Ein DDoS-Angriff auf Norwegens Regierung hat gemeinsam genutzte öffentliche digitale Dienste gestört und zu Anmeldeproblemen, langsamen Reaktionszeiten und vorübergehenden Ausfällen geführt.

Der Angriff begann am Montag um 03:38 Uhr CEST und richtete sich gegen die Infrastruktur der norwegischen Digitalisierungsbehörde Digdir und ihres Dienstleisters Vivicta.

Digdir unterstützt wichtige Systeme des öffentlichen Sektors, darunter digitale Identitätsdienste, elektronische Signaturen, sichere digitale Post, Online-Formulare und den Datenaustausch zwischen Regierungsbehörden.

Angriff beeinträchtigt öffentliche Anmeldungen und E-Signaturen

Digdir erklärte, dass mehrere Dienste für kurze Zeit vollständig nicht verfügbar waren. Die Behörde hat viele der betroffenen Systeme stabilisiert, einige Dienste sind jedoch weiterhin teilweise beeinträchtigt.

ID-porten und eSignering gehören weiterhin zu den vom Angriff betroffenen Diensten. Nutzer können mit fehlgeschlagenen Verbindungen, langen Ladezeiten und verzögerten Anmeldungen konfrontiert sein.

Der DDoS-Angriff auf Norwegens Regierung beeinträchtigte auch Dienste, die auf die Infrastruktur von Digdir angewiesen sind, aber nicht direkt mit bösartigem Datenverkehr angegriffen wurden.

Altinn und Steuerdienste melden Anmeldeprobleme

Altinn, Norwegens wichtigste digitale Kommunikationsplattform für Bürger, Unternehmen und Regierungsbehörden, meldete Betriebs- und Anmeldeprobleme.

Auch die norwegische Steuerverwaltung Skatteetaten warnte Nutzer vor Schwierigkeiten bei der Anmeldung. Sie empfahl, es später erneut zu versuchen, wenn kein Zugriff auf digitale Dienste möglich sei.

Diese Störungen zeigen, wie ein Angriff auf gemeinsam genutzte staatliche Infrastruktur mehrere öffentliche Plattformen gleichzeitig beeinträchtigen kann.

Digdir meldet keinen Datendiebstahl

Digdir-Direktor Frode Danielsen erklärte, die Behörde habe keine Hinweise darauf gefunden, dass Angreifer in ihre Systeme eingedrungen seien oder auf personenbezogene Daten zugegriffen hätten.

Die Behörde hat die norwegische Nationale Sicherheitsbehörde und die norwegische Datenschutzbehörde über den Vorfall informiert.

Danielsen erklärte außerdem, dass Angreifer Digdir in den vergangenen Monaten dreimal ins Visier genommen hätten. Die Behörde war bereits im Juni und erneut am 3. August von DDoS-Angriffen betroffen.

Behörden haben die Angreifer nicht identifiziert

Die Behörden haben den DDoS-Angriff auf Norwegens Regierung bislang keiner bestimmten Gruppe oder keinem bestimmten Land zugeschrieben.

Einige norwegische Medienberichte haben die Möglichkeit einer russischen Beteiligung angesprochen. Die Behörden haben jedoch keine entsprechende Verbindung bestätigt.

Digdir überwacht den Angriff weiterhin und arbeitet an der Wiederherstellung der betroffenen Dienste. Nutzer müssen mit zeitweiligen Problemen rechnen, während die Behörde daran arbeitet, einen stabilen Zugang aufrechtzuerhalten.


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