Die Entwickler hinter Samourai Wallet haben sich in einem hochkarätigen Fall rund um Privatsphäre im Kryptobereich schuldig bekannt. Keonne Rodriguez und William Lonergan Hill, die Mitgründer der auf Bitcoin-Privatsphäre spezialisierten App, räumten ein, ein unlizenziertes Geldtransfergeschäft betrieben zu haben. Im Gegenzug wurden schwerwiegendere Vorwürfe fallen gelassen.
Medienberichten zufolge entfällt aufgrund ihres Geständnisses die ursprünglich erhobene Anklage wegen Verschwörung zur Geldwäsche. Dadurch könnte die Höchststrafe von über 17 Jahren auf maximal fünf Jahre Gefängnis reduziert werden.
Das Urteil wird voraussichtlich am 6. November 2025 verkündet.
Entwickler stimmen der Beschlagnahmung von 6,4 Millionen US-Dollar zu
Im Rahmen ihrer Einigung haben Rodriguez und Hill außerdem zugestimmt, 6,4 Millionen US-Dollar zu beschlagnahmen – ein Teil der insgesamt 237,8 Millionen Dollar, die mit ihrer Plattform in Verbindung gebracht wurden, wie Frank Corva vom Bitcoin Magazine berichtet.
Samourai Wallet bot sogenannte Bitcoin-Mixing-Dienste an, die BTC-Transaktionen anonymisierten, indem sie deren Ursprung verschleierten. Der Dienst wurde im April 2024 geschlossen und seine Webseite beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft behauptete ursprünglich, dass Samourai half, über 100 Millionen US-Dollar zu waschen, während die Entwickler angeblich rund 4,5 Millionen Dollar an Gebühren verdient hatten.
„Es waren die Nutzer, nicht die Software, die Gelder übertragen haben“, sagte Rodriguez vor Gericht bezüglich seiner Rolle.
Krypto-Branche warnt vor veralteten Gesetzen
Der Deal hat in der Krypto-Branche gemischte Reaktionen hervorgerufen. Viele begrüßten zwar das Ergebnis, warnen jedoch davor, dass veraltete Gesetze weiterhin Softwareentwickler bedrohen.
„Sektion 1960 stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Freiheit von Entwicklern dar. Sie muss überarbeitet werden“, sagte Jake Chervinsky, Chief Legal Officer von Variant.
Sektion 1960 des US-Rechts richtet sich gegen unlizenzierten Geldtransfer. Kritiker argumentieren, das US-Justizministerium missbrauche das Gesetz, um Entwickler von nicht-verwahrender Software anzugreifen, die selbst keine Kundengelder verwalten.
„Diese Schuldbekenntnisse ändern nichts daran, dass das DOJ das Gesetz falsch interpretiert“, ergänzte Amanda Tuminelli vom DeFi Education Fund.
Weitere ähnliche Fälle anhängig
Der Fall ähnelt einem anderen laufenden Verfahren in den USA. Roman Storm, Entwickler von Tornado Cash, ist mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert, ein unlizenziertes Geldtransfergeschäft betrieben und gegen Sanktionen verstoßen zu haben.
Trotz der juristischen Auseinandersetzungen bleiben sowohl Tornado Cash als auch Samourai Wallet weiterhin als Open-Source-Software verfügbar. Andere datenschutzorientierte Anwendungen, wie etwa Wasabi Wallet, werden ebenfalls weiterhin genutzt.
Fazit
Das Schuldbekenntnis der Gründer von Samourai Wallet könnte das Strafmaß verringern, wirft jedoch grundlegende Fragen auf, wie Datenschutz-Tools und Open-Source-Software im Kryptobereich reguliert werden sollten. Während die Behörden verstärkt gegen Entwickler vorgehen, setzt sich die Krypto-Branche weiter für gesetzliche Reformen ein, um Innovationen und die Freiheit der Entwickler zu schützen.


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