Die Anklagen gegen das Mabna Institute werfen 17 iranischen Staatsangehörigen vor, an einer jahrelangen Kampagne zum Diebstahl akademischer Forschung, geistigen Eigentums und von Daten aus E-Mail-Konten beteiligt gewesen zu sein. US-Staatsanwälte behaupten, dass die Gruppe Organisationen in den Vereinigten Staaten und mehreren anderen Ländern ins Visier nahm.

Eine erweiterte Anklageschrift mit 14 Anklagepunkten besagt, dass das Mabna Institute seine Aktivitäten 2013 aufnahm. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft dauerte die mutmaßliche Kampagne mindestens bis Dezember 2017 an und diente iranischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und staatlichen Interessen.

Der Fall betrifft den mutmaßlichen Diebstahl von 31,5 TB akademischer Daten und geistigen Eigentums sowie von rund 8.000 E-Mail-Konten.

Staatsanwälte werfen Gruppe umfangreichen Diebstahl von Forschungsdaten vor

Laut Anklageschrift nahm die beschuldigte Gruppe Universitäten, private Unternehmen, Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen ins Visier. Zu den Opfern gehörten Einrichtungen in den Vereinigten Staaten sowie in Ländern Europas, Asiens, des Nahen Ostens und Ozeaniens.

Die mutmaßlichen Angriffe betrafen mehr als 100.000 Konten von Professoren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kompromittierten die Angreifer rund 8.000 Konten von Mitarbeitern in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen.

Das gestohlene Material umfasste Berichten zufolge wissenschaftliche Forschung und geistiges Eigentum. Solche Informationen können einen erheblichen kommerziellen, wirtschaftlichen und nationalen Sicherheitswert besitzen, insbesondere wenn sie fortschrittliche Forschungsprogramme betreffen.

Die Anklagen gegen das Mabna Institute beschreiben eine organisierte Aktion zur Beschaffung nicht-iranischer akademischer und wissenschaftlicher Daten und nicht lediglich vereinzelte Cyberkriminalität.

Anklageschrift verbindet Kampagne mit iranischen Staatsinteressen

US-Behörden werfen dem Mabna Institute vor, im Auftrag der iranischen Revolutionsgarden, auch bekannt als IRGC, gehandelt zu haben. Laut Anklageschrift beschaffte die Gruppe gestohlene Forschungsdaten und Zugangsdaten für Kunden mit Verbindungen zur iranischen Regierung.

Die Staatsanwaltschaft behauptet außerdem, dass die Angeklagten gestohlene Informationen über zwei Websites verkauften, die von einem der beschuldigten Hacker kontrolliert wurden. Die mutmaßliche Kampagne kombinierte demnach staatlich unterstützte Informationsbeschaffung mit kommerziellen Aktivitäten rund um kompromittierte Daten.

Einige der in dem Fall genannten Personen sollen außerdem an einem gescheiterten Erpressungsversuch gegen HBO beteiligt gewesen sein. Dabei wurde eine Bitcoin-Zahlung im Wert von rund 6 Millionen US-Dollar gefordert.

Bei den Vorwürfen handelt es sich weiterhin um Anschuldigungen. Die Angeklagten gelten als unschuldig, solange ihre Schuld nicht vor Gericht bewiesen wurde.

USA bieten Belohnungen für fünf beschuldigte Hacker

Die US-Regierung bietet Belohnungen von bis zu 10 Millionen US-Dollar für Informationen, die zur Festnahme von fünf in dem Fall genannten Personen führen. Die Belohnungen gelten für Behzad Mesri, Mojtaba Ghal’eh-Kuhi, Arman Kahzadian, Keyvan Fayaz Ghareh Blagh und Saber Shahbazi Ballojeh.

Die Belohnungen sind Teil der Bemühungen der US-Regierung, Personen zu identifizieren und festzunehmen, denen staatlich unterstützte Cyberoperationen gegen US-amerikanische und verbündete Organisationen vorgeworfen werden.

Beamte erklärten, dass Cyberdiebstahl die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die nationale Sicherheit direkt beeinträchtigen kann. Der Fall signalisiert zudem anhaltende Bemühungen, mutmaßliche Hacker strafrechtlich zu verfolgen, die außerhalb der US-Gerichtsbarkeit operieren.

Fazit

Die Anklagen gegen das Mabna Institute beschreiben eine umfangreiche mutmaßliche Cyberdiebstahl-Operation, bei der Forschungsdaten, geistiges Eigentum und Tausende E-Mail-Konten betroffen waren. Der Fall verdeutlicht das anhaltende Risiko, dem Universitäten, öffentliche Einrichtungen und private Organisationen durch staatlich unterstützte Spionagekampagnen ausgesetzt sind.


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