Der E-Scooter-Anbieter Ryde hat bestätigt, dass ein Datenleck sämtliche Kundenkonten betrifft – insgesamt rund 4,5 Millionen Nutzer in Norwegen und weiteren europäischen Märkten.

Nach Angaben des Unternehmens verschaffte sich ein unbefugter Dritter am 2. August Zugriff auf die Systeme und kopierte Kundendaten, bevor Ryde den Angriff stoppen konnte.

Ryde ist in Norwegen, Schweden, Finnland und Deutschland aktiv. Das Unternehmen erklärte, bislang nicht zu wissen, wer hinter dem Angriff steckt.

Kontakt- und zahlungsbezogene Daten offengelegt

Durch das Datenleck bei Ryde wurden mehrere Kategorien personenbezogener Daten von Kundenkonten offengelegt.

Nach Angaben des Unternehmens wurden unter anderem folgende Informationen gestohlen:

  • Telefonnummern
  • E-Mail-Adressen
  • Geburtsdaten
  • Teilweise Kreditkartennummern
  • Informationen zur Zahlungshistorie

Ryde erklärte, dass der Angreifer keinen Zugriff auf vollständige Kreditkartennummern hatte, da diese beim Zahlungsdienstleister gespeichert werden.

Das Unternehmen betonte außerdem, dass Kunden ihre Karten derzeit weder sperren noch Maßnahmen an ihren Konten ergreifen müssten.

Fahrverlauf wurde nicht gestohlen

Nach Angaben des Unternehmens wurden weder detaillierte Standortdaten noch Fahrverläufe entwendet.

Abgesehen von dem Ort, an dem ein Kunde sein Konto erstellt hat, fand Ryde keine Hinweise darauf, dass der Angreifer Daten über die tatsächlich zurückgelegten Fahrten erlangt hat.

Dadurch sind die Auswirkungen auf die Privatsphäre geringer als bei einem Datenleck mit vollständigen Fahrverläufen. Dennoch können die offengelegten Informationen für Betrüger weiterhin äußerst wertvoll sein.

Die Kombination aus Namen, Kontaktdaten, Geburtsdaten, teilweise offengelegten Kartennummern und tatsächlichen Zahlungsinformationen kann betrügerische Nachrichten deutlich glaubwürdiger erscheinen lassen.

Kunden vor Phishing-Angriffen gewarnt

Ryde hat seine Nutzer nach dem Datenleck vor Phishing- und Betrugsversuchen gewarnt.

Kriminelle könnten sich auf eine tatsächliche Zahlung beziehen oder Kunden wegen eines angeblichen Kontoproblems, einer Rückerstattung, einer Passwortzurücksetzung oder einer Kartenüberprüfung kontaktieren. Da die Angreifer möglicherweise über echte Zahlungsinformationen verfügen, können solche Nachrichten wesentlich glaubwürdiger wirken als gewöhnlicher Spam.

Ryde forderte seine Nutzer auf, niemals Passwörter, Einmalcodes ihrer Bank oder BankID-Zugangsdaten an Personen weiterzugeben, die sie kontaktieren.

Das Unternehmen betonte, dass weder Ryde noch eine Bank Kunden jemals unaufgefordert per E-Mail, Telefon oder Nachricht zur Herausgabe solcher Informationen auffordern würden.

Große Datenlecks können künftigen Betrug begünstigen

Das Datenleck bei Ryde zeigt, wie gestohlene Kontodaten noch lange nach einem Angriff für Betrugsversuche genutzt werden können.

Angreifer können die Informationen verwenden, um gefälschte E-Mails zum Zurücksetzen von Passwörtern zu versenden, sich als Kundendienst auszugeben, betrügerische Zahlungsaufforderungen zu erstellen oder Kontoübernahmen über Wiederherstellungsverfahren zu versuchen. Außerdem können sie die neuen Daten mit Informationen aus früheren Datenlecks kombinieren, um detailliertere Profile ihrer Opfer zu erstellen.

Nutzer sollten unerwartete Nachrichten stets überprüfen, indem sie die Ryde-App öffnen oder die offizielle Website des Unternehmens direkt aufrufen. Links in E-Mails oder SMS, die zu sofortigem Handeln auffordern, sollten nicht angeklickt werden.

Ryde erklärte, den Vorfall weiterhin zu untersuchen und seine Systeme fortlaufend zu überwachen.


0 Kommentare zu „Datenpanne bei Ryde betrifft 4,5 Millionen Konten der Scooter-App“