Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner’s Office (ICO) stellte fest, dass das Unternehmen seine Werbekampagne gezielt auf Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten ausrichtete.
Viele Empfänger hatten dem Erhalt von Werbenachrichten nie zugestimmt. Die Ermittler entdeckten außerdem SMS mit falschen Warnungen über einen bevorstehenden Besuch eines Gerichtsvollziehers, um die Empfänger unter Druck zu setzen.
Nach Angaben des ICO verstieß die Kampagne gegen britische Datenschutzgesetze und richtete sich bewusst an finanziell besonders gefährdete Personen.
Millionen SMS ohne Einwilligung versendet
Nach Angaben des ICO verschickte KRA Consultancy Ltd zwischen April 2022 und Mai 2025 mehr als 5,5 Millionen illegale Spam-SMS.
Das Unternehmen bewarb Schuldnerberatungsdienste über unaufgeforderte Textnachrichten. Viele Empfänger hatten zuvor zwar Kredite beantragt, einer Nutzung ihrer Daten für Werbezwecke jedoch niemals zugestimmt.
Die Kampagne führte zu mehr als 60.000 Beschwerden. Mobilfunkanbieter registrierten zudem Tausende Spam-Meldungen im Zusammenhang mit den Nachrichten.
Falsche Gerichtsvollzieher-Warnungen verunsicherten Empfänger
Die Ermittler stellten fest, dass einige Nachrichten falsche Angaben über Zwangsvollstreckungsmaßnahmen enthielten.
Mehrere SMS behaupteten, ein Gerichtsvollzieher werde innerhalb von 48 Stunden erscheinen, um auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses Vermögenswerte zu pfänden. Das ICO stellte klar, dass diese Behauptungen vollständig erfunden waren.
Nach Einschätzung der Behörde nutzte das Unternehmen Angst, um Betroffene zur Kontaktaufnahme zu bewegen. Viele der angeschriebenen Personen befanden sich bereits in einer schwierigen finanziellen Lage.
ICO deckte fortgesetzte Verstöße auf
Im Verlauf der Ermittlungen durchsuchte das ICO sowohl die Geschäftsräume des Unternehmens als auch das Wohnhaus des Geschäftsführers.
Dabei stellten die Ermittler fest, dass KRA Consultancy selbst nach Beginn der Untersuchung weiterhin illegale Spam-SMS verschickte. Dies führte zu einer weiteren Welle von Beschwerden.
Außerdem fand das ICO kaum Hinweise darauf, dass das Unternehmen überprüfte, ob die Empfänger überhaupt ihre Einwilligung zum Erhalt von Werbung gegeben hatten.
Unternehmen musste den Versand einstellen
Das ICO verhängte eine Geldstrafe von 300.000 Pfund und ordnete an, dass das Unternehmen den Versand unerwünschter Werbe-SMS unverzüglich einstellen muss.
Die Behörde stellte außerdem fest, dass KRA Consultancy Schuldnerberatungsdienste bewarb, ohne bei der Financial Conduct Authority registriert zu sein.
Das ICO betonte, dass Unternehmen die Datenschutz- und Marketingvorschriften einhalten müssen, bevor sie Verbraucher kontaktieren. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit erheblichen finanziellen Sanktionen rechnen.
Verbraucher sollten aufmerksam bleiben
Das ICO empfiehlt Verbrauchern, unerwartete Werbe-SMS zu ignorieren und keine Links in verdächtigen Nachrichten anzuklicken.
Außerdem sollten illegale Spam-SMS entweder über den Meldedienst des Mobilfunkanbieters oder direkt beim ICO gemeldet werden. Solche Meldungen helfen den Ermittlern, wiederholte Verstöße aufzudecken und gegen Unternehmen vorzugehen, die gegen das Gesetz verstoßen.


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