformen angewiesen sein.

Die neuen Anlagen sollen europäischen Organisationen einen direkteren Zugang zu Hochleistungsinfrastruktur ermöglichen. Dadurch könnten sie KI-Anwendungen entwickeln, trainieren und einsetzen, während ein größerer Teil der zugrunde liegenden Technologie in Europa verbleibt.

Die Kommission betont außerdem, dass Projekte, die im Rahmen der Gigafabriken entstehen, die EU-Vorschriften zu Datenschutz, Sicherheit und Ethik einhalten müssen.

Führende Chiphersteller unterstützen das Projekt

Um den erfolgreichen Bietern den Zugang zur erforderlichen Hardware zu erleichtern, hat die Kommission Vereinbarungen mit mehreren führenden Chipherstellern getroffen.

AMD, Nvidia und Qualcomm haben zugesagt, die notwendige Technologie für die neuen Anlagen bereitzustellen. Die erfolgreichen Konsortien können sich jedoch auch für europäische Hardware entscheiden, wenn sie dies bevorzugen.

Der Zugang zu modernen KI-Chips gehört weiterhin zu den größten Herausforderungen im globalen KI-Wettbewerb. Die Vereinbarungen der Kommission sollen deshalb sicherstellen, dass die Projekte ohne Verzögerungen durch Hardwareengpässe von der Planungs- in die Bauphase übergehen können.

Ausschreibungsfrist endet im November

Die Ausschreibungsfrist für die KI-Gigafabriken der EU endet am 12. November 2026.

Die Kommission erwartet, dass der Bau Anfang nächsten Jahres beginnt. Ziel ist es, die Anlagen bis Ende 2028 für Nutzer verfügbar zu machen.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, bezeichnete den Zugang zu groß angelegter Rechenleistung als strategische Notwendigkeit für Europa.

Die Initiative ist Teil des umfassenderen AI Continent Action Plan der EU, den die Kommission im April 2025 verabschiedet hat. Der Plan soll Europas Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Position auf dem globalen KI-Markt stärken.

Europa steht jedoch weiterhin vor einer großen Herausforderung. Die USA und China verfügen bereits über erhebliche Vorteile bei Rechenkapazitäten, modernen Chips und großen KI-Plattformen. Die neuen Gigafabriken könnten europäischen Organisationen dennoch mehr Ressourcen verschaffen, um eigene Technologien zu entwickeln und im internationalen Wettbewerb besser mitzuhalten.


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