Ein Twitch-Creator hat Amazon und Twitch verklagt und behauptet, die Unternehmen hätten Inhalte von Creatorn ohne Erlaubnis oder Bezahlung für das KI-Training verwendet.

Der Streamer Warren Pandiscia aus Connecticut reichte die geplante Sammelklage ein. Er behauptet, Twitch und dessen Muttergesellschaft hätten Videos von ihm und anderen Creatorn kopiert, um KI-Produkte von Amazon zu entwickeln.

Amazon und Twitch hatten sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Streamer behauptet, Amazon habe Videos ohne Zustimmung kopiert

Pandiscia hat mehr als 900 Follower auf Twitch. Er behauptet, Amazon habe bereits 2024 damit begonnen, Inhalte von Creatorn für KI-Zwecke zu sammeln.

In der Klage wird behauptet, die Unternehmen hätten Millionen von Twitch-Videos ohne Lizenzen oder Bezahlung der Creator kopiert. Pandiscia argumentiert, dass Amazon und Twitch von Arbeiten profitiert hätten, deren Nutzung für die Entwicklung generativer KI die Creator niemals zugestimmt hätten.

Er erklärt außerdem, dass Creator die Kontrolle über ihre Arbeit verlieren, wenn Unternehmen diese in KI-Systeme einspeisen.

Twitch-KI-Training umfasst Streams, Chats und Bilder

Twitch aktualisierte am 12. August seine Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie, um automatisierte Tools und KI abzudecken. Die Plattform erklärt, dass Amazon Streams, frühere Übertragungen, Clips, Chats, Bilder und Texte zur Entwicklung von KI verwenden kann.

Amazon könnte diese Inhalte für zukünftige Modelle nutzen, die Texte, Audioinhalte, Bilder oder Videos generieren oder synthetisieren.

Twitch ermöglicht es Nutzern, dem Training generativer KI zu widersprechen. Allerdings ist die Einstellung für das KI-Training bei Twitch standardmäßig aktiviert.

Kritiker sagen, dass dieser Ansatz die Verantwortung auf die Creator verlagert. Sie müssen die Änderung der Richtlinien bemerken, deren Auswirkungen verstehen und die Einstellung selbst ändern.

Klage fordert Schadenersatz und Änderungen der Richtlinien

Pandiscia wirft den Unternehmen vor, sowohl stillschweigende als auch ausdrückliche Verträge verletzt zu haben. Außerdem macht er ungerechtfertigte Bereicherung und unlautere Geschäftspraktiken geltend.

Er fordert Schadenersatz, Rückerstattung und die Herausgabe mutmaßlicher Gewinne, die mit der Nutzung von Creator-Material verbunden sind. Zudem fordert er das Gericht auf, Amazon und Twitch zu Änderungen ihrer Praktiken zu verpflichten.

Pandiscia argumentiert, dass Unternehmen Inhalte nicht einfach entfernen können, nachdem ein KI-Modell sie während des Trainings aufgenommen hat.

Kontrolle der Creator steht im Mittelpunkt des Streits

Die Klage reiht sich in die wachsende Debatte über die Nutzung nutzergenerierter Inhalte durch Plattformen zur KI-Entwicklung ein.

Für Twitch-Creator geht der Streit über die Frage hinaus, ob das Twitch-KI-Training mit den Richtlinien der Plattform vereinbar ist. Es geht auch darum, ob die Unternehmen die Creator klar informiert, eine wirksame Zustimmung eingeholt und die Creator für die kommerzielle KI-Nutzung bezahlen sollten.

Die Entscheidung des Gerichts könnte zukünftige KI-Richtlinien, Opt-out-Tools und die Rechte von Creatorn auf Streaming-Plattformen beeinflussen.


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