Ein schweres Datenleck bei der Tea-App hat rechtliche Schritte ausgelöst, nachdem 72.000 Bilder und persönliche Nutzerdaten online veröffentlicht wurden. Zwei Klagen wurden gegen die ausschließlich für Frauen entwickelte Dating- und Bewertungsplattform eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, sensible Informationen unzureichend geschützt und das Vertrauen der Nutzerinnen verletzt zu haben.
Die erste Klage, eingereicht von der Klägerin Griselda Reyes, behauptet, dass Tea „es versäumt habe, ihre personenbezogenen Daten ordnungsgemäß zu sichern und zu schützen“. Die offengelegten Daten umfassen:
- 13.000 Selfies und Ausweisfotos
- 59.000 öffentliche Bilder
- Direktnachrichten und Kommentare
Laut Gerichtsdokumenten wurden diese Daten in einem ungesicherten Firebase-Bucket gespeichert, der von einer unbefugten Person kompromittiert und anschließend auf 4chan veröffentlicht wurde.
Leaks enthalten private Ausweisdaten, Chats und sensible Warnungen
Tea positionierte sich als Plattform für Anonymität und weibliche Selbstbestimmung und verlangte von Nutzerinnen zur Verifizierung Selfies und Ausweisdokumente. Das Unternehmen versprach angeblich, diese Bilder nach erfolgreicher Verifizierung zu löschen – laut Klage stimmte das jedoch nicht: Die Dateien wurden gespeichert und später veröffentlicht.
Das Datenleck soll außerdem über 1,1 Millionen private Nachrichten kompromittiert haben – darunter Gespräche über Schwangerschaftsabbrüche, Missbrauch, Untreue und Telefonnummern. Dies macht die Veröffentlichung besonders heikel, da Nutzerinnen durch Social-Media-Links, Telefonnummern oder Inhalte identifiziert werden könnten.
„Tea hat Frauen nicht gestärkt, sondern sie ernsthaften Risiken ausgesetzt“, heißt es in der Klageschrift.
Zweite Klägerin wollte vor Missbrauch warnen – jetzt fürchtet sie Vergeltung
Eine zweite Klage wurde von einer anonymen Jane Doe eingereicht, die angibt, sich bei Tea registriert zu haben, um andere Frauen vor einem Mann zu warnen, der sexueller Übergriffe beschuldigt wurde. Nun befürchtet sie, dass ihre Identität durch das Datenleck offengelegt wird – und sie selbst zum Ziel werden könnte.
Die Kernfunktion von Tea – Frauen die Möglichkeit zu geben, Männer „bewerten“ und vertraulich Warnhinweise teilen zu können – macht das Datenleck besonders bedenklich. Sollten Täter in der Lage sein, die Frauen zu identifizieren, die sie gemeldet haben, drohen Mobbing, Doxxing oder Stalking.
Fazit
Das Datenleck bei der Tea-App zählt womöglich zu den folgenschwersten Vorfällen in Bezug auf sensible persönliche Informationen und Nutzervertrauen. Mit geleakten Ausweisdaten, Bildern und Nachrichten sind die Nutzerinnen konkreten Gefahren wie Identitätsdiebstahl und Belästigung ausgesetzt. Die juristischen Verfahren laufen derzeit. Plattformen wie Tea geraten nun zunehmend unter Druck, was den Umgang mit Datenschutz, Sicherheitsversprechen und dem Schutz ihrer Nutzerinnen betrifft – besonders, wenn es um deren körperliche und emotionale Sicherheit geht.


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