Ein Datenleck bei der französischen Steuerbehörde könnte persönliche Informationen von 678.000 Menschen offengelegt haben. Frankreichs Generaldirektion für öffentliche Finanzen, bekannt als DGFiP, bestätigte, dass Angreifer Ende Juni und Anfang Juli 2026 auf ihre Systeme zugegriffen hatten.

Die Behörde erklärte, dass die Eindringlinge Informationen betroffener Personen einsehen und extrahieren konnten. Die Ermittler haben jedoch noch nicht bestätigt, auf welche Daten die Angreifer genau zugriffen oder wie viele Personen und Unternehmen letztlich von dem Vorfall betroffen waren.

Die DGFiP erklärte, dass betroffene Personen im Laufe dieser Woche benachrichtigt werden.

Raffinierter Angriff umging erste Kontrollen

Die DGFiP entdeckte den unbefugten Zugriff und sperrte umgehend die an dem Vorfall beteiligten Konten. Die Behörde erklärte jedoch, dass ihre ersten Zugriffskontrollen keinen Datendiebstahl durch die Angreifer erkennen ließen.

Französische Behördenvertreter erklärten, dass die Raffinesse des Angriffs es den Eindringlingen ermöglicht habe, bei diesen ersten Kontrollen unentdeckt zu bleiben. Im weiteren Verlauf der Untersuchung identifizierte die Behörde schließlich den möglichen Datendiebstahl.

Nach dem Datenleck führte die DGFiP zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ein, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. Die Behörde untersucht den Angriff nun gemeinsam mit Frankreichs nationaler Behörde für die Sicherheit von Informationssystemen, ANSSI, sowie dem zuständigen Dienst für Verteidigungs- und Sicherheitsfragen.

Behörden haben gestohlene Daten nicht bestätigt

Die französische Steuerbehörde hat bisher nicht öffentlich bekannt gegeben, welche Daten bei dem Vorfall genau offengelegt wurden. Sie untersucht weiterhin, auf welche Informationen die Angreifer zugreifen konnten und wie groß das tatsächliche Ausmaß des Vorfalls ist.

Aufgrund dieser Unsicherheit sollten Betroffene besonders auf Phishing-Versuche, betrügerische Anrufe und andere Formen von Betrug achten. Steuerbezogene Daten können Kriminellen genügend persönliche Informationen liefern, um äußerst überzeugende Nachrichten zu erstellen.

Die DGFiP hat den Vorfall bislang keinem bestimmten Bedrohungsakteur zugeschrieben.

Hacker behauptet, deutlich mehr Daten gestohlen zu haben

Ein Bedrohungsakteur unter dem Namen ZeroBytes hat laut der französischen Website FrenchBreaches, die Datenlecks dokumentiert, die Verantwortung für den Angriff übernommen.

Der Hacker behauptete, 252.149 Datenzeilen mit Informationen zu mehr als zwei Millionen Menschen extrahiert zu haben. Diese angebliche Zahl liegt deutlich über den von der DGFiP genannten 678.000 Personen.

Der Angreifer soll außerdem eine Stichprobe der Daten veröffentlicht haben. Dem Bericht zufolge enthielt sie Namen, Geburtsdaten, Postanschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Einkommensinformationen und Katasterdaten.

Die DGFiP hat die Behauptungen des Bedrohungsakteurs jedoch nicht bestätigt. Weder die gemeldete Datenprobe noch die angebliche Zahl der Betroffenen wurden von der Behörde verifiziert.

Frankreich weiterhin von Datenlecks im öffentlichen Sektor betroffen

Das Datenleck bei der französischen Steuerbehörde ist der jüngste Cybervorfall, der eine öffentliche Einrichtung des Landes getroffen hat.

Anfang 2026 bestätigte die nationale Behörde für sichere Identitätsdokumente die Offenlegung einer Datenbank mit rund 19 Millionen Datensätzen. Hacker nahmen außerdem France Travail, das französische Innenministerium und die Bankdatenbank FICOBA ins Visier.

Diese Entwicklung zeigt, warum öffentliche Behörden weiterhin wichtige Ziele für Cyberkriminelle sind. Solche Organisationen speichern große Mengen persönlicher, finanzieller und identitätsbezogener Daten, die für Betrug und Phishing-Kampagnen genutzt werden können.

Fazit

Das Datenleck bei der französischen Steuerbehörde könnte Daten von 678.000 Menschen offengelegt haben, wobei die Ermittler das vollständige Ausmaß des Vorfalls noch ermitteln müssen. Wer zu Steuern oder staatlichen Dienstleistungen kontaktiert wird, sollte die Nachricht über offizielle Kanäle überprüfen, bevor persönliche Informationen weitergegeben werden.


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