CenterPoint Energy hat bestätigt, dass ein Angreifer persönliche Informationen einiger seiner Kunden gestohlen hat. Das Versorgungsunternehmen leitete eine Untersuchung ein, nachdem ein Bedrohungsakteur behauptet hatte, im Besitz von 7,49 Millionen Kundendatensätzen zu sein.
CenterPoint hat jedoch nicht bestätigt, wie viele Personen von der Datenpanne betroffen waren oder auf welche Informationen der Angreifer genau zugreifen konnte.
Versorgungsunternehmen bestätigt Diebstahl von Kundeninformationen
CenterPoint Energy legte den Vorfall in einer Meldung an die US Securities and Exchange Commission offen.
Laut der Meldung gelangte ein unbefugter Dritter über ein extern zugängliches System an persönliche Informationen, die mit einigen Kunden verknüpft waren.
Die Untersuchung dauert weiterhin an. Daher hat CenterPoint noch nicht festgestellt, wie viele Kunden betroffen sind oder welche Informationen insgesamt offengelegt wurden.
Das Unternehmen beabsichtigt, Kunden und Aufsichtsbehörden gemäß den geltenden Gesetzen zu benachrichtigen.
Hacker behauptet, 7,49 Millionen Datensätze gestohlen zu haben
CenterPoint leitete die Untersuchung ein, nachdem das Unternehmen einen Online-Beitrag eines Bedrohungsakteurs entdeckt hatte, der behauptete, 7,49 Millionen Kundendatensätze gestohlen zu haben.
Der Angreifer verwendet den Alias „4d722e4d656f77“ und veröffentlichte später Daten, die angeblich von dem Versorgungsunternehmen stammen. Der Hacker behauptete, CenterPoint habe frühere Nachrichten ignoriert und die Bedrohung nicht ernst genommen.
Nach Angaben des Angreifers enthalten die gestohlenen Datensätze Kundennamen, Telefonnummern und Kontonummern. Der Datensatz soll außerdem Serviceadressen, Rechnungsadressen und Zahlungsbeträge enthalten.
Der Hacker behauptete zudem, dass einige Datensätze Teile von Social-Security-Nummern enthalten. CenterPoint hat diese Angaben jedoch nicht öffentlich bestätigt.
Angreifer macht schwachen Schutz einer öffentlichen API verantwortlich
Der Bedrohungsakteur gab an, die Informationen über eine öffentliche API von CenterPoint extrahiert zu haben. Der Behauptung zufolge durchlief der Angreifer Millionen von Identifikationsnummern, um Kundendatensätze abzurufen.
Der Hacker behauptete, dass die API weder über eine Ratenbegrenzung noch über den Schutz einer Web Application Firewall verfügte. Diese Sicherheitsmaßnahmen können automatisierte Anfragen erkennen oder verlangsamen, die große Mengen an Informationen sammeln.
CenterPoint hat die Beschreibung der Angriffsmethode durch den Angreifer nicht bestätigt. In der SEC-Meldung des Unternehmens heißt es lediglich, dass ein extern zugängliches System von der Kompromittierung betroffen war.
Daher bleibt die genaue Ursache der Datenpanne bei CenterPoint unklar.
Strom- und Gasversorgung bleiben in Betrieb
CenterPoint erklärte, dass der Vorfall weder die Strom- noch die Erdgasversorgung beeinträchtigt habe. Das Unternehmen erwartet außerdem nicht, dass die Datenpanne wesentliche Auswirkungen auf seine Geschäftstätigkeit oder Finanzlage haben wird.
Das in Houston ansässige Versorgungsunternehmen bietet Strom- und Erdgasdienstleistungen in Indiana, Minnesota, Ohio und Texas an. Es versorgt rund sieben Millionen Kunden mit Zähleranschlüssen.
CenterPoint betreibt außerdem Anlagen zur Stromerzeugung und beschäftigt rund 8.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von mehr als 9,3 Milliarden US-Dollar.
Die Größe des Kundenstamms macht jeden Diebstahl persönlicher Informationen besonders bedeutsam. Selbst wenn sich die Angaben des Angreifers als ungenau erweisen, könnte die bestätigte Datenpanne dennoch viele Kunden betreffen.
CenterPoint aktiviert Maßnahmen zur Reaktion auf den Vorfall
Das Unternehmen hat seine Verfahren zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle aktiviert und externe Cybersicherheitsspezialisten beauftragt.
CenterPoint erklärte, dass es nach der Entdeckung der Datenpanne die Schutzmaßnahmen in seinen Systemen verstärkt habe. Das Unternehmen meldete den Vorfall außerdem den Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden.
Die Ermittler arbeiten nun daran, die betroffenen Kunden zu identifizieren und festzustellen, welche Informationen der Angreifer erlangt hat.
Sobald CenterPoint diese Bewertung abgeschlossen hat, wird das Unternehmen die erforderlichen Benachrichtigungen versenden. Diese Mitteilungen sollten den Kunden genauere Informationen darüber liefern, welche ihrer Daten betroffen sind.
Vorgeschlagene Sammelklagen eingereicht
Mehrere Anwaltskanzleien haben bereits Klagen eingereicht, mit denen sie im Namen potenziell betroffener Kunden den Status einer Sammelklage anstreben.
In den Klagen wird Berichten zufolge behauptet, dass die Datenpanne zwischen dem 17. August und dem 1. September stattgefunden habe. Die Gerichte haben jedoch noch nicht über die Ansprüche entschieden.
Die Klagen könnten sich weiterentwickeln, wenn CenterPoint weitere Informationen über das Ausmaß und die Ursache des Vorfalls veröffentlicht.
Kunden sollten auf Betrugsversuche achten
Potenziell betroffene Kunden sollten bei unerwarteten Anrufen, E-Mails und Textnachrichten vorsichtig sein, die angeblich von CenterPoint stammen.
Gestohlene Namen, Telefonnummern, Adressen und Kontodaten können Phishing-Versuche überzeugend erscheinen lassen. Kriminelle könnten die Informationen nutzen, um sich als Mitarbeiter des Versorgungsunternehmens auszugeben oder betrügerische Zahlungen zu verlangen.
Kunden sollten unerwartete Anfragen über die offiziellen Kontaktkanäle von CenterPoint überprüfen. Sie sollten niemals Passwörter, Zahlungsinformationen oder Authentifizierungscodes an unaufgefordert anrufende Personen weitergeben.
Wer sich Sorgen über eine mögliche Offenlegung seiner Social-Security-Nummer macht, sollte außerdem Kreditauskünfte und Finanzkonten auf verdächtige Aktivitäten überwachen.
CenterPoint hat nicht bekannt gegeben, ob das Unternehmen Dienste zum Identitätsschutz anbieten wird. Betroffene Kunden sollten zukünftige Mitteilungen des Unternehmens verfolgen, um weitere Hinweise zu erhalten.


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