Ein Cyberangriff auf Crédit Mutuel ermöglichte es einem Angreifer, betrügerische Überweisungen vom eigenen Bankkonto von Arkéa durchzuführen, nachdem er über einen Dienstleister Zugriff erlangt hatte. Schätzungen zufolge beläuft sich der Diebstahl auf 118 Millionen Euro, umgerechnet etwa 133 Millionen Dollar. Die französische Bankengruppe hat diesen genauen Betrag jedoch nicht bestätigt.
Angreifer verschaffte sich über einen Dienstleister Zugang zur Bank
Crédit Mutuel Arkéa erklärte, dass der Angreifer über die Plattform eines Dienstleisters in das Netzwerk der Bank eingedrungen sei. Anschließend nutzte er ein Konto der Bank, um Geld an andere Finanzinstitute zu überweisen und Mittel in Kryptowährungen umzuwandeln. Die Bank betonte jedoch, dass der Angreifer nicht auf Kundenkonten zurückgegriffen habe.
Die Bankengruppe, die mehr als 5,8 Millionen Mitglieder betreut und Vermögenswerte in Höhe von 211,5 Milliarden Euro verwaltet, schaltete als Reaktion auf den Angriff bestimmte Systeme ab. Dadurch kam es bei einigen Kunden zu Verzögerungen bei Überweisungen. Dennoch versicherte die Bank, dass der Vorfall keine Auswirkungen auf die Vermögenswerte ihrer Kunden gehabt habe.
In einer separaten Erklärung schloss Arkéa aus, dass Fortuneo die betroffene Plattform gewesen sei. Zudem wies die Bank menschliches Versagen innerhalb des Unternehmens als Ursache zurück und bezeichnete den Vorfall als ausgeklügelten Angriff. Die genaue Methode des Angreifers wurde bislang jedoch nicht öffentlich bestätigt.
Ermittler verfolgte verdächtige Kryptowährungsabhebungen
Der Blockchain-Ermittler ZachXBT machte am 2. November erstmals auf umfangreiche unautorisierte Abhebungen aufmerksam, die am Vortag von mehreren Konten bei zentralisierten Kryptowährungsbörsen erfolgt waren. Obwohl er die betroffene Organisation zunächst nicht nannte, schätzte er, dass der Angreifer bis zu 118 Millionen Euro gestohlen und Gelder in den Stablecoins USDC und USDT abgezogen hatte.
Am 3. November behauptete ZachXBT, der Angreifer habe bereits 30 Millionen Dollar gewaschen. Er argumentierte außerdem, dass eine frühere öffentliche Bekanntgabe den europäischen Strafverfolgungsbehörden möglicherweise geholfen hätte, diese Gelder einzufrieren. Diese Zahlen und die Einschätzung stammten vom Ermittler und wurden nicht von der Bank bestätigt.
Arkéa räumte später ein, dass es sich um einen erheblichen Betrag handele, der ungefähr dem gemeldeten Umfang entspreche. Die Bank wollte die genaue Schätzung von 118 Millionen Euro jedoch nicht bestätigen. Außerdem erklärte sie, dass einige Gelder blockiert worden seien, ohne deren Höhe anzugeben.
Cyberangriff auf Crédit Mutuel führt zu Phishing-Warnung
Arkéa machte den Vorfall am 4. November öffentlich und erklärte, dass der Angriff eingedämmt worden sei und der normale Betrieb schrittweise wiederhergestellt werde. Gleichzeitig warnte die Bank ihre Kunden davor, dass Kriminelle die Situation durch Phishing-Nachrichten oder unerwünschte Telefonanrufe ausnutzen könnten.
Die Bank forderte ihre Kunden auf, keine sensiblen Informationen per Telefon oder E-Mail weiterzugeben. Wer eine verdächtige Nachricht erhält, sollte stattdessen direkt seinen Bankberater kontaktieren, um deren Echtheit zu überprüfen. Solche Vorsichtsmaßnahmen sollen das Risiko weiterer Betrugsversuche verringern, auch wenn die Bank versichert, dass die Vermögenswerte ihrer Kunden weiterhin nicht betroffen seien.
Arkéa arbeitet mit der Polizei und den Justizbehörden zusammen, um den Ursprung des Angriffs zu ermitteln und den Ablauf zu rekonstruieren. Der genaue finanzielle Schaden, die Höhe der erfolgreich blockierten Gelder und die vollständigen technischen Einzelheiten sind weiterhin unklar.


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