Ein Mann aus New York ist zu einer Haftstrafe auf Bundesebene verurteilt worden, nachdem er einen Betrug betrieben hatte, bei dem er sich als bekannte Krypto-Influencer ausgab. Mithilfe gefälschter Telegram-Profile brachte er Anleger dazu, mehr als 1,4 Millionen US-Dollar in erfundene Kryptowährungsinvestitionen zu stecken.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verschaffte er sich durch die Nachahmung prominenter Persönlichkeiten aus der Krypto-Community das Vertrauen seiner Opfer. Anschließend lockte er Tausende Follower in betrügerische Investitionsmodelle.
Die Ermittler konnten später den Großteil der gestohlenen Kryptowährungen zu einer Wallet zurückverfolgen, die unter seiner Kontrolle stand. Dadurch gelang es den Behörden, den größten Teil der Vermögenswerte sicherzustellen.
Gefälschte Telegram-Konten schufen Vertrauen
Nach Angaben des US-Justizministeriums richtete der 39-jährige Noman Saleem aus Queens und Long Island Telegram-Konten ein, die den Profilen bekannter Krypto-Influencer täuschend ähnlich sahen.
Er beließ es jedoch nicht bei den gefälschten Profilen. Stattdessen bewarb er die Konten über mehrere Monate hinweg mit bezahlten Telegram-Anzeigen. Einer der Kanäle gewann laut Ermittlern Tausende Follower und wirkte dadurch besonders glaubwürdig.
Die Staatsanwaltschaft wirft Saleem vor, Nutzer dazu bewegt zu haben, exklusiven Krypto-Communitys beizutreten, VIP-Mitgliedschaften zu erwerben und in angeblich lukrative Staking-Angebote mit garantierter Rendite zu investieren.
Zwischen Dezember 2020 und März 2021 soll er auf diese Weise Kryptowährungen im Wert von mindestens 1.415.067,14 US-Dollar von Opfern in mehreren US-Bundesstaaten erbeutet haben.
FBI stellte den Großteil der gestohlenen Kryptowährungen sicher
Saleem bekannte sich im September 2025 des Überweisungsbetrugs schuldig. Obwohl ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren drohte, verurteilte ihn ein Bundesgericht in diesem Monat zu 15 Monaten Haft.
Während der Ermittlungen entdeckte das FBI eine mit Saleem verbundene Krypto-Wallet, die 300 Ethereum (ETH) enthielt. Zum Zeitpunkt der Sicherstellung hatten die Bestände einen Wert von fast 1,5 Millionen US-Dollar, sodass die Behörden den größten Teil der gestohlenen Vermögenswerte zurückholen konnten.
Der Betrug folgte einer dreistufigen Strategie
Das US-Justizministerium hat die Identität der Krypto-Influencer, deren Profile Saleem kopierte, nicht veröffentlicht. Die Behörde bezeichnete sie lediglich als bekannte Persönlichkeiten der Telegram-Krypto-Community.
Die Finanz- und Web3-Plattform Aiying analysierte den Betrug und beschreibt ihn als sorgfältig organisierte Operation mit drei klaren Phasen.
Zunächst richtete Saleem öffentliche Telegram-Kanäle ein, deren Benutzernamen und Gestaltung den echten Krypto-Influencern stark ähnelten. Viele Nutzer hielten die Kanäle deshalb für echt, wodurch die gefälschten Communitys schnell Tausende Follower gewannen.
Anschließend bot er kostenpflichtige VIP-Mitgliedschaften für etwa 500 bis 600 US-Dollar an, die in Kryptowährungen bezahlt werden mussten. Mitglieder erhielten Zugang zu privaten Nachrichten und exklusiven Inhalten, wodurch das Vertrauen in das betrügerische Angebot weiter gestärkt wurde.
Im letzten Schritt lenkte Saleem die VIP-Mitglieder auf gefälschte Krypto-Staking-Programme, die feste Renditen innerhalb von 30 bis 90 Tagen versprachen. Laut Aiying behauptete er außerdem, dass größere Investitionen höhere Gewinne erzielen würden. Dadurch überwiesen viele Opfer noch mehr Kryptowährungen.
Die Ermittler stellten zudem fest, dass Saleem ein weiteres Telegram-Konto eingerichtet hatte, mit dem er sich als ein zweiter bekannter Krypto-Influencer ausgab und dasselbe Betrugsmodell über einen weiteren VIP-Kanal wiederholte.
So funktionierte das gefälschte Krypto-Staking
Krypto-Staking ist eine legitime Funktion vieler Blockchain-Netzwerke und Kryptowährungsplattformen. Anleger sperren ihre digitalen Vermögenswerte für einen bestimmten Zeitraum, um Blockchain-Transaktionen zu validieren, und erhalten dafür Staking-Belohnungen.
Betrüger missbrauchen dieses Konzept jedoch häufig, indem sie unrealistisch hohe Gewinne bei geringem oder gar keinem Risiko versprechen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erklärte Saleem seinen Opfern, er werde ihre Kryptowährungen staken und ihnen hohe garantierte Renditen auszahlen. Tatsächlich behielt er das Geld jedoch für sich.
Das US-Justizministerium bestätigte, dass er keine der ihm anvertrauten Kryptowährungen jemals gestakt hat.
Krypto-Betrug nimmt Nutzer sozialer Medien weiterhin ins Visier
Der Fall zeigt, wie Kriminelle zunehmend das Vertrauen in bekannte Persönlichkeiten aus sozialen Medien ausnutzen, um digitale Vermögenswerte zu stehlen. Durch die Kombination aus gefälschten Influencer-Konten, bezahlter Werbung, VIP-Mitgliedschaften und erfundenen Investitionsangeboten schaffen die Täter zunächst Glaubwürdigkeit, bevor sie ihre Opfer zur Überweisung von Kryptowährungen bewegen.
Die Behörden raten Anlegern deshalb, die Identität von Krypto-Influencern sorgfältig zu überprüfen, Versprechen garantierter Renditen kritisch zu hinterfragen und Investitionsangebote ausschließlich über offizielle Kanäle zu verifizieren, bevor sie digitale Vermögenswerte übertragen.


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