Ein mutmaßlicher Datendiebstahl bei CyrusOne hat Bedenken hinsichtlich einer möglichen Offenlegung sensibler Rechenzentrumsdokumente, Mitarbeiterdaten und Kundeninformationen ausgelöst. Die Erpressergruppe ShinyHunters behauptet, Millionen von Datensätzen gestohlen zu haben, und fordert 13 Millionen US-Dollar.
CyrusOne hatte den mutmaßlichen Vorfall zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich bestätigt. Die Angreifer hatten zudem keine Datenproben veröffentlicht, mit denen sich ihre Behauptungen überprüfen ließen.
Sollten die Angaben jedoch authentisch sein, könnte der mutmaßliche Diebstahl Informationen betreffen, die mit großen CyrusOne-Kunden in Verbindung stehen, Berichten zufolge darunter Microsoft, Meta und andere große Unternehmen.
Hacker behaupten, Millionen von Datensätzen gestohlen zu haben
ShinyHunters behauptete, 12,9 Millionen Salesforce-Datensätze von CyrusOne erbeutet zu haben. Die Gruppe gab außerdem an, rund 369,6 GB komprimierte SharePoint-Daten gestohlen zu haben.
Nach Angaben der Angreifer umfasst das Material mehr als 182.000 Kontaktdatensätze und über 8.300 Mitarbeiterdatensätze mit personenbezogenen Informationen.
Der mutmaßliche Datensatz soll außerdem Verträge, Servicevereinbarungen, Geheimhaltungsvereinbarungen, Passwortlisten und weiteres Material im Zusammenhang mit Zugangsdaten enthalten.
Grundrisse und Sicherheitsdokumente könnten physische Risiken schaffen
Die Behauptung über den Datendiebstahl bei CyrusOne ist besonders besorgniserregend, da die Angreifer angeben, Grundrisse von Rechenzentren, elektrische Schaltpläne und Sicherheitsrichtlinien erbeutet zu haben.
Sie behaupteten außerdem, über Aufzeichnungen zur Zugangskontrolle, Prüfungen von Zugangsausweisen und Bestandslisten physischer Schlüssel zu verfügen. Sollten diese Daten echt sein, könnten solche Aufzeichnungen Kriminellen dabei helfen, Zugangspunkte, Bereiche mit beschränktem Zutritt und Mitarbeiter mit Zugang zu sensiblen Standorten zu identifizieren.
Anders als ein gestohlenes Passwort lässt sich physische Infrastruktur nur schwer und mit hohen Kosten verändern. Der Austausch von Schlüsseln, die Anpassung von Zugangszonen und die Änderung von Sicherheitskonzepten an mehreren Standorten könnten Monate dauern.
Kundendaten könnten gezielte Betrugsversuche unterstützen
CyrusOne betreibt Rechenzentren für Unternehmenskunden. Daher könnten mutmaßlich gestohlene Verträge und Betriebsdokumente offenlegen, welche Unternehmen bestimmte Einrichtungen und Dienste nutzen.
Diese Informationen könnten Ansprechpartner für Kundenkonten, Service-Level-Vereinbarungen, Preisdetails und Standorte von Einrichtungen umfassen. Kriminelle könnten diese Angaben nutzen, um Phishing-E-Mails, Identitätsvortäuschungen und betrügerische Supportanfragen glaubwürdiger erscheinen zu lassen.
Angreifer, die den Kundenbetreuer, die Vertragsbedingungen oder den Rechenzentrumsstandort eines Kunden kennen, könnten Mitarbeiter leichter mit maßgeschneiderten Social-Engineering-Angriffen ins Visier nehmen.
Dokumente zu Stromversorgung und Kühlung könnten betriebliche Schwachstellen offenlegen
Die mutmaßlich gestohlenen Dateien sollen Dokumentationen zur Stromverteilung, zu Kühlsystemen und zu Zuverlässigkeitsprozessen für kritische Umgebungen enthalten.
Diese Systeme sind entscheidend, um Rechenzentren in Betrieb zu halten. Detaillierte Dokumentationen könnten Angreifern möglicherweise dabei helfen, Abhängigkeiten, Wartungsprozesse und potenzielle Schwachstellen einer Einrichtung zu verstehen.
Die Dokumente allein würden es einem Angreifer nicht ermöglichen, ein Rechenzentrum abzuschalten. Dennoch könnten sie wertvolle Informationen für die Planung von Störungen, Spionage oder Versuchen eines physischen Eindringens liefern.
Erpressergruppe fordert 13 Millionen US-Dollar
ShinyHunters listete am 20. August zunächst ein nicht namentlich genanntes Opfer auf seiner Leak-Seite und warnte, dass Daten veröffentlicht werden könnten, falls das Unternehmen keinen Kontakt aufnehme.
Am 23. August aktualisierte die Gruppe den Eintrag, nannte CyrusOne als Opfer und behauptete, eine Zahlung von 13 Millionen US-Dollar zu fordern. Der Beitrag räumte dem Unternehmen nur ein kurzes Zeitfenster ein, um Verhandlungen aufzunehmen.
Bis CyrusOne die Vorwürfe bestätigt oder dementiert, bleibt das vollständige Ausmaß des gemeldeten Datendiebstahls bei CyrusOne unklar.


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