Ein Fehler im AWS-Abrechnungssystem führte dazu, dass einige Kunden Kostenschätzungen für Cloud-Dienste in Milliarden- oder sogar Billionenhöhe sahen. Die falschen Angaben erschienen am 17. Juli in der AWS Billing and Cost Management Console von Amazon.

Amazon pausierte die Abrechnungsschätzungen vorübergehend, nachdem das Unternehmen das Problem entdeckt hatte. Die angezeigten Beträge lösten große Besorgnis aus. Amazon erklärte jedoch, dass die AWS-Dienste weiterhin normal funktionierten.

Mehrere Nutzer teilten Screenshots der falschen Kosten online. Eine Schätzung lag bei fast 495 Milliarden Dollar, obwohl der Kunde im Vormonat nur 1,63 Dollar gezahlt hatte.

Kunden gerieten wegen enormer AWS-Rechnungen in Panik

Der AWS-Fehler betraf eine unbekannte Zahl von Kunden. In einigen Fällen stiegen die Schätzungen von normalen monatlichen Kosten auf Beträge, die weder Privatpersonen noch Unternehmen realistisch schulden konnten.

Ein Nutzer berichtete, sein Konto habe eine Rechnung von fast 495 Milliarden Dollar angezeigt. Ein anderer sah eine Schätzung von rund 1,5 Billionen Dollar. Gleichzeitig erhielt ein Kunde mit einem inaktiven privaten AWS-Konto eine Warnung über Kosten von mehr als 26,5 Millionen Dollar.

Die unerwarteten Warnungen lösten verständlicherweise Panik aus. Mehrere Kunden glaubten zunächst, dass mit ihren Konten oder Cloud-Umgebungen etwas Ernstes passiert sei.

AWS-Kosten können sich schnell verändern, wenn Kunden teure Ressourcen versehentlich weiterlaufen lassen. Deshalb nehmen viele Nutzer Warnungen über hohe Kosten sehr ernst und handeln sofort, um weitere Ausgaben zu vermeiden.

Amazon pausierte die Abrechnungsschätzungen

Amazon entdeckte das Problem am 17. Juli und bestätigte, dass einige Kunden in der AWS Billing and Cost Management Console überhöhte Schätzungen erhielten.

Das Unternehmen pausierte daraufhin die betroffenen Abrechnungsschätzungen, damit keine weiteren falschen Beträge erschienen. Das Engineering-Team führte das Problem auf das System für Abrechnungsberechnungen in der Konsole zurück.

Es reichte jedoch nicht aus, den Fehler zu identifizieren. Amazon benötigte mehrere Stunden und mehr als einen Versuch, bevor das Unternehmen den AWS-Fehler vollständig behoben hatte.

Am 18. Juli erklärte Amazon, dass die Konsole wieder ordnungsgemäß funktioniere.

AWS-Dienste blieben verfügbar

Amazon erklärte, dass das Abrechnungsproblem die zugrunde liegende AWS-Plattform nicht beeinträchtigte. Kunden konnten ihre Cloud-Dienste weiterhin nutzen, während das Unternehmen an der Lösung arbeitete.

Später entschuldigte sich das Unternehmen für die Sorge, die der Vorfall ausgelöst hatte. Amazon kündigte außerdem eine detaillierte Überprüfung an, um das Risiko ähnlicher Probleme in Zukunft zu verringern.

Das Unternehmen fügte hinzu, dass es seine Reaktionsprozesse für Abrechnungsprobleme verbessern werde. Amazon gab jedoch nicht bekannt, wie viele Konten betroffen waren.

Das Unternehmen sagte auch nicht, ob es AWS-Konten wegen der falschen Schätzungen gesperrt oder pausiert hatte.

Falsche Schätzungen können dennoch Probleme verursachen

Die enormen Rechnungen waren nicht echt. Trotzdem könnte der AWS-Fehler für einige Organisationen praktische Folgen gehabt haben.

Ein Unternehmen, das unerwartete Kosten sieht, könnte Cloud-Ressourcen, Datenbanken, Anwendungen oder andere Dienste sofort abschalten. Diese Entscheidung kann weitere Ausgaben begrenzen, falls die Kosten tatsächlich entstehen. Sie kann jedoch auch zu Website-Ausfällen, Betriebsunterbrechungen und Umsatzeinbußen führen.

Deshalb sollten Organisationen ungewöhnliche AWS-Kosten anhand ihrer Kosten- und Nutzungsdaten prüfen, bevor sie kritische Ressourcen deaktivieren. Sie sollten außerdem Kostenwarnungen, Budgetkontrollen und interne Eskalationsverfahren nutzen, um mögliche Vorfälle schnell zu bewerten.

In diesem Fall waren die Beträge eindeutig unrealistisch. Dennoch zeigt der Vorfall, wie selbst ein vorübergehender Abrechnungsfehler bei Cloud-Kunden große Sorge auslösen kann.


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