CISA warnt vor einer „unmittelbaren“ Bedrohung durch staatlich unterstützte Akteure, nachdem chinesische Hacker F5 Networks kompromittiert haben. Die US-Behörde für Cybersicherheit, die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA), hat eine Notfallrichtlinie veröffentlicht, die alle Organisationen auffordert, kritische Sicherheitsupdates zu installieren, um großflächige Angriffe zu verhindern.

CISA bestätigte, dass Angreifer in die internen Systeme von F5 eingedrungen sind, Quellcode eingesehen und Informationen über bislang unbekannte Schwachstellen erlangt haben. Die Behörde warnte, dass diese Lücken es Hackern ermöglichen könnten, Zugangsdaten zu stehlen, APIs auszunutzen und sich unbemerkt durch Netzwerke zu bewegen.

Interimsdirektor Madhu Gottumukkala betonte, dass Behörden sofort handeln müssen, und bezeichnete die Situation als ein „katastrophales Risiko“, falls keine Updates installiert werden. Daher wies CISA alle Bundesbehörden und privaten Nutzer an, die in Emergency Directive 26-01 genannten Patches ohne Verzögerung umzusetzen.

Einzelheiten zum F5-Hack

F5 räumte im August ein, einen „hochgradig ausgeklügelten“ Angriff entdeckt zu haben. Die mutmaßlich mit China verbundenen Täter sollen über ein Jahr lang unbemerkt Zugang gehabt haben. Sie luden Dateien von Systemen herunter, die mit der BIG-IP-Produktentwicklung und technischen Plattformen von F5 verknüpft waren, darunter Quellcode und Schwachstelleninformationen.

Das Sicherheitsunternehmen Mandiant identifizierte die Gruppe als UNC5211, auch bekannt als Silk Typhoon, die bereits juristische, SaaS- und Technologiesektoren ins Visier genommen hat. Das Threat Intelligence Team von Google stellte jedoch fest, dass UNC5211 und Silk Typhoon möglicherweise zwei getrennte, aber eng verwandte Gruppen sind.

Kritische Updates veröffentlicht

F5 hat dringende Sicherheitsupdates für physische und virtuelle Geräte veröffentlicht, darunter:

  • BIG-IP
  • F5OS
  • BIG-IP Next für Kubernetes
  • BIG-IQ
  • APM-Clients

CISA warnte, dass diese Schwachstellen Angreifern dauerhaften Netzwerkzugang und im schlimmsten Fall vollständige Systemkontrolle ermöglichen könnten. Auch das britische National Cyber Security Centre (NCSC) veröffentlichte nach der US-Warnung eigene Empfehlungen.

Reaktionen aus der Branche

Cybersicherheitsexperten sehen den Angriff als schweren Rückschlag für die Sicherheit in der Lieferkette. Ferhat Dikbiyik von Black Kite erklärte, dass der Angriff auf einen Anbieter kritischer Infrastrukturen das wachsende Risiko von Spionagekampagnen verdeutlicht, die auf Software zur Netzwerkverwaltung abzielen.

Fazit

Die CISA-Warnung zu F5-Geräten verdeutlicht, wie schnell staatlich unterstützte Gruppen Schwachstellen bei Anbietern ausnutzen. Behörden und Unternehmen, die F5-Technologie verwenden, müssen die neuesten Updates sofort installieren. Schnelles Handeln ist die einzige Möglichkeit, Datendiebstahl und Betriebsstörungen zu verhindern.


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