ChatGPT gehört laut neuen Forschungsergebnissen erstmals zu den zehn Marken, die in Phishing-Kampagnen am häufigsten imitiert werden.
OpenAI machte im zweiten Quartal 2026 1,1 Prozent der erfassten Phishing-Versuche mit Markenbezug aus. Damit steht das Unternehmen neben häufig imitierten Marken wie PayPal, WhatsApp und Facebook.
Microsoft bleibt das wichtigste Phishing-Ziel
Microsoft zieht weiterhin den größten Anteil an Kampagnen zur Markenimitation auf sich und machte 23 Prozent der erfassten Versuche aus. Dahinter folgen LinkedIn, Google, Apple und Amazon.
Zusammen stehen diese fünf Marken für mehr als die Hälfte aller Phishing-Aktivitäten mit Markenbezug. Angreifer nutzen weiterhin bekannte Unternehmen, weil Opfer Nachrichten eher vertrauen, wenn sie von Diensten zu stammen scheinen, die sie täglich verwenden.
ChatGPTs Aufnahme in die Top 10 zeigt, wie schnell sich der Dienst von einer neuen Technologie zu einem festen Bestandteil des Alltags entwickelt hat.
Gefälschte ChatGPT-Abrechnungs-E-Mails zielen auf Kartendaten ab
Forscher haben Phishing-E-Mails identifiziert, die sich als Abrechnungsbenachrichtigungen von ChatGPT Plus ausgeben. Die Nachrichten behaupten, eine Zahlung sei fehlgeschlagen oder der Empfänger müsse seine Rechnungsdaten aktualisieren.
Die E-Mails kopieren das OpenAI-Branding und leiten Opfer auf betrügerische Zahlungsseiten weiter. Diese Seiten sollen Kreditkartendaten und andere Finanzinformationen sammeln.
Angreifer setzen häufig auf Zeitdruck, damit Opfer handeln, bevor sie die Nachricht prüfen. Gefälschte Zahlungsfehler, Kontowarnungen und Sicherheitswarnungen erzeugen alle Druck, schnell zu klicken.
So erkennen Sie ChatGPT-Phishing
Nutzer sollten Zahlungs- oder Kontolinks nicht direkt aus E-Mails öffnen. Stattdessen sollten sie die offizielle Webadresse von OpenAI selbst in ihren Browser eingeben und sich dort anmelden.
Weitere Warnzeichen sind verdächtige Absenderadressen, falsch geschriebene Domains, verzerrte Logos, nicht funktionierende Schaltflächen und ungewöhnliche Links zu sozialen Netzwerken. Eine überzeugend aussehende E-Mail beweist nicht, dass sie von OpenAI stammt.
Die Multi-Faktor-Authentifizierung kann das Risiko einer Kontoübernahme ebenfalls verringern, wenn Angreifer ein Passwort stehlen. Nutzer sollten jedoch weiterhin jede Anmeldeanfrage und Zahlungsbenachrichtigung prüfen, bevor sie handeln.
Da KI-Dienste zunehmend Teil des Arbeitsalltags und privater Routinen werden, dürften ChatGPT-Phishing-Betrugsversuche weiter zunehmen. KI-Tools können Kriminellen außerdem helfen, überzeugendere Nachrichten in großem Umfang zu erstellen, weshalb eine sorgfältige Prüfung immer wichtiger wird.


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