Angreifer haben auf Teile der Systeme von Craneware zugegriffen und eine erhebliche Menge an Daten gestohlen, bestätigt das Gesundheitstechnologieunternehmen.

Craneware hat seinen Sitz in Schottland und bietet Buchhaltungs- sowie Abrechnungssoftware für US-Gesundheitsorganisationen an. Mehr als 2.000 Krankenhäuser nutzen die Dienste des Unternehmens, ebenso wie fast 10.000 Kliniken und Apotheken.

Trotz des Angriffs liefen der Kundenservice und der Geschäftsbetrieb ohne Unterbrechung weiter. Die gestohlenen Daten enthielten Informationen über einige Beschäftigte, Kunden und Partner.

Angreifer erhielten Zugang zur Datenumgebung von Craneware

Das Unternehmen meldete den Vorfall am 20. Juli in einer Mitteilung an die Londoner Börse.

Die Untersuchung ergab, dass eine unbefugte Partei auf einen Teil der Datenumgebung von Craneware zugegriffen hatte. Während des Angriffs sahen die Eindringlinge eine erhebliche Zahl von Dateinamen ein und exportierten sie.

Nach Angaben von Craneware besteht der Großteil der betroffenen Informationen aus nicht sensiblen, öffentlich zugänglichen regulatorischen Daten. Der Vorfall betraf jedoch auch einen Teil der Mitarbeiterdaten sowie einige Kunden- und Partnerdaten.

Welche genauen Datentypen betroffen sind und wie viele Dateien die Angreifer exportierten, ist noch unklar.

Verbindung zum Gesundheitswesen kann Risiken erhöhen

Gestohlene Daten von Beschäftigten und Partnern können Kriminellen helfen, überzeugende Phishing-E-Mails und Social-Engineering-Angriffe zu erstellen.

Anschließend könnten die Angreifer versuchen, Zugang zu angebundenen Gesundheitsorganisationen zu erhalten. Krankenhäuser, Kliniken und Apotheken verwalten wertvolle Patienten-, Gesundheits- und Versicherungsdaten.

Kriminelle Gruppen könnten solche Daten für Betrug, Erpressung oder weitere Angriffe nutzen.

Bislang hat Craneware keine Angriffe auf seine Krankenhauskunden gemeldet.

Craneware setzt Untersuchung fort

Externe Cybersicherheitsexperten unterstützten Craneware dabei, den Vorfall einzudämmen und den Angriff zu untersuchen.

Die Experten fanden laut dem Unternehmen keine Hinweise auf eine weiterhin bestehende Kompromittierung in den Systemen von Craneware.

Craneware informierte außerdem die zuständigen Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden. Im Vereinigten Königreich kontaktierte das Unternehmen das Information Commissioner’s Office und in den USA das FBI.

Nun prüft Craneware weiter den vollständigen Umfang der Datenpanne, identifiziert betroffene Personen und verschickt erforderliche Benachrichtigungen.


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