Beim jüngsten Datenleck bei Nikkei wurden 1,83 Millionen Datensätze offengelegt, nachdem Angreifer gestohlene Zugangsdaten verwendet hatten, um auf ein Entwicklungssystem zuzugreifen. Es handelt sich um den dritten gemeldeten Cybersicherheitsvorfall des japanischen Medienkonzerns innerhalb von etwa einem Monat.
Nach Angaben von Nikkei enthielten 150.000 Datensätze identifizierende Informationen, während die übrigen 1,68 Millionen keine Identifikationsmerkmale aufwiesen. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass bei dem Vorfall keine Kreditkarteninformationen offengelegt wurden.
Die Ermittler untersuchen den Vorfall weiterhin. Bis zum 16. Oktober hatte Nikkei keine Hinweise darauf gefunden, dass jemand die abgerufenen Informationen missbraucht oder im Internet veröffentlicht hatte.
Gestohlene Zugangsdaten ermöglichten Zugriff auf cloudgespeicherte Informationen
Nikkei erklärte, dass der unbefugte Zugriff in den frühen Morgenstunden des 7. Oktober stattgefunden habe. Die Angreifer nutzten gestohlene Anmeldedaten, um in ein Entwicklungssystem innerhalb des Unternehmensnetzwerks einzudringen.
Durch diesen Zugriff wurden Informationen offengelegt, die das Unternehmen in der Cloud gespeichert hatte. Nikkei hat jedoch nicht erklärt, wie die Angreifer an die Zugangsdaten gelangten.
Das Unternehmen widerrief die betroffenen Zugangsdaten und informierte am 11. Oktober die japanische Datenschutzbehörde, die Personal Information Protection Commission.
Unterdessen dauern die Ermittlungen an, um das vollständige Ausmaß und die Ursache des Vorfalls zu ermitteln. Nikkei erklärte, die Sicherheit zu verstärken und betroffene Personen direkt zu benachrichtigen.
Identifizierende Angaben in 150.000 Datensätzen enthalten
Die offengelegten Datensätze unterschieden sich hinsichtlich ihrer Sensibilität. Etwa 150.000 enthielten mindestens eine identifizierende Angabe, beispielsweise den vollständigen Namen, die E-Mail-Adresse, die Postanschrift, die Telefonnummer oder das Geburtsdatum.
E-Mail-Adressen waren in 120.000 Datensätzen enthalten. Diese Zahl ist bereits Teil der gemeldeten Offenlegung und darf nicht als separate Gruppe zur Gesamtsumme hinzugezählt werden.
Im Gegensatz dazu erklärte Nikkei, dass die verbleibenden 1,68 Millionen Datensätze keine identifizierenden Informationen enthielten.
Die Zahlen beziehen sich auf Datensätze und nicht auf eine bestätigte Anzahl betroffener Personen. Die Mitteilung belegt daher nicht, dass die persönlichen Angaben von 1,83 Millionen Menschen offengelegt wurden.
Keine Dienstausfälle oder Datenmanipulationen gemeldet
Nikkei erklärte, keine Anzeichen für eine weitere Kompromittierung von Systemen oder eine Manipulation von Daten infolge des Vorfalls gefunden zu haben. Auch die Dienste des Unternehmens liefen ohne Unterbrechungen weiter.
Der unterbrechungsfreie Betrieb ändert jedoch nichts an dem bestätigten unbefugten Zugriff auf gespeicherte Informationen.
Ebenso spiegelt das Fehlen von Hinweisen auf einen Missbrauch lediglich die Ermittlungsergebnisse bis zum 16. Oktober wider. Daraus lässt sich nicht ableiten, was später mit den Informationen geschehen könnte.
Derzeit untersucht das Unternehmen die Offenlegung und bereitet individuelle Benachrichtigungen vor.
Zwei frühere Vorfälle betrafen Mitarbeiterkonten
Das Datenleck bei Nikkei folgt auf zwei weitere kürzlich gemeldete Vorfälle, an denen Mitarbeiterkonten beteiligt waren.
Anfang Oktober berichtete Nikkei, dass Angreifer Ende Juli das Google-Workspace-Konto eines Mitarbeiters kompromittiert hatten. Bei diesem Vorfall wurden personenbezogene Informationen über Mitarbeiter und Geschäftspartner offengelegt.
Unabhängig davon gab das Unternehmen im September bekannt, dass Angreifer das Microsoft-365-Konto eines Mitarbeiters übernommen hatten. Anschließend nutzten sie das Konto, um gezielte Phishing-E-Mails an Nikkei-Mitarbeiter zu versenden.
Diese Vorfälle betrafen unterschiedliche Konten und Zugriffswege. Die verfügbaren Informationen belegen nicht, dass dieselben Angreifer für alle drei Vorfälle verantwortlich waren.
Darüber hinaus bedeuten drei Meldungen innerhalb von etwa einem Monat nicht, dass alle drei Angriffe in diesem Zeitraum stattfanden. Die Kompromittierung des Google-Workspace-Kontos geht auf Juli zurück.
Ermittlungen zur jüngsten Datenoffenlegung dauern an
Nikkei, dem auch die Financial Times gehört, ist ein bedeutender Anbieter von Wirtschaftsnachrichten und Finanzinformationen.
Das Unternehmen hat zugesagt, das Ausmaß des jüngsten Vorfalls zu ermitteln und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Eine endgültige Zahl der betroffenen Personen hat es jedoch noch nicht bekannt gegeben.
Die aktuelle Mitteilung unterscheidet zwischen der Gesamtzahl der offengelegten Datensätze und der kleineren Teilmenge mit identifizierenden Angaben. Weitere Ermittlungsergebnisse könnten das Ausmaß des Vorfalls im weiteren Verlauf genauer klären.


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